Ems-Chemie: Chefin Martullo-Blocher will partout keine Kurzarbeit

Entlassungen und Dividenden

Ralph Hug

Bei Martullo-Blochers Ems-Chemie gibt’s keine Kurz­arbeit. Dafür Entlassungen für die Angestellten und ­Dividenden für die Aktionäre.

SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher. FOTO: ZVG.

Die Corona-Krise bremst auch die Ems-Chemie AG. Der Umsatz des Unternehmens ist seit Jahresbeginn um 18 Prozent eingebrochen, es winkt weniger Gewinn. Autoritär steuert Martullo den Laden durch die Krise. Oberstes Prinzip: teure Arbeitsausfälle durch Corona-Kranke verhindern.

Bereits im März liess sie in der Werkskantine rote Linien markieren, verordnete Schutzmasken und zwang die Mitarbeitenden, bei Ferienanträgen auch das Land anzugeben, wo sie den Urlaub verbringen. Das ist unzulässig, wie Arbeitsrechtler Prof. Thomas Geiser «Blick» bestätigte.

Martullo entliess langjährige und ältere Mitarbeitende in der Ems-Tochter Eftec.

RABIAT. Um jeden Preis will Martullo Anträge für Kurzarbeit vermeiden. Stattdessen müssen Jahresarbeitszeitmodelle zur Bewältigung der Flaute herhalten. Und Entlassungen. So liess Martullo langjährige und ältere Mitarbeitende in der Ems-Tochter Eftec in Romanshorn auf die Strasse setzen. Dies enthüllte die WOZ. Ein Betroffener war in Thailand in den Ferien gewesen und hätte bei der Rückkehr für zwei Wochen in Quarantäne ­gehen müssen. Diese wären ihm als Minusstunden angerechnet worden. Doch noch während der Quarantäne wurde er per sofort frei­gestellt. Aus «wirtschaftlichen Gründen».

Anscheinend mussten in Ems auch Temporäre gehen. Das weiss Lukas Auer, Industriesekretär bei der Unia Ostschweiz-Graubünden, aufgrund von Ratsuchenden, die bei der Unia angeklopft hatten. Ems-Mediensprecher Conrad Gericke jedoch wiegelt ab: Die Anzahl der Temporären schwanke naturgemäss. «In den letzten zwei Wochen hat sie sich sogar noch erhöht», so Gericke zu work.

KRISEN-DIVIDENDEN. Mit ihren unzimperlichen Methoden spart Martullo Kosten auf dem Buckel der Beschäftigten. Diese fürchten um ihren Job und schweigen. Dass Martullo Kurzarbeit scheut wie der Teufel das Weihwasser, hat handfeste Gründe. Das Parlament diskutiert derzeit ein Verbot von Dividenden für Firmen, die wegen Corona Kurzarbeit angemeldet haben. Der Bund hat die Möglichkeiten der Kurzarbeit infolge der Pandemie mit acht Milliarden Franken Steuergeldern massiv erhöht. Wenn nun auf diese Weise Gewinne für Aktionärinnen und Aktionäre in der Krise von der All


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3 Kommentare

  1. Franziska Hulliger

    Die SVP ist die Partei die die Wirtschaft in den Vordergrund stellt, statt die Menschen. Sie sind die Partei den Menschen nichts gutes wollen indem das sie IV-Kürzungen vornehmen, die Krankenkassen erhöhen wollen. die Kinderrenten, Geld für Armutsbekämpfung, Sozialhilfe-Grundbedarf, Prämienverbilligungen kürzen wollen. Rentenalter erhöhen wollen. Steuern für Reiche und Konzerne senken wollen und Steuerzahlern sollen Bussen von Banken zahlen. Die SVP will auch Höchstarbeitszeiten für Angestellte abschaffen. Wasser privatisieren usw. Die SVP ist schlichtweg eine Partei die es gar nicht geben dürfte. Bei denen steht das GELD im Vordergrund und nicht der Mensch. Der Mensch kommt vor der Wirtschaft. Das ist wohl allen klar. Ich hoffe es wenigstens. Da ist seitens der SVP ein riesen Skandal im Gange wie man hier im Artikel lesen kann. Siehe auch Magdalena Martullo Blocher sie beweist es ja Tagtäglich, dass sie nicht bemüht ist für das Wohl der Menschen sondern nur ums Geld. Und so eine will für die Arbeitnehmer sein? In meinen Augen wird die Coronavirus-Krise auch benutzt von den grösseren Unternehmen ( Arbeitgeber ) um Arbeitsplätze zu säubern um nachher billigere Arbeitnehmer wieder einzustellen. Die SVP nimmt die Krise sehr ernst und entlässt Mitarbeiter zugunsten von Arbeitgebern obwohl der Bundesrat ganz klar sagte, dass man Kurzarbeit beim RAV anmelden kann. Auch die weiteren Auszahlung von Millionen Dividenden und Boni`s Ausschüttungen sind einen Grund für solche Kündigungen die absolut daneben sind. Untragbar so etwas. Die SVP geht nach dem MOTTO: Geld Regiert die Welt.

  2. Zweifel Esther

    Hallo zäme,
    Als die Frage per sms/mail bei mir ankam, hatte ich 100% keine negative antwort, betreff Arbeitgeber.
    Gerade bin ich doch wegen 1 em sehr verunsichert.
    Bin von anfang an ca. 5 jahre am putzen. Ich habe viel gesehen und weiss auch mehr. Seine art gefällt mir weniger. Heute werde ich ein gespräch per telefon, mit derjenigen person suchen. Er hat dort schon seine gute/schmeichelseite eingebracht. Mal schauen.

  3. Normaler Mensch

    >>>Bereits im März liess sie in der Werkskantine rote Linien markieren, verordnete Schutzmasken und zwang die Mitarbeitenden, bei Ferienanträgen auch das Land anzugeben, wo sie den Urlaub verbringen. Das ist unzulässig, <<<

    Bitte ??? Was ist daran falsch ???
    Das würde jeder vernünftige Mensch auch so machen.
    Bitte Maskenpflicht und social Distance auch am Arbeitsplatz ! Auch bei KMU. Die Forderungen der SVP sind doch richtig.
    Parteipolitisches Denken ist der Tod ! Spätestens Ab 25. Januar sollte jedem normalen CH-Menschen klar sein, dass ein Virus kommt, aber keiner hatte Masken auf, keiner ging auf Distanz, obwohl in China das alle machten.

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