Der emeritierte Professor Silvio Borner ist ein Verbohrter. Immer wieder schreibt er – vorab in der «Weltwoche» – wirre Artikel gegen Solar- und Windenergie. Und fordert den Bau neuer Atomkraftwerke in der Schweiz.
Sind die gelben Westen rot oder braun? Eine Frage, die umtreibt. Sind die Gilets jaunes bloss ein randalierender Haufen autoverrückter Wutbürgerinnen und -bürger? In den Fussstapfen der rechtsextremen Marine Le Pen? Oder sind sie eine soziale Bewegung gegen Macrons forcierte neoliberale Politik? Gegen seinen Sozialsadismus? Der «Präsident der Superreichen» kann es nicht lassen, die kleinen Leute als arbeitsscheu zu beschimpfen. Sind die Gilets jaunes also ein Aufstand gegen Macrons Klassenhass? Eindeutig, schreibt Frankreich-Spezialist Oliver Fahrni im grossen work-Dossier (Seiten 10–11). Eine soziale Revolte, die sich zudem rasant politisiere.
Sinkt die Arbeitslosigkeit, steigen in der Regel die Löhne. Gewerkschaften und Arbeitnehmende haben einen grösseren Spielraum, gute Löhne auszuhandeln, wenn das Angebot an Beschäftigten knapp wird. Umgekehrt ist es, wenn die Arbeitslosigkeit zunimmt.
Nur noch 147 Mal schlafen bis zum Frauenstreik: Am 14. Juni, 28 Jahre nach dem ersten Frauenstreik, wird er steigen. Bereits sind in den meisten Kantonen Streikkomitees am Hirnen, Prüfen, Planen. Nur die Urschweiz zagt noch. Und bereits ist auch eine nationale Streikkoordination aktiv. Wer, was, wo, warum plus lässige Illus finden Sie auf der Website www.frauenstreik2019.ch. Einstimmig und unter Applaus hatte der Gewerkschaftsbund an seinem Kongress im Dezember Ja gesagt zu diesem zweiten Streich. Ja zu den nötigen finanziellen und persönlichen Ressourcen. Und bereits hat beim SGB Mme Frauenstreik ihre Arbeit als Kampagnenverantwortliche aufgenommen.
Früher oder später müssen wir Alternativen zum umweltschädlichen Fliegen finden. Bereits heute testen die SBB im Wallis eine Hochgeschwindigkeitszugstrecke. Und Tesla-Gründer Elon Musk propagiert rasend schnelle Elektro-Shuttles.
Ganz knapp hat der Nationalrat ein Ziel für die Beschränkung des CO2-Ausstosses im Inland abgelehnt. Damit setzte sich die Rechte gegen den Antrag des Bundesrates durch, der mindestens 30 Prozent der gesamten Reduktion im Inland einsparen wollte.
Wir enden das Jahr, wie wir es begonnen haben, mit dem Bau. Und mit guter Hoffnung: Es scheint noch im alten Jahr zu einem neuen Landesmantelvertrag zu kommen, der nicht von schlechten Eltern ist. Wir enden das Jahr aber auch mit einer Verteidigungsministerin. Der ersten der Schweiz. Der ersten der Schweiz. SVP und FDP haben CVP-Frau Viola Amherd nach der Feier ins Militärdepartement abgeschoben. Das Trostpreis-Departement VBS gehört seit 23 Jahren der SVP und den Pleiten und Pannen: Gripen-Grounding, IT-Korruption, Duro-Debakel, Stalker-Skandal, Bodluv-Abbruch usw. Nicht faul, desertiert nun Guy Parmelin nach nur drei Jahren VBS ins Wirtschaftsdepartement. Und schon fragt sich die Offiziersgesellschaft, ob das wohl gut komme mit einer «Nicht-Militär-Fachfrau» am VBS-Ruder.
Noch zahlen Elektrolastwagen in der Schweiz keine Schwerverkehrsabgaben. Wenn es nach Grünliberalen-Chef Jürg Grossen ginge, soll dies auch bis 2028 so bleiben. Mit dem Ziel, die Umstellung auf Elektrolastwagen zu fördern. Keine schlechte Sache.