Europa: Wo die grössten Paschas hausen
Im Haushalt anpacken? Nein, danke!

Im Osten und Süden der EU gehört die Küche noch fast ganz den Frauen.

KE LUSCHT. In vielen europäischen Ländern gehen Männer der Hausarbeit noch immer aus dem Weg. (Quelle: Eurostat)

Putzen, waschen, kochen, staubsaugen: vor allem im Osten der EU zeigen sich die Männer am haushaltfaulsten. Nur 12 Prozent der Kroaten, 13 Prozent der Bulgaren, 14 Prozent der Ungarn und 16 Prozent der Slowaken helfen täglich im Haushalt. Das zeigt eine neue Publikation des statistischen Amtes der EU Eurostat mit Zahlen von 2016 (rebrand.ly/eu-studie).

Im Osten sitzen die Paschas also noch fest im Sattel. Dies, obschon die Erwerbsquote der Frauen mindestens in Bulgarien, Ungarn und der Slowakei nicht markant tiefer liegt als jene der Männer. Und obwohl die Frauen meist in Vollzeit erwerbstätig sind. ­Allerdings sind in Ungarn, Kroatien und der Slowakei auch überdurchschnittlich viele Frauen teilweise haushaltsabstinent. Warum? Eine Eurostat-Forscherin hat nur eine Vermutung: «Vollzeitarbeit in diesen Ländern könnte es schwermachen, mehr Zeit fürs Kochen aufzubringen.»

GUTE GAUCHOS. Ganz anders ist die Situa­tion in Lettland. In dem krisengeschüttelten baltischen Staat herrschen zu Hause quasi nordische Zustände:

57 Prozent der Männer und 82 Prozent der Frauen packen dort täglich mit an. Damit landet Lettland auf Platz 1 mit den haushaltstauglichsten Männern Europas, zusammen mit Finnland. Und direkt vor Schweden und Dänemark.

Immer noch haushaltsresistent sind die Männer aber auch in Griechenland, Italien und Portugal. Die Spanierinnen hingegen haben ihre Gauchos offenbar besser im Griff.

GEMÜTLICHE SCHWEIZER. Und wie steht es eigentlich bei uns? Die Schweiz kommt in der Eurostat-Statistik nicht vor, deshalb lässt sich kein direkter Vergleich ziehen. Klar ist aber: Die Frauen leisten hier durchschnittlich 28,1 Stunden unbezahlte Familien- und Haus­arbeit, während sich die Männer mit 17,9 Stunden begnügen (Zahlen 2016, Bundesamt für Statistik). Pro Woche heisst das beim Kochen: 7,1 Stunden vs. 3,8 Stunden. Beim Putzen: 4,5 vs. 1,9. Und beim Waschen und Bügeln: 2,3 vs. 0,6. Zwischen 2010 und 2016 haben die Männer in der Schweiz ihren Einsatz im Schnitt um eineinhalb Stunden erhöht. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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