Der Frauenstreik ist am 14. Juni und hat doch längst begonnen

Es geht los!

Patricia D'Incau

Frauen-Power in der Höhe, auf der Strasse und mit Schnauz: Mit diesen Aktionen werben die Frauen im ganzen Land für den Tag der Tage. work-Redaktorin Patricia D’Incau hat sich umgeschaut.

Vier Kilometer vor dem Grossen St. Bernhard stehen sechs Frauen im Walliser Morgengrauen. Im Rücken verschneite Gipfel, zu den Füssen der gähnende Abgrund. Genau 86 Meter sind es vom Les-Toules-Staudamm bis zum Boden. Die Drohne filmt, die Stoffbahn fällt: «Grève», Streik. Frauenstreik.

BISCHOFSHÜTE … Es ist das grosse Aufwärmen vor dem grossen Tag. Der 14. Juni ist fast da, die Vorbereitungen laufen. Nicht hinter verschlossenen Türen. Sondern auf Strassen und Plätzen, in Städten und Dörfern. Die Streikbuttons sind montiert, die Streikfahnen gehisst, die Streiklieder einstudiert. Noch wird an den letzten Pussyhats glismet, bald werden die pinkigen Bischofshüte aufgesetzt.

«Gleichstellung. Punkt. Amen», fordern die Frauen in den Kirchen. In den Bergen brennen Höhenfeuer, die Bäuerinnen wollen endlich Lohn. Mütter rufen zur Kinderwagen-Demo, Studentinnen schmücken Statuen. Aus Albert Einstein wird Mileva Marić. «Mileva wer?» Eben darum.

Übrigens: Selbst das Puschlav GR frauenstreikt: 200 Pharma-Frauen gehen am 14. Juni früher in den Mittag, machen länger Pause – und eine gemeinsame Streik-Aktion. Freuen tut sich da auch ein Mann: Unia-Sekretär Arno Russi. «Aifach super!» bündnert es durchs ­Telefon. Es gibt kein ruhiges Hinterland …

TROOPERS … Die Forderungen liegen auf dem Tisch. Der Gewerkschaftsbund doppelt nach: Mindestlöhne und Gesamtarbeitsverträge in allen «Frauenberufen». Besserer Kündigungsschutz bei Mutterschaft. Massnahmen gegen sexuelle Belästigung. Endlich Lohngleichheit!

… UND SCHNÄUZE! Dafür kämpfen Basler Sturmtrupplerinnen in Lila und die Waadtländerinnen mit Schnauz. Denn mit Schnauz gibt’s in der Schweiz im Moment nämlich mehr: mehr Lohn, mehr Zeit, mehr Respekt.

Am 14. Juni wollen die Frauen das ändern. Tausende sind schon parat.

Der Frauenstreik am 14. Juni

Die Frauen haben genug: Am 14. Juni 2019 kommt der zweite Frauenstreik. Es geht um Lohngleichheit und unbezahlte Haus­arbeit. Um Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Und um das Ende von Sexismus und Gewalt. Alle Hintergründe zu den Streik­forderungen, den geplanten Aktionen und den Vorbereitungen in den verschiedenen Regionen gibt es auf: www.workzeitung.ch/frauenstreik

 


Weitere Artikel zum Thema:

1 Kommentar

  1. Nora

    Super!

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus.