Gewalt, Missbrauch, Zwangsarbeit: Das taten die Schweizer Behörden Zehntausenden an

«Wie konnte ein ganzes Volk einfach zuschauen?»

Patricia D'Incau

Über Jahrzehnte hat die Schweiz Kinder und Jugendliche unschuldig weggesperrt. Gabriela Pereira (55) ist eine von ihnen. work erzählt sie ihre Geschichte.

GABRIELA PEREIRA: «Uns wurde relativ schnell klargemacht, wie wir uns als Opfer zu verhalten hätten: dankbar sein und stillhalten.» (Foto: Yoshiko Kusano)

Das Foto ist über fünfzig Jahre alt: Eine Frau sitzt in einem blütenweissen Bett. Sie lehnt sich an ein Kissen, in den Armen hält sie ein kleines Bündel Mensch. Auf dem nächsten Bild liegt das Baby an der Brust eines schlanken Mannes. Liebevoll drückt er es an sich. Er strahlt.

Das Neugeborene ist Gabriela Pereira, geboren am 3. Februar 1964 in Wohlen AG. Es sind Szenen einer glücklichen Familie. Der Ausblick auf ein Leben, wie es hätte sein können – wenn nicht die Schweizer Behörden es zerstört hätten.

Denn wenige Monate nach der Geburt wird Gabriela ihren Eltern entrissen. Sie wird in ein Waisenhaus gebracht und staatenlos gemacht. Weil die Mutter und der Vater, eine Portugiesin und ein Schweizer, nicht verheiratet sind. Und weil es das Schweizer Recht jahrzehntelang erlaubte, ohne Gerichtsentscheid über Menschen zu verfügen und sie wegzusperren (siehe Box unten).

DURST UND KÄLTE

Wenn Gabriela Pereira die Fotos zeigt, überkommen sie Schmerz, Trauer, Wut. Sie sagt: «Fast ausnahmslos wird behauptet, dass die Kinder, die damals weggesperrt wurden, aus zerrütteten Familien kämen.» Sie weiss: «Das ist nicht einmal die halbe Wahrheit.»

Die Akten bestätigen das. Dass die Eltern heiraten wollen, der Vater finanziell für die Familie sorgt und die Scheidung von seiner Noch-Ehefrau vorantreibt, ist den Behörden bekannt. Trotzdem wird Gabriela geholt. Da ist sie gerade 18 Monate alt.

Ein Jahr lang sieht Gabriela ihre Familie nicht wieder. Das Heim, in dem sie ist, wird von Menzinger Schwestern geführt. Frauen, die zum Gotteslohn arbeiten. Völlig überfordert, mit bis zu 30 Kindern unterschiedlichen Alters, ohne genügend Windeln und warmes Wasser, wie Gabriela Pereira vermutet. Genau weiss sie es nicht. Sie sagt: «Ich habe gezielt nachgefragt, aber keine Antwort bekommen. Die katholische Kirche sperrt.»

Was in diesem Heim mit ihr passiert, kann Pereira nicht beschreiben. Sie war noch ein Kleinkind. Dennoch sagt sie: «Ich habe Erinnerungen. In Form von massivem Durst, Schmerzen und Kälte.»

STÄNDIGE ÜBERWACHUNG

Der Vater schafft es schliesslich, Gabriela aus dem Heim und die Familie in sein Haus im zürcherischen Seuzach zu holen. Der Gemeinde muss er für Gabriela ein Depot von 25’000 Franken zahlen. Als Sicherheit für allfällige «Armengenössigkeit». Es ist die einzige Chance für die Familie, zusammen zu sein.

Doch sie bleibt es nicht lange. Am 6. Mai 1967 stirbt der Vater an Krebs. Die Mutter ist auf sich alleine gestellt: Sie arbeitet, wo sie nur kann. Als Serviertochter, Küchenhilfe, als Putzfrau und Haushaltshilfe. Auf das Geld, das Gabrielas Vater als Sicherheit zurückgelassen hat, hat sie keinen Zugriff. Die Gemeinde behält es ein. Sie überweist der Mutter davon einen kleinen Beitrag für Gabriela, am Anfang sind es nur 100 Franken pro Monat.

Gabriela wird unter Beistandschaft gestellt. Weg kann die Familie nicht. Das Geld ist an die Gemeinde gebunden. Bei einem Umzug würde es an die Erben des Vaters fallen. Er hat die Scheidung nicht mehr erlebt, hinterlässt eine Witwe und Kinder.

