Ausfall-Tage steigen rasantArbeitsbedingungen machen die Menschen krank – und die Rechten pfeifen drauf
Immer mehr Arbeitnehmende chrampfen sich krank. Die Antwort der rechten Parteien: Arztgeheimnis abschaffen, 17-Stunden-Arbeitstage und noch mehr Sonntagsverkäufe für weniger Lohn.
Unfreiwillig in der Teilzeit
Im «work» sticht zum Thema «Teilzeitarbeit» vor allem eine Kennzahl hervor: «254’000 Teilzeiterwerbstätige hätten gerne ein höheres Pensum. Frauen sind knapp dreimal häufiger betroffen als Männer.» Jede siebte Arbeitskraft strebt vergeblich ein höheres Arbeitspensum an. Unterbeschäftigung ist seit 15 Jahren ansteigend.
Einer der wichtigsten Gründe, weshalb Firmen die Arbeitspensen kleinhalten, ist die Pensionskassenein-trittsschwelle, die bei 22’680 Franken Bruttolohn pro Jahr liegt. Nur wenn der Jahreslohn der Beschäftig-ten bei einem Arbeitgeber diesen Wert übersteigt, muss dieser Beiträge an die berufliche Vorsorge leis-ten. Also sind insbesondere Gastgewerbe und Reinigungsbranche darauf bedacht, ein Arbeitspensum ja nicht über diesen Schwellenwert anzuheben.
Seit der Abschaffung des Saisonnierstatuts ist das die grösste Diskriminierung in der Arbeitswelt – plus der sogenannte Koordinationsabzug, der die kleinen Einkommen in der zweiten Säule massiv benachtei-ligt.
Bis jetzt haben die Gewerkschaften auf diese skandalöse Benachteiligung leider keine Antwort.
Christoph Lips, Zeltweg 64, 8032 Zürich
Weitere Informationen dazu: Soziale Sicherheit CHSS, «Unfreiwillig in der Teilzeit», 30.3.2026, Newsletter des Bundesamts für Sozialversicherungen