Die Briefträgerin & die Risikoprämie
Am Anfang war die Petition vom 25. März, von der Gewerkschaft Syndicom lanciert und «von Tausenden von euch» unterzeichnet: «Alle, die an der Front arbeiten, sollen eine Corona- Risikoprämie erhalten.»
Am Anfang war die Petition vom 25. März, von der Gewerkschaft Syndicom lanciert und «von Tausenden von euch» unterzeichnet: «Alle, die an der Front arbeiten, sollen eine Corona- Risikoprämie erhalten.»
In den Logistikzentren grassiert das Coronavirus. Doch zu viele Chefs foutieren sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden, wie jetzt eine Unia-Umfrage zeigt.
Firmen können ihre Mitarbeitenden von der Allgemeinheit finanzieren lassen und den Aktionären weiter Dividenden bezahlen. Dank der rechten Ständeratsmehrheit.
Sieben eng beschriebene Seiten hat das neue Schutzkonzept für die Beizen. Nur: Wer’s nicht auf die Reihe kriegt, kann nicht seinen Arzt oder Apotheker fragen.
Bis zu 40 Milliarden Franken will der Bundesrat als Kredite für KMU verbürgen. Das schafft Liquidität. Doch die wahren Profiteure sitzen anderswo.
In der EU geht es mit der Regelung der internationalen Konzernverantwortung vorwärts. Also mit der Haftung von international tätigen Firmen, wenn sie Menschenrechtsverletzungen begehen oder verbindliche Umweltstandards missachten.
…und drei weitere brisante Fragen zum Gastro-Schutzkonzept an Mauro Moretto, Gastgewerbe-Verantwortlicher bei der Unia.
Meine Firma hat mir ordentlich gekündigt. Kurz danach bin ich während fünf Tagen erkrankt. Führt das zu Problemen, wenn ich mich bereits nach erfolgter Genesung arbeitslos melde?
Nicht wenige aus der Gastrobranche halten die Wiederöffnung für überstürzt und abenteuerlich.
Kaum hatte der Bundesrat grünes Licht für die Coiffeursalons gegeben, setzte er sich auch schon in mein Ohr: «Bim Coiffeur bini gsässe vor em Spiegel – luege dry!» Ja, der Mani Matter. «Und gseh dert drinn e Spiegel wo ar Wand isch vis-à-vis.» Und kaum gab der Bundesrat grünes Licht für die Wiederöffnung der Beizen, näselte er los im andern Ohr, der Peter Bichsel. «Das isch nümme mini Beiz!» jammerte er. Logisch nicht, mit all diesen Corona-Massnahmen: mit diesen Stellwändchen, den maskierten Kellnern, all diesem Abstand und der Desinfiziererei.
Der Lockdown in der Schweiz sei unnötig gewesen, behauptet «Weltwoche»-Chef Roger Köppel und andere rechte Marktanbeter. Und verweisen auf Schweden, das keinen Lockdown kennt. Doch sie irren.
Das Corona-Hilfspaket des Bundes wird die öffentliche Hand rund 70 bis 80 Milliarden Franken kosten, wenn man die Mittel, die Kanton und Gemeinden aufbringen sollen, mit einrechnet. Die zusätzlichen Mittel müssen bei jenen eingefordert werden, die in den letzten Jahren von Steuersenkungen profitiert haben.