Handbuch Care-Streik
Schlau streiken, um besser zu pflegen

Wie können Pflegende streiken, ohne Bewohnerinnen und Bewohner zu gefährden? Wann sollen sie den Arbeitgeber informieren? Antworten gibt jetzt das neue Streik-Handbuch der Unia.

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ERFOLGREICHER PFLEGESTREIK IN DER SCHWEIZ: Die Fachkräfte des Unispitals Lausanne haben sich gegen Lohnabbau gewehrt. (Foto: Keystone)

In der Pflege streiken? Zumindest in der Deutschschweiz sprach bis vor kurzem kaum jemand davon. Doch das ändert sich gerade. An der kraftvollen Demo der Gesundheitsberufe im vergangenen November stimmten die Teilnehmenden für Streik – als letztes Mittel, um sich Gehör zu verschaffen. Ähnlich klang es im Februar an der Branchenkonferenz der Pflegenden in der Unia. Und am Unispital Lausanne streikten die Mitarbeitenden einen Tag lang gegen Lohnabbau – mit Erfolg!

Jetzt gibt’s von der Unia ein Online-Handbuch dazu. Alle, die in ihrem Betrieb eine Aktion oder einen Streik organisieren wollen, erhalten dort alle nötigen Infos. Praxisnah, ohne Bullshit. Und mit klarem Fokus auf den 14. Juni 2027. Dann wird in der ganzen Schweiz ein Protesttag stattfinden. Die Fortsetzung der grossen feministischen Streiks von 1991, 2019 und 2023.

Der Leitfaden stellt zuerst einmal klar: Streiken im Gesundheitswesen, das läuft ein wenig anders als in einer Fabrik oder auf einer Baustelle. Denn die Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, sollen unter dem Streik nicht leiden.

Breite Palette

Das kann auf verschiedene Arten gehen. Das Handbuch stellt eine breite Palette von Streiks und kollektiven Aktionen vor, die in Heimen und Spitälern möglich sind. Etwa die Transpi- und Storenaktion («sehr niederschwellig») oder den Staffelstreik («mittlere Eskalationsstufe»). Es klärt, wann Arbeitgeber und Vorgesetzte informiert werden sollen. Und es zeigt auf, welche Lösungen es für den Notdienst gibt, um während eines Streiks die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sicherzustellen. Zum Beispiel die einfache Regel, dass nur so viele Leute arbeiten wie am letzten schlecht besetzten Sonntag. Im Handbuch steht dazu:

Denn damals war es für den Arbeitgeber ja auch akzeptabel.

Damit Aktionen wirksam sind, müssen möglichst viele im Betrieb mitmachen. Auch hier spricht das Handbuch Klartext: «Eine aktive Gruppe entsteht in den wenigsten Fällen einfach so. Sie ist das Ergebnis von Arbeitnehmenden, die sich engagieren und systematisch mit ihren Kolleg:innen das Gespräch suchen.» Und auch hier gibt’s eine praxisnahe Anleitung. Der letzte Teil des Handbuchs heisst «Gewerkschaftliche Organisierung in fünf Schritten».

Unter diesem Link können Sie den Zugang zum Streik-Handbuch bestellen.

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