Das offene Ohr

Arbeitslosigkeit: Taggelder auch bei Krankheit?

Markus Widmer von der Unia-Arbeitslosenkasse ­beantwortet Fragen aus der Arbeitswelt.

Ich wurde per 30. April 2017 infolge Umstrukturierung unverhofft arbeitslos. Seit diesem Datum suche ich erfolglos eine neue Arbeitsstelle. Nun wurde bei mir eine Krebserkrankung festgestellt. Ich werde nun eine Chemotherapie beginnen müssen und werde längere Zeit krankheitsbedingt nicht mehr auf Stellensuche gehen können. Eine private Krankentaggeldversicherung habe ich nicht. Bekomme ich trotzdem Arbeitslosentaggelder?

BEFRISTET: Wer auf Stellensuche ist und krank wird, bekommt während 44 Tagen Arbeitslosengeld. (Foto: Pixabay)

Markus Widmer: Ja, während maximal 44 Tagen. Die Arbeitslosenversicherung zahlt auch Taggelder, wenn Sie krank sind. Die Krankentaggeldzahlung ist jedoch zeitlich befristet. Während der auf zwei Jahre beschränkten Rahmenfrist werden bei Krankheit für maximal 44 Kalendertage Taggelder ausbezahlt. Bei einer erstmaligen Erkrankung er­halten Sie für 30 zusammenhängende ­Kalendertage Taggelder. Bleiben Sie ­jedoch länger arbeitsunfähig, erhalten Sie keine Taggelder mehr. Werden Sie jedoch wieder gesund, können Sie zu einem späteren Zeitpunkt während maximal weiteren 14 Kalendertagen Krankentaggelder beziehen. Der Schutz bei Arbeitsunfähigkeit im Krankheitsfall ist in der Arbeitslosenversicherung ungenügend. Sofern Ihr ehemaliger Arbeitgeber eine Krankentaggeld­versicherung abgeschlossen hat, wäre es sinnvoll gewesen, diese Krankentaggeldversicherung von einer Kollektivtaggeldversicherung in eine Einzeltaggeldversicherung umzuwandeln. Dabei empfiehlt sich, vorgängig die Prämien zu vergleichen und allenfalls Konkurrenzofferten einzuholen. Die Prämien­unterschiede können massiv sein.

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