Erfolgreiche Verhandlungen
1,1 Prozent mehr Lohn: Geht doch, Coop! 

Coop-Mitarbeitende können sich für das kommende Jahr über eine Lohnerhöhung von 1,1 Prozent freuen. Ein Resultat von guter Sozialpartnerschaft.

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DIE GEWINNERINNEN: Coop-Verkäuferinnen erhalten mehr Lohn. (Foto: Keystone)

Gute Nachrichten aus den Lohnverhandlungen zwischen Coop und den Sozialpartner Unia, Syna / OCST, der Verein der Angestellten Coop sowie dem Kaufmännische Verband Schweiz: Für das kommenden Jahr winkt dem Personal eine Lohnerhöhung von 1,1 Prozent. Für Leena Schmitter, Co-Leiterin Sektor Tertiär der Unia ein gutes Resultat:

Der Kurs in den Verhandlungen war klar: So viel wie möglich für so viele wie möglich.

Für die Löhne über 4900 Franken stehen 1,1 Prozent zur individuellen Anpassung zur Verfügung. Coop-Mitarbeitende mit einem Monatslohn bis 4900 Franken erhalten eine generelle Lohnerhöhung von mindestens 1,1 Prozent. Diese Lohnerhöhungen ermöglichen den Erhalt der Kaufkraft für die grosse Mehrheit der Coop-Mitarbeitenden. 

Für Unia-Frau Schmitter sind die generellen Lohnerhöhungen zentral: «Es ist ein wichtiger Akzent, den wir hier setzen konnten. Nicht einzelne Mitarbeitende profitieren von unseren Verhandlungen, sondern eine grosse Mehrheit der Beschäftigten, die dem GAV unterstellt sind.»

Erfolg zum Teilen

Wichtig ist für Schmitter auch: «Diese Lohnerhöhung setzt ein positives Zeichen. Doch wir kennen die Realität der Menschen in Tieflohnbranchen, darunter auch im Detailhandel. Löhne müssen zum Leben reichen und die Kaufkraft darf für die Arbeiterinnen und Arbeiter darf nicht weiter geschwächt werden.» Zudem ist für die Unia-Frau klar, dass Coop eine Vorbildfunktion im Schweizer Detailhandel hat. Sie sagt:

Wenn die Geschäftszahlen stimmen, erwarten die Mitarbeitenden zu Recht, dass sie auch am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben können.

KAMPF FÜR LÖHNE, DIE ZUM LEBEN REICHEN: Unia-Frau Leena Schmitter. (Foto: Manu Friederich)

Lausige Lohnrunde bei Migros

Von solchen Verbesserungen kann das Personal bei der Migros nur träumen. Dort fällt die Lohnerhöhung für das kommenden Jahr ziemlich lausig aus. So teilt Migros mit: Für den Bereich Food Retail beträgt sie bis 0,3 Prozent, für alle übrigen Bereiche bis 0,7 Prozent. Auf Deutsch: Genau die Arbeiterinnen und die Arbeiter, die an der Kasse oder hinter der Käsetheke stehen, blicken einer ziemlich mickrigen Lohnerhöhung entgegen. Die erwartete Teuerung und die steigenden Krankenkassenkosten für 2027 übersteigen die Lohnerhöhung massiv.

Die Migros zeigt damit exemplarisch, wie ein fehlender Teuerungsausgleich den Arbeitenden den Lohn wegfrisst und ihnen noch weniger im Portemonnaie bleibt. Besonders in Tieflohnbranchen sind solche Entwicklungen alarmierend.

Längere Ladenöffnungszeiten

Der nächste Migros-Hammer: Seit dem 1. Oktober hat die Migros in 24 Supermärkten die Ladenöffnungszeiten massiv ausgeweitet. Per 2. November folgen weitere 21 Märkte. Die Folgen für das Verkaufspersonal liegen auf der Hand: morgens früher starten, abends noch später nach Hause kommen. Besonders abstrus wird es bei den neuen Ladenöffnungszeiten von Migros am Zürcher Hauptbahnhof. Von Montag bis Sonntag wird die Öffnungszeit abends um eine halbe Stunde verlängert, die Filiale schliesst neu erst um 22.30 Uhr. Die erweiterten Ladenöffnungszeiten sind für die Gewerkschaft ein Angriff auf die Lohnabhängigen in der Branche, denn die Folgen sind ungesunde Arbeitsbedingungen, weniger Erholung und fehlende Familienzeit.

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