Belästigung, Vergewaltigung, Mord: Die Opfer sexueller Gewalt sind mehrheitlich Frauen und Mädchen. Erstmals zeigen neue Zahlen das Ausmass des männlichen Terrors.
Die Frauen und Männer der Theaterwerkstatt Felsenau haben für den Tag der Tage eine einmalige Requisite kreiert. work war beim letzten Anstrich dabei.
Madlen Schär aus Bern verhilft ihren Kundinnen und Kunden mit einem neuen Haarschnitt zu einem besseren Lebensgefühl. Ziemlich unattraktiv findet sie aber die Arbeitsbedingungen in ihrer Branche. Deshalb ist sie am Frauenstreik dabei.
Ein Vormittag im Bus. «Den kenne ich», denkt die Briefträgerin und schaut in das Gesicht des stummen, allein sitzenden Fahrgasts mit der Weissweinflasche in der Hand. «Rosenweg 21, zweiter Kasten von links – aber wie heisst er schon wieder?» Die Briefträgerin sieht den Hauszugang vor sich, die Kastenanlage, die Anordnung der Kästen. Sie weiss, dass er einen Stop-Kleber hat. Doch sein Name fällt ihr nicht ein. «Es ist der Mann, der selten Post bekommt und nie ein Wort redet.»
Am 14. Juni streiken auch Kinderbetreuerinnen in Zürich mit. work hat die Gruppe «Trotzphase» an ihrem letzten Vernetzungstreffen besucht.
MEGA MOTIVIERT:...
Der Frauenstreik von 1991 war ihre Idee. Nun verrät Liliane Valceschini (81), wie es dazu kam und was der Streik mit ihrer italienisch-schweizerischen Familiengeschichte zu tun hat.
Und work kommt mit einer Extra-Frauenstreik-Ausgabe. Mit über 60 Frauen auf 18 Seiten. 37 Frauen, die sagen, warum sie heute am Streik dabei sind: Pflegefachfrauen, Uhrenarbeiterinnen, 1 Regierungsrätin, Serviceangestellte, 1 Bäuerin, Fussballerin Sarah Akanji und die höchste Schweizerin: Nationalratspräsidentin Marina Carobbio Guscetti. Sie unterbricht heute die laufende Session im Bundeshaus zwischen 11 Uhr und 11 Uhr 15 für den Frauenstreik. Dies ganz zum Wutanfälleli von SVP-Kläffer Andreas Glarner: «Was für ein Unwort: ‹Frauenstreik›! Welche normale Frau, meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen, will denn streiken? Und wenn ja, wofür?»