Sackgeld: Wie viel, wie oft – und welche Fehler sinnvoll für den Lernprozess sind
So lernen Kinder den richtigen Umgang mit Geld

Wie viel Sackgeld bekommt Ihr Kind? Und wie lernt es, was Geld bedeutet und wo es herkommt? Ein paar Tipps für Eltern.

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DAS ERSTE EIGENE GELD: Es ergibt Sinn, die Kinder mit einem Sackgeld an das Thema heranzuführen. (Foto: Getty Images)

Kinder und Jugendliche müssen den verantwortungsvollen Umgang mit Geld lernen – darin sind sich die meisten Eltern einig. Doch wie viel Sackgeld ist in welchem Alter sinnvoll? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Schliesslich beeinflussen natürlich auch die finanziellen Verhältnisse einer Familie die Höhe des Sackgelds. Auf jeden Fall ist es wichtig, mit Kindern früh über das Thema Geld zu sprechen und ihnen zu erklären, woher Geld kommt: Mama und/oder Papa gehen arbeiten und bekommen dafür Geld. Damit können sie dann Essen und Kleider kaufen. Damit immer genug Geld da ist, muss gut überlegt werden, wofür es ausgegeben wird. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, gemeinsam den Einkauf zu planen: Das Kind kann in der Küche nachsehen, ob ein bestimmtes Lebensmittel noch da ist, oder es kann dabei helfen, die Einkaufsliste zu schreiben. Erklären Sie ihm auch den Unterschied zwischen Bargeld und dem Bezahlen mit Karte. Selbst Geld zur Verfügung zu haben und zu überlegen, ob und wofür es ausgegeben wird, ist wichtig, um den Umgang mit Geld zu lernen. Pro Juventute und der Dachverband Budgetberatung Schweiz geben Empfehlungen, in welchem Alter wie viel Sackgeld sinnvoll ist, und betonen dabei ebenfalls, dass die Höhe des Sackgelds in das Familienbudget passen muss. Folgende Richtlinien und Tipps können Eltern helfen.

Auszahlung

Für kleinere Kinder bis zur dritten Klasse ergibt es Sinn, das Geld wöchentlich abzugeben. Sie sind noch nicht in der Lage, längerfristig zu planen und sich das Geld über mehrere Wochen hinweg einzuplanen. Pro Juventute empfiehlt, das Geld ab der vierten Klasse alle zwei Wochen und aber der Oberstufe monatlich auszuzahlen.

Jugendlohn

Kommen Kinder langsam ins Teenageralter, ist es angebracht, ihnen mehr Verantwortung auch in Sachen Geld zu übertragen. Mit einem Jugendlohn bekommen sie mehr Sackgeld, müssen dafür aber auch selbst für bestimmte Kosten wie zum Beispiel für Kleider oder den Coiffeur aufkommen.

Zweck

Am Anfang ist es hilfreich, mit dem Kind zu besprechen, wofür das Sackgeld gedacht ist. Es sollte sich ­damit persönliche Wünsche erfüllen dürfen – so lernt es mehr über den Umgang mit Geld, als wenn das Sackgeld strikt für das Sparkonto oder für einen bestimmten Zweck gedacht ist.

Aus Fehlern lernen

Das Schoggistengeli war so verlockend und fein, doch nun ist das ganze Geld schon aufgebraucht? Daraus können Kinder lernen. Deshalb ist es laut Pro Juventute nicht sinnvoll, zusätzliches Geld auszuzahlen oder Geld vorzuschiessen, wenn das Sackgeld weg ist. So lernen Kinder, sich das Geld einzuteilen.

Bedingungslos

Ist abgemacht, wie viel und wie oft das Kind Sackgeld bekommt, sollten sich Eltern daran halten. Die Auszahlung sollte nicht an Bedingungen geknüpft sein wie «Zimmer aufräumen» oder «Aufgaben erledigen». Sackgeldentzug als Strafe? Auch das sollten Sie als Eltern vermeiden. Das Geld sollte regelmässig und unauf­gefordert ausgezahlt und nicht mit erzieherischen Massnahmen verbunden werden.
www.projuventute.ch


Wie Viel ab wann?Empfehlungen

Der Dachverband ­Budgetberatung Schweiz empfiehlt:

  • ab 6 Jahren: 3 Franken pro Woche
  • ab 7 Jahren: 4 Franken pro Woche
  • ab 8 Jahren: 5 Franken pro Woche
  • ab 9 Jahren: 15 Franken alle zwei Wochen
  • ab 10 Jahren: 18 Franken alle zwei Wochen
  • ab 11 Jahren: 20 Franken alle zwei Wochen
  • mit 12 bis 14 Jahren: 50 bis 70 Franken monatlich

Mehr Informationen finden Sie hier.

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