Also bleiben Gabriela und ihre Mutter in Seuzach. Im Dorf wird das Mädchen als «Bastard» und «Tschingg» beschimpft. Die Buben wollen sie verprügeln. Von der Tagesmutter, zu der sie später kommt, spricht Gabriela Pereira nur als «die brutale Frau Gerber». Selbst das eigene Zuhause ist kein sicherer Ort. Pereira erzählt: «Ich kenne jenste Momente, in denen einfach Leute in unsere Wohnung eingedrungen sind. Der Psychiater, die Fürsorgerin …» Die Mutter habe versucht, das abzufedern mit ihrer warmherzigen Art: «Sie hat mit mir gespielt, Rock’n’Roll getanzt und gelacht.»

Entschädigung für Opfer: Aufhebung der Frist gefordert

Ein Gerichtsurteil war nicht nötig: Mittels Zwangsmassnahmen und «administrativer Versorgung» haben die Schweizer Behörden mindestens 60’000 Kinder und Jugendliche in Heime und Gefängnisse gesperrt, zwangssterilisiert oder als Verdingkinder an Bauernfamilien versteigert. Unter vorgeschobenen Gründen wie etwa «Arbeitsscheue» oder «Liederlichkeit». Erst unter dem Druck der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) wurde 1981 der Horror beendet.

ZU WENIG ZEIT. Ende 2016 richtete der Bund einen Fonds zur «Wiedergutmachung» ein. Ehemalige «Versorgte» konnten ein Gesuch stellen und einen Solidaritätsbeitrag von 25’000 Franken einfordern. Die Frist lief am 31. März 2018 ab, nach rund einem Jahr.

Viel zu schnell, findet Gabriela Pereira. Sie hat ein Gesuch eingereicht, weiss aber: Viele Betroffene leben unter prekären Bedingungen, haben von der Frist nichts gewusst und brauchten mehr Zeit, um die Akten einzusehen. Sie fordert: «Es darf keine Frist geben. Es hätte nie eine geben dürfen!»

Das sagt auch Jean Ziegler. Im Juni 2018 schrieb er darüber im work: «Verbrechen gegen die Menschlichkeit kennen keine Verjährung.»

VERHÄNGNISVOLLE FLUCHT

Eines Abends taucht vor dem Haus ein Auto auf. Gabriela wird mitgenommen und ins Heim Freienstein gebracht. Es liegt am Fusse des Irchels, hat zwei Häuser: das grössere für die Buben, das kleinere für die Mädchen. Dort wird Gabriela in ein Vierbettzimmer geführt und ins Bett gebracht. Vier Jahre lang muss sie bleiben.

Obwohl Gabriela von ihrer Fürsorgerin als hochintelligentes Kind beschrieben wird, kommt sie in Freienstein in die Sonderschule. Am Nachmittag müssen die Kinder arbeiten. «Die Buben mussten im Stall helfen und die Meitli in Haus und Garten. Wäscherei, Küche, alles», erinnert sich Gabriela Pereira. Im Sommer haben sie schwere Sonnenbrände, im Winter Kuhnagel. Besonders ein Lehrer ist Pereira in Erinnerung geblieben: «Der fand es total lustig, wenn wir Schmerzen hatten. Der hat uns sogar noch ausgelacht.»

Den Kindern wird gesagt, sie müssten sich ihren Aufenthalt in Freienstein verdienen. Gabriela Pereiras Stimme zittert: «Heute weiss ich: Wir haben das bezahlt. Meine Familie hat diese Folter selber bezahlt.» In den Akten steht, wie viel: Fast 30’000 Franken hat das Heim für Gabriela erhalten.

Eines Nachts sitzt ein Praktikant auf Gabrielas Bettrand: «Er hat mich gestreichelt und flüsterte: Du gehörst zu jenen Frauen, die immer schöner werden. Ich war 9 Jahre alt!»

Gabriela beschliesst zu fliehen. Sie packt das Nötigste zusammen. Ein Mädchen bemerkt es und will mit. Sie steigen den Hügel ins Dorf hinunter und verstecken sich im Wald. An der Töss stellen sie ein Zelt aus Leintüchern auf. Dann bekommt das Mädchen Angst, sie will zurück nach Freienstein. Wiederstrebend geht Gabriela mit.

