Gegen die radikale SVP-Initiative
Die Unia-Basis sagt am 14. Juni Nein zum Chaos!

Ob Pfleger, Verkäuferin, Baubüezer oder Konditorin: Deshalb stimmen die Unia-Mitglieder am 14. Juni Nein zur Chaos-Initiative.

KLARE KANTE: Die Unia-Mitglieder positionieren sich zur Chaos-Initiative.
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«Das ist schlicht Gugus»

Luana Berther, 32, Bildung Pflege, Uster ZH   

«Die SVP-Initiative ist für mich schlicht Gugus. Ein Ja wäre ein echtes Problem für die Pflege und am Ende für uns alle, die einmal gut betreut alt werden wollen. Ich begleite FaGe- und AGS-Auszubildende, also genau die Leute, die den Alltag in der Pflege stemmen. Die meisten meiner Lernenden haben einen Migrationshintergrund. Sie sind nicht das Problem, sie sind unsere Zukunft. Wir brauchen mehr von ihnen, nicht weniger: Gerade weil unsere Gesellschaft immer älter wird.» 


«Schweizer Kultur zerstören» 

Aksel Jessen, 22, Informatiker

«Diese Initiative könnte unser Land zerstören, demographisch und wirtschaftlich. Die Schweiz ist ein Land der Ein- und Auswanderer. Die Migration zu beschränken zerstört unsere Schweizer Kultur.»


«Das wäre eine Katastrophe»

Evelin Meierhofer, 39, Konditorin, Winterthur  

«Unsere ausländischen Kolleginnen und Kollegen könnten nie mehr ein normales Leben führen. Denn die Initiative will das Recht auf Familiennachzug aushebeln. Ich meine, geht’s noch? Das führt direkt in die Zweiklassengesellschaft! Und auf der Arbeit müssten wir alle nur noch rennen. Doch kompensieren liesse sich der Personalmangel trotzdem nicht. Für meine Branche, Tourismus und Gastronomie wär’s eine Katastrophe.»


«Klassische Spaltungspolitik» 

Kai, 21, Informatiker

«Es geht um eine klassische Spaltungspolitik und um nationale Abschottung. Es geht nicht um Solidarität, nicht um den Schutz der Arbeitnehmenden, nicht um Wohlstand und nicht um Menschenrechte.» 


«Dann gute Nacht, Schweiz»

Goran Trujic, 54, Mechaniker bei Novartis, Stein AG  

«Wenn diese Initiative durchkommt, dann gute Nacht, Schweiz! Etwas Radikaleres 
von der SVP gab es noch nie: Es geht um die Aushebelung der GAV und des Lohnschutzes. Aber in der heutigen Zivilisation kannst du das nicht machen. Wer arbeitet im Spital und auf dem Bau? In der Pharma haben wir 50 Prozent Grenzgänger. Meine Eltern waren als Saisonniers in der Schweiz. Ich habe sie in den Baracken besucht, aber erst im Alter von 15 Jahren durfte ich mit ihnen zusammenleben. Eine Rückkehr zu diesen Zuständen sollten wir unbedingt verhindern.»


«Die Regale wären leer»

Doris Schneeberger, 54, Verkäuferin, Zürich   

«Ich stimme klar gegen die Chaos-initiative, weil der Verkauf ohne Migrantinnen und Migranten schlicht nicht funktioniert. Das fängt schon auf dem Gemüsefeld an. Der Lastwagenfahrer, der Logistiker und die Verkäuferin – die meisten von ihnen haben Migrationshintergrund. Ohne diese Leute wären die Regale in den Läden leer. Diese Arbeitskräfte tragen zum Wohlstand der Schweiz bei.» 


«Eine grosse Lüge» 

Lana, 21, Coiffeuse

«Diese Initiative ist eine grosse Lüge. Sie versucht, uns mit schönen Sätzen einzulullen, doch die Folgen wären sehr schlimm. Wenn die SVP von Nachhaltigkeit spricht, muss man sich schon überlegen, was sie damit wirklich bezwecken will. Diese Initiative ist rassistisch und gefährdet alle Arbeitnehmenden, insbesondere auch Menschen in prekären Situationen, mit oder ohne Schweizer Pass, und auch die Frauen.»


«Menschenunwürdig!»

Ivanka Mitrovic, 18, Fachmittelschülerin

«Die Chaosinitiative ist menschenunwürdig, und ich sehe nicht ein, wieso manche Menschen mehr Wert haben sollen als andere.» 


«Gegen die Spaltung der Arbeiterklasse» 

Andri Meier, 24, Chemielaborant

«Ein klares Nein gegen die Chaos-Initiative ist die einzige Option, wie wir die Spaltung innerhalb der Arbeiterklasse nicht mehr weiter befeuern können.» 


