workEdito
25 Jahre unbequem, aber mit Haltung

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Anne-Sophie Zbinden, Chefredaktorin

work wird 25! Und hat im letzten Vierteljahrhundert seines Bestehens eine steile technologische Lernkurve hingelegt. Von einer reinen Papierausgabe über eine statische Website via Facebook zu Tiktok. Und jetzt also das Zeit­alter der künstlichen Intelligenz. Beängstigend und faszinierend zugleich. Beängstigend, weil sie wahnsinnig schnell lernt und wahnsinnig viel Macht bei Wahnsinnigen konzentriert. Faszinierend, weil sie so viel kann. Und, o Wunder, Chat GPT kennt auch work. Chatty bezeichnet work als «legitimes, gewerkschaftlich engagiertes Medium mit einer klaren politischen Per­spektive. Es leistet gute journalistische Arbeit, ist aber keine politisch neutrale Zeitung.» Genau, so ist es, Chatty! Und weiter: «Die Unia ist die Herausgeberin». Korrekt. Schliesslich: «Die Interessen von Beschäftigten und die Verteilung wirtschaftlicher Macht stehen im Vordergrund, während Arbeitgeberinteressen häufig kritisch geprüft werden.» Der politische Stil sei pointiert und konfrontativ. «Die Redaktion beschreibt ihren eigenen Stil ausdrücklich als «angriffig, kritisch, frech». Wunderbar! work ist im KI-Zeitalter angekommen. 

Aber, was macht work wirklich aus? Das erkläre ich doch lieber selbst. 

  • Wir berichten über prekäre Beschäftigungen, über Gauner-Chefs, über Belegschaften, die sich wehren, wie die Just-Eat-Fahrerin Lio Alves. Oder die Frauen auf dem Bau. 
  • Wir feiern Erfolge. Wie jenen der Mitarbeitenden beim Maschinenbauer Osterwalder. Oder den der Coop-Verkäuferinnen. 
  • Wir stellen Arbeitnehmende ins Rampenlicht: Auf unserer Jubiläumstour haben wir in den Deutschschweizer Unia-Regionen einen Besuch abgestattet. Und wir porträtieren den CTP-Operator, der die work-Zeitung druckt. 
  • Wir lassen Menschen zu Wort kommen, die viel zu selten Gehör erhalten: zum Beispiel Pflegende. Eine Pflegerin mit rund 25 Jahren Berufserfahrung und eine Berufseinsteigerin pflichten einander bei: Alles hat sich geändert, nur der Lohn bleibt gleich.
  • Wir erklären politische Vorlagen aus ­gewerkschaftlicher Sicht: Was hat es mit der Finanzierung der 13. AHV-Rente auf sich? Und weshalb ist der bürgerliche Angriff auf die Mindestlöhne keine «Stärkung der Sozial­partnerschaft»?
  • Wir ordnen weltweite Ereignisse ein, beleuchten sie von links: Die Jugendproteste in Frankreich oder Italien. Den historischen Wahlsieg der Studierendenbewegung in ­Serbien. 
  • Wir beantworten Fragen rund um das ­Arbeitsrecht. In der aktuellen Ausgabe: das Arztzeugnis. Oder die Frage, ob ich die Mails der Chefin getrost ignorieren kann, wenn ich mit Grippe im Bett liege.
  • Wir würzen gerne mit einer Prise Humor: Was sagen die Sterne am Arbeitshimmel? work weiss es im Jubiläumshoroskop. 

All das ist work. Geschichten von Büezerinnen und Büezern, von Wut und Mut, von Hoffnung und Widerstand. Wir zeigen: Wer sich wehrt, lebt nie verkehrt. Sicher ist: Die Arbeitswelt ­verändert sich, die Machtverhältnisse hingegen nicht so schnell. Wer arbeitet, muss wissen, was läuft. Denn nur wer versteht, kann sich wehren. Das war vor 25 Jahren so. Und wird auch in 25 Jahren noch gelten.

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