Zurück im Dorf, begegnen sie einem Mann. Er begreift, dass er zwei Heimkinder vor sich hat. «Wir konnten nicht wegrennen, er war zu gross», erinnert sich Gabriela Pereira. Weil sie sich wehrt, packt er sich das andere Mädchen. Er vergewaltigt sie, «mit dem Finger», erzählt Pereira.

Noch lange fühlt sie sich schuldig, weil sie sie nicht beschützen konnte. Jahre später erfährt sie, was aus dem Mädchen wurde: «Sie hat früh geheiratet und eine Familie gegründet. Als das zweite Kind auf die Welt kam, hat sie sich umgebracht.»

Nicht lange nach dieser Nacht kann sich auch Gabriela nicht mehr schützen. Im Pro-Juventute-Lager hat es ein junger Leiter auf sie abgesehen. Er vergewaltigt sie, jede Nacht.

«Es ist ein Wunder, dass ich es überlebt habe.»

EIN STÜCK FREIHEIT

Als Gabriela endlich zur Mutter zurückkehrt, ist sie 11 Jahre alt, traumatisiert und selbstmordgefährdet. Sie rettet sich in Bücher und in die Literatur. Sie sagt: «Es ist ein Wunder, dass ich es überlebt habe.»

Als Mutter und Tochter schliesslich nach Zürich ziehen, ist das ein Befreiungsschlag. Aus der Enge des Dorfs kommt Gabriela in die grosse Stadt. Die Sozialarbeiterin, zu der sie kommt, ist eine herzliche Frau. Sie besorgt Gabriela ein Fahrrad. «Ich bin überall hin, habe alles entdeckt. Die Limmat, Fluntern, den Üetliberg», erzählt Pereira lächelnd.

Endlich hat sie einen Freundeskreis, ein soziales Netz. Als eine ihrer Freundinnen die Matura macht, lernt Gabriela mit. «Während alle anderen draussen planschten, sassen wir in der grössten Sommerhitze in der Stube am Lernen, diskutierten über Salvador Dalì und seine künstlerische Verarbeitung des Faschismus», erzählt Pereira. Es ist eine ihrer schönsten Erinnerungen.

Gabriela selbst besucht die Realschule, auch wenn sie dafür viel zu intelligent ist. Weil sie Ausländerin ist und keine reiche Familie hat, bleibt ihr eine bessere Bildung verwehrt. Von ihrem Lehrer wird Gabriela als dumm bezeichnet, als «Tschingg» beschimpft und geschlagen. Sie sagt: «Er war ein Sozialdemokrat. Und dennoch ein Ausländerfeind und sozialer Rassist.»

Trotzdem fühlt sich Gabriela in Zürich zum ersten Mal frei. Endlich hat sie eine Heimat gefunden, ein Umfeld. Doch dann kommt der nächste Bruch.

Als die Drogenszene in Zürich wächst, wird Gabriela wieder versorgt. Präventiv, denn mit Drogen hat sie nichts zu tun. Die Sozialarbeiterin will das Beste für Gabriela und tut doch genau das Falsche: 1980 kommt sie in ein Institut in der Westschweiz. Dort werden höhere Töchter in Sekretariatsarbeiten ausgebildet. Wieder ist Gabriela das «dumme» Mädchen aus der Unterschicht, obwohl sie innert kürzester Zeit gut Französisch spricht. Und wieder lebt sie in einem Haus auf einem Hügel, untergebracht in einem Vierbettzimmer – wie damals in Freienstein. Die Vergangenheit holt sie ein.

SCHMERZHAFTE AUFARBEITUNG

Zurück in Zürich, beginnt Gabriela die Lehre als Krankenschwester. Doch als sie Missstände anprangert und den zuständigen Chefarzt blossstellt, wird ihr die Ausbildung immer schwerer gemacht. Sie beendet sie deshalb. Schliesslich macht Gabriela einen Abschluss als Arztgehilfin. Später arbeitet sie in einem Projekt der Stadt Zürich mit. Mit 37 macht sie ein Studium und wird Sozialarbeiterin.

Das sei ein grosser Fehler gewesen, sagt Gabriela Pereira heute. «Ich hätte meinem Traum folgen und Grafikerin werden sollen, anstatt in den sozialen Bereich zu gehen, in dem ich wieder mit der Verwaltung von Menschen und Autoritäten konfrontiert wurde.» Jenen Dingen, die sie in ihrer Kindheit und Jugend traumatisiert haben.

