Eine CO2-neutrale Schweiz bis 2030 ist machbar

So geht's konkret!

Noch niemand hat bisher konkret aufgezeigt, dass der schnelle ökosoziale Umbau machbar ist. Jetzt präsentiert work in seiner Technologiepolitik- und Umwelt-Rubrik «Rosa Zukunft» den grossen Klima-Umbauplan in 19 Tafeln:

DER GROSSE WORK-KLIMA-UMBAUPLAN

Die deutsche Regierung hat am 20. September 2019 ihr Klimaschutzprogramm 2030 ver­abschiedet. Zeitgleich zu den Verhandlungen im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel demonstrierten 1,4 Millionen vorab junge Menschen für radikalen Klimaschutz. Sie kritisierten, die Massnahmen der Regierung kämen zu spät und seien unverbindlich.

Trotzdem ist Deutschland der Schweiz in Sachen erneuerbarer Energien weit voraus: Es steigt bereits 2022 vollständig aus der Atomenergie aus und will den CO2-Ausstoss viel rascher ­senken. Nämlich bis 2030, um 4 Tonnen pro Kopf, während die Schweiz für die Senkung um 5 Tonnen 20 Jahre länger braucht. Wenn die Ziele nicht erreicht werden, verschärft Deutschland die Massnahmen. Allerdings ­kritisiert die deutsche Linke zu Recht, dass das klimapolitische Paket der Regierung Merkel zu wenig sozialverträglich sei.

BOSCH MACHT’S VOR. Nur ein kleiner Teil der Menschen verzichtet freiwillig auf das Fliegen oder geht vegan durchs Leben. Ein ökologischer Umbau, der auf Verzicht setzt, tut der Seele gut, aber bringt uns politisch nicht weiter. Eine CO2-neutrale Schweiz ist möglich, ja rasch möglich, aber nur, wenn wir auf moderne Technologien setzen. Wir produzieren in der Schweiz pro Person und Jahr 5 Tonnen CO2. Wenn wir die graue ­Energie – also jene Energie, die wir in Form etwa von ­neuen Autos importieren – und den Luftverkehr ­einrechnen, sieht unsere Bilanz weniger gut aus: Wir sind pro Kopf nicht für 5, sondern für 12 Tonnen CO2-Ausstoss verantwortlich. Noch. Denn die Summe der importierten grauen Energie wird kleiner. Weil andere Länder mehr machen als die Schweiz. Und weil der Luftverkehr vermutlich schneller, als wir denken, auf synthetisches Kerosin umstellt. Fast alle beginnen sich mit der Klimaerwärmung zu beschäftigen. Selbst der Papst.

Ganz vorne dabei beim grünen Umbau ist der deutsche Industriekonzern Bosch, der weltweit 140’000 Menschen in 400 Werken beschäftigt. Bosch-CEO Klaus Müller sagt: «Bosch will von 2020 an schon klimaneutral sein. Klimaschutz ist jetzt nötig, nicht irgendwann.»

Erst 2050 will dagegen der Bundesrat die CO2-Neutralität. Mutiger sind die Klimajugendlichen: sie fordern 2030. Das ist realistisch. work zeigt, wie: mit 19 Tafeln.

SOZIAL. In der klimapolitischen Debatte müssen wir drei Leitlinien im Auge behalten:

  • Erstens: Niemand hat mehr Interesse an der Erreichung der Pariser Klimaziele als die Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen und Renten. Sie leiden am meisten, wenn es immer wärmer wird. Auf den Baustellen, in den Fabriken und Büros, in den Wohnungen, Altersheimen und Spitälern.
  • Zweitens: Der schnelle ökologische Umbau wird Arbeitsplätze schaffen – in den Universitäten, in den Fabriken und auf dem Bau. Wir ersetzen den Import von Öl, Gas und Uran zu einem schönen Teil durch Arbeit und Investitionen in der Schweiz. Etwa mit dem Bau und Einbau von Wärmepumpen und Fenstern der nächsten Generation.
  • Drittens: Der ökologische Umbau muss sozial- und randregionenverträglich sein. Dies geht am besten mit Lenkungsabgaben, die vollständig zurückerstattet werden. Gezielt sozial und gezielt für den ländlichen Raum. Und mit einer Nationalbank, die 100 ihrer 800 Milliarden in den ökologischen Umbau investiert.

Den grossen work-Klima-Umbauplan gibt’s auch im PDF (Seite 10-13). Eine Vorversion erschien zuerst in der linken Oberwalliser Zeitung «Rote Anneliese».

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