Die Schweiz ist zuweilen ein faszinierendes Land. Zum Beispiel Thun. Die Stadt kämpft um ihr Geschichtsbewusstsein. Das urälteste und traditionsreichste Hotel der Stadt heisst «Freienhof» und gehört den Gewerkschaften.
Alles wird teurer, nur Löhne und Renten sinken real. Die Gewerkschaften geben Gegensteuer: in den Betrieben, in den Branchen, in den Parlamenten, an den Urnen – und auf der Strasse.
Kräuter können ziemliche Diven sein: Pflanzt man sie neben den falschen Nachbarn, gehen sie möglicherweise ein. Oder sie sorgen dafür, dass der ungeliebte Partner ins Gras beisst. work gibt ein paar grundlegende Beziehungstipps für Kräuter.
Es klingt wie ein 14.-Juni-Märchen: 30 Reinigerinnen treten frühmorgens nicht zur Schicht, an, sondern zum Streik! Und skandieren: «Mujeres, unidas, jamás serán vencidas!» (Wenn Frauen zusammenstehen, werden sie niemals besiegt). Und siehe da, eine kurze Verhandlungsrunde später: Sieg auf ganzer Linie! Die Reinigungsfirma verpflichtet sich, die Reisezeiten und Mittagsspesen zu bezahlen, für Lohngleichheit zu sorgen und die Löhne fortan pünktlich zu bezahlen. Es ist kein Märchen, sondern ein handfester Frauenstreik-Erfolg.
SCHIMPF UND SCHANDE. Dabei sei Streik veraltet, der Frauenstreik sowieso. Und überhaupt, was stürmen die Frauen denn jetzt noch immer? Gleichberechtigung sei ja schon Realität, Lohndiskriminierung eine Mär. Rechtsbürgerliche Männer (mit Verlustängsten?) twitterten den 14. Juni klein, Mitte-Frauen schrieben einen Bruch der Frauenbewegung herbei. In den Wochen und Monaten vor dem 14. Juni führten der Arbeitgeberverband und Politikerinnen und Politiker von rechts bis Mitte,
Die Reinigungsfrauen der SOS Reinigung überraschten am 14. Juni mit einem fulminanten Streik. Das Resultat: Lohngleichheit, pünktliche Lohnzahlungen und Schluss mit Mobbing!
Liebe Kolleginnen und Kollegen. Wenn dieses work erscheint, sind es nur noch 12 Tage bis zum Frauenstreik: In vielen Branchen rüsten sich derzeit Frauen für eine Aktion, eine verlängerte Pause oder eine Arbeitsniederlegung.
In «La Syndicaliste» kämpft Filmstar Isabelle Huppert unter Lebensgefahr gegen einen kriminellen Filz von Wirtschafts- und Staatsinteressen an. Ein packender Thriller, basierend auf einer wahren Gewerkschaftsgeschichte.
In Branchen, in denen viele Frauen arbeiten, sind die Löhne meist tief. In der Gastronomie, wo mehr als die Hälfte der Beschäftigten weiblich sind, verdienen rund vier von fünf Frauen mit einem Lehrabschluss weniger als 5000 Franken im Monat (x 13, auf eine 40-Stunden-Woche umgerechnet).
Eine Umfrage der Unia bei Beschäftigten im Gastgewerbe und der Hotellerie zeigt, dass sexuelle Belästigung und Mobbing in der Branche verbreitet sind. Doch das ist nur ein Teil des Problems.