Als ihre Mutter 2003 stirbt, beginnt Pereira ihre Vergangenheit aufzuarbeiten, Fragen zu stellen, Nachforschungen zu betreiben. Sie schreibt und zeichnet, setzt sich künstlerisch mit ihren Erinnerungen auseinander: mit dem sexuellen Missbrauch, den Schlägen und der Behördenwillkür, der sie jahrzehntelang ausgeliefert war. Und mit ihr Tausende Kinder, Jugendliche und Familien in der ganzen Schweiz. Das ist für Gabriela Pereira das Unbegreifliche: «Alle haben es gewusst, aber fast niemand hat etwas gesagt, geschweige denn getan. Warum macht das ein ganzes Volk mit? Warum?»

«Jetzt will ich so alt wie möglich werden.›»

SCHWERER RÜCKSCHLAG

Wenn Pereira diese Frage stellt, geht es ihr nicht nur um die Vergangenheit. Sondern auch um die Gegenwart: Darum, wie mit Menschen umgegangen wird. Im Asylwesen, auf dem RAV, bei der Sozialhilfe, in der Invalidenversicherung. Pereira erlebt es jeden Tag seit ihrem Unfall vor neun Jahren. «Es hört einfach nicht auf», sagt sie.

Damals verletzt sie sich das Bein, es bleibt dauerhaft beschädigt. Die Behandlung zieht sich in die Länge, dann verliert sie ihren Job. Sie geht aufs RAV, findet aber keine neue Stelle. Schliesslich rutscht Pereira in die Sozialhilfe, wird obdachlos. Sie muss Zürich verlassen und zieht in den Kanton Bern.

Auf den Ämtern wird sie mit dem konfrontiert, was sie schon in ihrer Kindheit erlebt hat: ein «Entmündigungssystem» mit Kontrolle und Bevormundung. Sie sagt: «Per Erwerbslosigkeit bist du kein Mensch mehr. Du kannst nicht mehr für dich selber reden. Dann sagen die, was du machen musst.» Irgendwann kann Pereira nicht mehr. Sie begeht einen Suizidversuch, überlebt und sagt heute: «Wann immer ich in diese Richtung komme, sage ich mir: ‹Nein. Jetzt will ich so alt wie möglich werden.›»

Einen Funken Hoffnung gibt es, als 2014 eine Initiative fordert, dass ehemalige «Versorgte» und von Zwangsmassnahmen Betroffene entschädigt werden. Das Parlament beschliesst darauf, die Geschichte aufzurollen. Das Bundesamt für Justiz (BJ) leitet den Prozess. Pereira nimmt gelegentlich am Betroffenenforum teil. Es soll Teil der politischen Aufarbeitung sein. Schon bald hat sie aber das Gefühl: Das hier geht in eine falsche Richtung.

Sie weist darauf hin, dass die Betroffenen hochtraumatisiert seien und einen autonomen, geschützten Raum brauchten, damit sie ihre Position finden könnten. Sie bemerkt, dass stets gesagt wird, dass alles schnell gehen müsse, weil die meisten Betroffenen sehr alt seien. Obwohl sie selbst damals erst Anfang fünfzig ist, und das nicht als einzige.

Sie macht darauf aufmerksam, dass kaum über die Täter gesprochen werde: Gemeinderäte, Juristen und Ärzte etwa, die sich bereichert hätten. Und Pereira fällt auf, dass jene Betroffenen, die in den Medien erscheinen, solche sind, die es «geschafft» haben, während der Grossteil aber in Armut lebt.

Sie schlägt vor, dass allen Betroffenen eine lebenslange Rente gesprochen werden solle. Damit sie zumindest im Alter endlich frei wären von den Mühlen der Bürokratie.

DAS VERMÄCHTNIS

Gabriela Pereira dringt nicht durch. Sie findet: «Uns wurde relativ schnell klargemacht, wie wir uns als Opfer zu verhalten hätten: dankbar sein und stillhalten.» In die politische Aufarbeitung hat sie keine Hoffnung mehr. Sie sagt: «Die Art und Weise, wie das gemacht wurde, hat mich erneut traumatisiert.»

