Laura mal lautLaura streikt, du auch?
In letzter Zeit haben ausnahmslos alle meine weiblichen Gspönli im Laden sich über ihre Müdigkeit beklagt.

Die Werte der SVP sind für mich rassistisch, faschistisch, kapitalistisch, absurd, verwirrend und unmenschlich. Alle diese Merkmale weist ihre «Nachhaltigkeitsinitiative» klar auf, über die wir am 14. Juni abstimmen werden. Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie Menschen andere Menschen ausschliessen können. Ständig werden Herkunft, Geschlecht, Kultur und Religion für Hass und Angstmacherei instrumentalisiert.
Meine Empörung teilte ich kürzlich meinem Vater mit, und wir sprachen über die Initiative. Er sagte ernst: «Das ist nicht das erste Mal und wird nicht das letzte Mal sein, dass die Bürgerlichen uns loswerden möchten. Kennst du Schwarzenbach? Der wollte uns damals auch nicht hier haben.» James Eduard Schwarzenbach war Ende der 1960er und 1970er Jahre ein rechtspopulistischer Politiker im Nationalrat und wollte mit der Schwarzenbach-Initiative die Schweiz vor «Überfremdung» schützen. Wäre die Initiative angenommen worden, hätten bis zu 400 000 Menschen ausgewiesen werden müssen. Mein Vater kam in den 1960er Jahren ohne Geld, ohne Ausbildung und ohne Deutschkenntnisse aus Spanien hierher und arbeitete zuerst als Küchenhilfe. Er kam aus einem Land, das heute nicht mehr existiert. Dort herrschten Hass, Ausgrenzung und Diskriminierung. Der Faschismus war an der Macht. Es war das Spanien unter Franco.
Mein Vater war auch in der Schweiz ständig mit Hass konfrontiert und arbeitete doppelt so hart, um nicht die Arbeit zu verlieren, und er hatte lange Angst, dass er seine neue Heimat verlassen müsste. Mein Papi ist mittlerweile fast sechzig Jahre hier, Spanien hat sich zu einem demokratischen Rechtsstaat verändert, und auch die Schweiz hat einen Wandel hinter sich. «Die Schweiz, wie du sie jetzt kennst, gab es damals nicht. Wir haben die Schweiz mitaufgebaut. Damals gab es nichts! Zum Beispiel: Wer hat die Gotthardröhre gebaut? Das waren allesamt Migranten, viele Italiener, und viele sind gestorben! Und immer und überall hörte ich ausländerfeindliche Bemerkungen. Weisst du, dass mal ein neuer Arbeitskollege mit mir nicht arbeiten wollte? Er sagte mir, von Ausländern lasse er sich nichts sagen», erzählte er wütend. Ja, diese Erfahrungen hinterlassen Narben, die lebenslang bleiben.
Ich frage mich, was ich meinem Sohn in zwanzig Jahren erzählen werde. Wie werden Spitäler, Alterszentren, die Gastronomie, der Bau und der Detailhandel dann funktionieren? Das entscheiden wir am 14. Juni.
