Für Geld statt Pralinés!

Sandra Künzi

Slampoetin Sandra Künzi. (Foto: Yves Thomi)

Mein Lieblingslied ist Sinas Song vom Sohn vom Pfarrer mit «schiine Öigä». Und weil es der Sohn vom Pfarrer ist, ist das ganze «Beriäru und Värfiäru» (Berühren und Verführen) natürlich noch viel aufregender als bei Normalsterblichen. Sina singt das so gut, dass man sofort gern dabei wär, wenn sie mit ihm «ämbrüf an u» Waldrand geht. Nur der Herrgott weiss was «dä isch gscheh» – und wir! Der Pfarrer hat glaub nicht würkli etwas dagegen, weil der ist ja am Süfflä bei den Eltern von der Tochter und ganz zufrieden. Zum Glück gab’s auch kein Uneheliches, weil dann hört der Spass auf.

STINKWÄSCHE. Sina ist super: Seit 25 Jahren ist sie voll derbii i de Schwiizer Musig. Drum bekommt sie jetzt ­einen Preis, den «Outstandig Achievement Award». Komischer Name! Tönt wie Aussenseiterpreis. Drum dachte ich erst, das ist jetzt sicher wieder so ein «Prix Tampon». So ein Spezial-Frauenpreis, damit die Frauen auch mal was ­bekommen. So öppis wie Muttertag. Ein chläbrig-süesses Trostpflästerli für die unbezahlte ­Arbeit im ganzen Jahr, wo man noch angegriffen wird, wenn man sagt, Putze, Choche & Chind ist auch ­Arbeit. Üüü, da gehen sie dann wieder auf die digitale Barrikade die alten (und jungen) Seck, die meinen, eine Frau macht von Natur aus gern Stinkwäsche, und sie freut sich über ein trümliges Bluemestrüüsli und Pralinés mit der Piemontkirsche.

Drum dachte ich erst, das ist so ein «Prix Tampon».

HÜÄRÄ FROH. Aber dann hab ich gesehen, dass vor Sina schon sieben Mannli diesen ­Outstanding-Dings bekommen haben: Polo, ­Züriwest, de Pesche Reber, de Resli Volleweider, Yello, Krokus und dr Bobo. Das ist also ein amtlicher Preis und kein Prix Mitleid-mit-de-Fraue. Glück gha! Nume schad, dass erst 7 Männner händ müesse gwinne, bevor dänn ändlich 1 Frau. 7 : 1. Das alte Lied! Wenigstens bekommt Sina den Preis noch vor däm mit de Chüe («d Heidi schüttlet ihri Zöpfli und lüpft ihres Röckli») und vor däm mit de Schwän («Heiraten ist ein Frauending»). Da ischmer scho hüärä froh, gäll?

Sandra Künzi lebt und büglet in Bern. Sie mag Jassen, Schafe, Feuer und Bier. Zurzeit bereitet sie sich und uns auf den Frauenstreik vom 14. Juni 2019 vor: Ahoi!

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