In den unzähligen Büchern und Berichten, die aktuell zum Thema veröffentlicht werden, taucht Pereiras Geschichte nicht auf. Sie versucht nun, sich auf ihr persönliches Projekt zu konzentrieren: ihre Tableaux aus Karton, die ihr Leben in Collagen erzählen. Mit Fotos aus der Vergangenheit, von den letzten gemeinsamen Ferien mit ihrer Mutter zum Beispiel. Mit Briefen, die sich Mutter und Tochter geschrieben haben. Mit eigenen Zeichnungen und literarischen Texten.

Pereiras Traum ist es, einen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen frei begegnen können. Vor allem auch jene, die wie sie durch Zwangsmassnahmen traumatisiert wurden. «Ich wünsche mir einen Raum, in dem ich die nächsten Jahre arbeiten kann. Einen Raum, der offen ist, damit Menschen vorbeikommen und auch meine Tableaux anschauen können.»

Das, sagt Gabriela Pereira, soll ihr Vermächtnis werden.

11 Kommentare

  1. Manuela

    Ich 1963, im Bauche meiner Mutter durch Sie schon Administrativ Versorgt ohne Grund, alles auf Lügen mit dieser Eugenik und Rassenhygiene aufgebaut. 20 Jahre lang, diesem ausgesetzt, dass System hatte! Dann, bis nach der Lehre mit 22 Jahren, finanziell noch ausgebeutet. Als Bastard „Tschengg“ geboren, reformiert in einem katholischen Kanton, lebe mit den Folgeschäden bis heute. Der Schweizer Staat, Behörden, Kirchen, Institutionen, Private Personen haben an mir Straftaten im Sinne fürsorgerischer Zwangsmassnahmen gemacht. Psychisch, Physische, Körperliche Gewalt, Einsperren, Esszwang, sogar Sexueller Missbrauch wurde toleriert und noch vieles mehr. Das ich ein anerkanntes Opfer FSMZ in Bern bin, hat mir bis heute, dieser Brief nichts gebracht. Eine richtige Hilfe, fehlanzeige. Bin mit ihren Aussagen einig, die Regierung in Bern hat alle angelogen, verarscht. Mit dem Aufreisser Wiedergutmachung Verdingender wo die Medien sogar mitmachten, nur die ältere Generation in die Zeitungen gebracht. WIR die GENERATION danach, wurden komplett ausgeblendet, wie sind viele. Vor allem weiter dem Behördenwillkür, Ärztewillkür dem Schubladendenken der Gesellschat, ausgesetzt. Daher kann, will ich nicht mehr einfach akzeptieren, wie Sie gerade, wieder mit uns umgehen, vor allem nicht mehr länger schweigen. Aus diesem Grund eine FB Gruppe im Mai 2018 ins Leben gerufen, wo ich Geschichtliches, Historisches, Medienberichte früher bis heute, Missstände zeige. Dann im Internet ist seit dieser Wiedergutmachung vieles verschwunden, ganz bewusst von Bern gelöscht worden, Daher stelle ich, was ich finde wieder hinein. Hinein schauen, durchstöbern oder Mitglied werden.

    Betroffene – Administrativ Versorgte & Interessierte – Schweiz – Global / Öffentlich mit Link:

    https://www.facebook.com/groups/manuela.betschart7/

    • Gabriela Pereira

      Ja, Manuela; wir sind viele, und nicht immer gelingt es, uns zu enteinigen, gegeneinander auszuspielen, uns die Schuld dann auch noch zuzuschieben, mit dem Satz, den ich oft am Betroffenenforum zu hören bekam: Werdet euch endlich mal einig. Dazu fehlten ganz und gar die Gefässe, war kein Geld. Toll, wie sich immer wieder Überlebende der Schweizer Zwangsmaßnahmen zusammen tun. Facebook jedoch, ist ganz und gar nicht meine Sache. Doch warten wir die Empfehlungen der UEK ab. Vielleicht stehen danach immer mehr zusammen, bekommen wir Unterstützung und Rückhalt aus der Mitte der Gesellschaft. Die politische Aufarbeitung wird weiter herumeiern, doch gibt es da noch Forscher-innen, die mutig sind, nicht aufgeben. Wird werden, wir müssen dran bleiben, damit diese Zwangsanstalten keinen Boden mehr finden, auch nicht im Schönsprech der Fürsorge, der Integration. Herzlich, Gabriela

  2. Monika Hofmeister

    We were 6 children taken by the SBB Fürsorge Amt. Never checked on used for Slaved labor. I was sent to the USA to work for little wages and no authority checked on me

