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Kolumnen

Editorial

Grüezi, Züri! – Adieu, Post!

Bern ist einfach gut: Nein zur SVP-Initiative, Nein zu den Schlafzimmerspionen und nochmals Nein zu Steuer­geschenken für Grossunternehmen. Damit hat die Hauptstadt am letzten Abstimmungswochenende einmal mehr bewiesen: Links von Bern ist nichts. Keine Deutschschweizer Stadt wählt und stimmt vernünftiger als die Aarestadt. Und schon gar nicht Zürich, dessen Journis so gerne auf das oh-wie-uncoole Bern runterpinkeln. Tatsächlich hechelt Zürich Zürich-West Nasenlängen hinterher.

Editorial

Paris – Doha

Katar sei wie Schwamendingen, nur zwei Einkaufszentren, nix los. So redete einst Ex-Nati-Spieler Hakan Yakin über das kleine Emirat am Persischen Golf. Das war vor zehn Jahren. Inzwischen überstrahlt der heisse Wüstenfleck nicht nur Schwamendingen, sondern die halbe Welt. Denn Katars Herrscher, Scheich Tamim bin Hamad al Thani, Enkel von Sheik Khalifa bin Hamad bin Abdullah bin Jassim bin Mohammed Al Thani, hat einen Plan. Katar soll überall ganz vorne mitspielen: in der Wirtschaft, im Sport, im Tourismus. Scheich al Thani baut wie verrückt. Derzeit für 220 Milliarden Dollar unter anderem acht Fussballstadien und sogar eine ganze Stadt: Lusail City. Dort wird am 21. November 2022 die Fussball-WM angepfiffen. Dafür chrampfen schon jetzt über 2 Millionen Arbeitssklavinnen und -sklaven aus Indien, Nepal, Bangladesh und den Philippinen. Das ist die blutige Seite von Bling-Bling-Doha.

Editorial

Selbst-Entmachtungs-Initiative

Es war wüstes ein Hauen und Stechen: Ems-Chefin Martullo-Blocher bei Roger Schawinski zur SVP-Initiative. Sie: je brandschwärzer die Lüge, desto unflätiger der Ton. Er: ausnahmsweise nicht in der Lage, dem Gegenüber dauernd ins Wort zu fallen. So konnte die ähnlichste Blocher-Tochter wieder und wieder rotzen, bei der Selbstbestimmungs­initiative gehe es darum, «unsere Selbstbestimmung und unsere direkte Demokratie zu retten». Und das Schweizer Recht gegen fremde Richter zu verteidigen. Falsch, sagt im work-Interview der ehemalige Bundesrichter Niccolò Raselli: «Die Initiative richtet sich gegen unsere eigenen Gerichte.» Sie sei ein weiterer Versuch der Blocher-Partei, Schweizer Richter zu entmachten.

1x1 der Wirtschaft

Reichtum: Wer hat, dem wird gegeben

Neue Studien aus Skandinavien zeigen, dass die Reichsten nicht nur in absoluten Beträgen viel mehr erhalten, sondern auch auf jedem Franken Vermögen. Die Unterschiede sind eindrücklich: Während die «ärmere» Hälfte der norwegischen Bevölkerung auf jedem Franken Finanzvermögen in ihrem Besitz pro Jahr durchschnittlich 0,2 Rappen Ertrag erzielt, sind es beim reichsten Prozent 6,4 Rappen.