«Ausländerfeindlich» 

Dominique Hodel, 35, Teamleiterin Detailhandel, Bern

«Die SVP-Initiative tut so, als würde sie reale Probleme angehen, dabei ist sie schlicht ausländerfeindlich und unmenschlich. Sie würde kein einziges Problem lösen, sondern viele neue schaffen. Was mich zornig macht: In meinem beruflichen Umfeld merke ich, wie verunsichert meine Kolleginnen und Kollegen ohne Schweizer Pass sind – manche haben sogar richtig Angst. Denn immer, wenn eine SVP-Initiative wieder ‹die Ausländer› zu -Sündenböcken für alle Probleme macht, verändert sich die Stimmung im Land und auch in den Läden: Die komischen Blicke nehmen zu, teilweise fallen sogar böse Bemerkungen. Dabei würden ohne Migrantinnen und Migranten weder der Verkauf noch das Gastgewerbe noch der Bau noch die Pflege funktionieren. Ich hoffe sehr und engagiere mich dafür, dass diese Chaosinitiative abgelehnt wird.»


«Aufgeschmissen!» 

Thalia, 21, Lernende Pflege

«Ohne Migrantinnen und Migranten wären wir in der Pflege noch aufgeschmissener, als wir es ohnehin schon sind.» 


«In der Pflege sind wir heute schon am Limit» 

Sergio, 25, Pfleger

«Aus Sicht des Gesundheitswesens wäre diese Initiative sehr negativ, weil es die Situation für die nächsten 10 bis 20 Jahre zusätzlich erschweren würde. Wir in der Pflege sind heute schon am Limit. Die Unterversorgung, insbesondere von älteren Menschen, würde zunehmen. Ich lehne die Initiative auch deshalb ab, weil Migrantinnen und Migranten die Schweiz aufgebaut haben. Das wäre ein Angriff auf all diese Menschen. Diese Initiative wäre eine Katastrophe für unser Land und für die nächsten Generationen.» 


«Wir könnten dichtmachen»

Lukas Tarczali, 26, Heizungsinstallateur, Langwiesen ZH  

«Wenn die SVP damit durchkommt, kannst du unsere Branche gleich dichtmachen. Uns fehlt ja schon jetzt der Nachwuchs. Käme auch noch diese Initiative durch, könnten wir nicht einmal den aktuellen Bestand halten. Firmen würden schliessen. Die Endkunden hätten dann extreme Wartezeiten und erhöhte Kosten. Und überhaupt: Die ganze Initiative ist eine einzige rassistische Frechheit. Und verlogen noch dazu! Für ‹Nachhaltigkeit› ist die SVP genau so lange, bis sie ein neues Thema gegen Migranten gefunden hat.»


«Löhne geraten unter Druck»

Hans Eberli, 60, Elektrobauleiter, Bürglen TG 

«Bei uns im Betrieb ist die Initiative noch kein grosses Thema, aber ich denke, die meisten sind gegen sie. Ist ja logisch! Erstens haben wir im Thurgau keinen ‹Dichtestress›. Im Gegenteil sucht das Elektrogewerbe dringend Fachkräfte. Und so viele Schweizer, wie wir bräuchten, gibt es gar nicht. Und zweitens: Wenn die Bilateralen fallen, fallen auch die flankierenden Massnahmen zum Lohnschutz. Und dann kannst du auch den GAV kübeln. Ein Ja führt zurück zum Saisonnierstatut, das alle Ausländer via Arbeitsbedingungen erpressbar machte. Ganz nach dem Motto: Friss oder stirb! So geraten die Löhne von uns allen unter Druck.»


«Gesundheitssystem geht unter» 

Paula Will, 20, Lernende FaGe

«Ich arbeite in einem Spital im Grenzkanton Schaffhausen, und ich hätte noch keine einzige Schicht arbeiten können ohne Migrantinnen und Migranten oder Grenzgänger aus Deutschland. Ohne ihre Expertise geht unser Gesundheitssystem unter.»


«Kein Saisonnierstatut» 

Tim Baumgärtner, 23, Konstrukteur, Stachen TG

«Auf der Arbeit gibt es schon einige, die wohl Ja sagen. Ich persönlich lehne die Chaosinitiative jedoch klar ab, weil sie ein direkter Angriff auf uns Arbeiterinnen und Arbeiter ist. Fällt die Personenfreizügigkeit, fallen auch die flankierenden Massnahmen und damit der Lohnschutz und wirksame Kontrollen der Arbeitsbedingungen. Für Menschen ohne Schweizer Pass wäre die Situation noch drastischer, da die Rückkehr zu einem Saisonnierstatut drohen könnte. Das hat bereits in der Vergangenheit zu massiver Entrechtung geführt. Solche Zustände dürfen sich nicht wiederholen.»


«Kämpfen wir vereint» 

Noah, 28, Bauspengler, Winterthur ZH

«Einmal mehr wird versucht, die Arbeiterinnenklasse zu spalten – in Einheimische und Ausländer. Während von Überfüllung geredet wird, profitieren die Reichen von unserer Arbeit. Sie wollen den Lohnschutz schwächen und uns gegeneinander ausspielen. Doch wir wissen, wer jeden Tag mit uns auf der Baustelle, in den Spitälern oder in den Fabriken arbeitet, wer mit uns in der Gewerkschaft ist, wer mit uns die Streikposten stellt und Schulter an Schulter mit uns kämpft. Lassen wir uns nicht spalten, und kämpfen wir vereint für eine gerechte Zukunft ohne Ausbeutung, Krieg und Krise!» 

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