  3. Dorothea Hintermann Bollier

    Ich war sechzigern auch in Freienstein. Lehrer Hübner und Bauer Gnehm haben zu geschlagen.n villicht hats noch mehr ehemalige? Ich bin auf FB

  4. Marlies Roth

    Liebe Gabriela
    Schön und traurig zugleich Deinen Bericht zu lesen. Leider habe ich Dich damals aus den Augen verloren, obwohl ich Dich an verschiedenen Orten gesucht habe.
    Deshalb bin ich beruhigt diesen Bericht von Dir zu lesen.
    Schön, dass Du so alt wie möglich werden willst. Danke auch für unsere gemeinsame Zeit früher.
    Mit liebem Gruss
    Marlies Roth (Löhrli)

  5. Christoph Knecht

    Was genau ist heute anders … ? s. Fall Flaach, SRF DOK „Zwei Seiten der Wahrheit. Die KESB in der Kritik“.
    .
    Es ist immer noch die gleiche autoritäre, selbstherrliche und unbeaufsichtigte Haltung von Beamtenkriminalität ohne Standards und ohne Qualitätskontrollen.
    .
    Die entmündigende Helferindustrie: Ein Milliardengeschäft. Statt ambulante Massnahmen mit familienbegleitenden Coachings für Hilfebedürftige floriert die stationäre, vom Schreibtisch aus verwaltete Heimindustrie mit Platzierungen auf Jahre hinaus.
    .
    s. auch Jubiläumswort von André Woodtli, Chefbeamter für Beratungsstellen Kjz, Kt. ZH.

  6. hauhau

    Sie schlägt vor, dass allen Betroffenen eine lebenslange Rente gesprochen werden solle. Damit sie zumindest im Alter endlich frei wären von den Mühlen der Bürokratie.

    das wäre das mindeste, das der staat den geschätigten (in armut lebenden menschen), dank dem trauma das sie erlebt haben, helfen würde, aber einmal mehr, vergesst es, im bundeshaus werden grossartige reden geschwungen, nur an den taten fehlt es kläglich……..

    • hauhau

      im nachbarland österreich, konnte sich die politik durchringen und konnte tatsächlich eine rente sprechen, in der HOCHGELOBTEN schweiz, leider nicht, hier gilt nach wie vor, nehmen ist seeliger den geben…. angeblich eines der reichsten länder , wo bleibt hier die moral?????

      Das reichste land der welt ist das, das seinen ärmsten mitbürgern hilft…..

  7. Monnier

    Hallo Gabriela
    eine liebevolle warme Mutter blinzelt mir da durch deine Teilgeschichte!
    Um gleich deine Titelfrage zu beantworten, NEIN kein ganzes Volk hat zugeschaut…es gab Versuche und Gelungenes, jedoch nie „Flächendeckend“, kann man auch nicht erwarten.
    Was lange währt wir endlich Wut oder perpetum mobile, immer wieder Aufkochen immer wieder Wut usw.
    Frage: Indem Frau /Mann das uns angetane private Elend und Behördenelend (die damaligen Kinder und Menschenfeindlichen Gesetze, immer wieder repetieren werden diese dadurch abgeschafft, gerechter bezw. ins rechte Licht gerückt?
    In die damalige CH – Gesellschaftswirklichkeit gerückt?
    Wir müssen es schaffen zweigleisig zu „fahren“ unsere Geschichte privat in den Griff zu kriegen und öffentlich, korrekt mit den HistorikerInnen und Co. abarbeiten, v.a nicht Gebetsmühlenartig die selben Strategien anwenden. Es gilt also zu trennen. Ich weigere mich Lebenslang auf ein Opfer reduziert zu werden, aber wenn ich davon erzählen „muss“ werde ich gleich wieder in diese Rolle gedrängt! Eine weiter Illusion ist, dass ehem. Opfer andern Opfer „HELFEN“ können. Ich meine, wenn ich deinen Text verstanden habe – Du hast deinen Weg als Schriftstellerin gefunden! Gratuliere!! Eine die das ganze Leben knapp daneben steht und nie dazugehört – zu was auch?!‘ Betty M.

    • Monnier

      Gabriela äxcusee, zwischen dem letzten Satz fehlt natürlich etwas, nämlich einen Gruss an dich. Mit dem letzten Satz bin ich gemeint:
      Eine die daneben steht und doch nie dazu gehört. – zu was auch?!‘ Betty M.

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