Tag der Arbeit in der Deutschschweiz
Was passiert wo am 1. Mai? work gibt den Überblick!

Dieses Jahr ein Freitag: Der Tag der Arbeit steht heuer ganz im Zeichen des Kampfes gegen die Chaosinitiative» der SVP. work zeigt Ihnen, was wo läuft und welche Rednerinnen und Redner wo auftreten. 

NEIN ZUR ABSCHOTTUNG: Der 1. Mai ist heuer ein Kampftag gegen die Chaosinitiative. (Foto: SGB)

Dieses Jahr steht nicht nur der 1. Mai, sondern auch der 14. Juni im Zeichen des Tages der Arbeit. «Jobs und Löhne verteidigen – Nein zur Abschottung» heisst das Motto und zielt auf die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» ab, die im Juni zur Abstimmung kommt. Eine Annahme wäre brandgefährlich für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Schweiz, weshalb auch die Unia am 1. Mai gegen die Chaosinitiative auf die Strasse geht. Die Umsetzung der Initiative würde zur Kündigung der bilateralen Verträge mit der EU und damit zum Ende der Personenfreizügigkeit führen – womit Tausende von Arbeitsplätzen in Gefahr wären. Denn ohne Personenfreizügigkeit gibt es auch die flankierenden Massnahmen nicht mehr, die heute dem Lohndumping entgegenwirken. Das Resultat wäre ein immenser Druck auf alle Lohnebenen, weniger Kontrollen, mehr Schwarzarbeit. Mehr noch: Auch die AHV wäre betroffen, weil sie auf einen Schlag Hunderttausende von Beitragszahlenden verlieren würde. Das läuft am 1. Mai in den verschiedenen Schweizer Städten: 

Bern:

 In der Bundesstadt beginnen die Feierlichkeiten zum 1. Mai in der Kramgasse: Hier besammeln sich Gleichgesinnte ab 16 Uhr, der Umzug beginnt um 16.30 Uhr und endet auf dem Bundesplatz, wo um 17 Uhr die offizielle Feier beginnt. Redebeiträge: Alain Gysin, Helin Genis und Ronja Rennenkampff (Präsidium Gewerkschaftsbund der Stadt Bern und Umgebung, GSB), Flavia Wasserfallen (Ständerätin SP), Barbara Keller (Vizepräsidentin SEV), Chandru Somasundaram (Co-Präsident SP Stadt Bern), Sudabeh Kassraian (IG Migration der Unia), Céline Zwahlen und Carla Münzel (IG Feminismus der Unia) u. a. Fest: Ab 18 Uhr startet nach den Redebeiträgen nahtlos das Fest auf dem Bundesplatz. Es gibt Risotto (mit Maibändel gratis) sowie diverse Getränke- und Essensstände. Auf die kleinen Teilnehmenden der 1.-Mai-Feier wartet eine Kinder-Spielewerkstatt. Um 18.30 Uhr steht mit «Jessiquoi & Cégiu» Elektropop auf Bern auf dem Programm, während im Restaurant Volkshaus ab 19 Uhr «The Magic Five & Guests» das Beste aus 60 Jahren Musikgeschichte präsentieren. 


Zürich:

Das Zürcher 1.-Mai-Komitee beschränkt seine Aktivitäten nicht auf einen Tag, sondern läutet das «1.-Mai-Fest» unter dem Motto «Blocchiamo tutto!» bereits am 29. April mit einem musikalischen Auftakt im Walcheturm ein. Am 30. April folgen Diskussionsveranstaltungen zu Themen wie Arbeitsbedingungen in der Reinigungsbranche, Altersvorsorge und Asylpolitik – sowie ein Kinderfest auf der Kasernenwiese, das bis am 2. Mai dauert. Am Tag der Arbeit selbst startet um 10.30 auf dem Helvetiaplatz alias Ni-Una-Menos-Platz (Besammlung ab 10 Uhr) die Demonstration durch die Innenstadt. Die Abschlusskundgebung mit Festwirtschaft findet auf dem Sechseläutenplatz statt. Auf dem Kasernen­areal geht es bei den diversen Veranstaltungen um politische Debatten: von Schweizer Neutralität über feministische Selbstverteidigung bis zu internationaler Solidarität. Am 2. Mai finden weitere Diskussionen unter anderem zur SVP-Initiative, zum Care-Streik 2027 und zu Journalismus in der Krise statt. Redebeiträge: Hauptrednerin an der Schlusskundgebung ist SP-Nationalrätin Michèle Dünki-Bättig. Fest: Verschiedene Konzerte begleiten das Fest vom Nachmittag bis in die Nacht, mit dabei unter anderem Akkuflexx, Awa Lion und Raw Reflections. Daneben gibt es ein Schach- und ein Tichuturnier, Karaoke sowie die Möglichkeit, Bingo zu spielen.


Biel:

In Biel geht es bereits um 12 Uhr los mit der Besammlung auf dem Bahnhofplatz, eine Viertelstunde später setzt sich der Demonstrationszug Richtung Fussgängerzone in Bewegung. Hier, in der Nidaugasse und in der Dufourstrasse, findet ab 13 Uhr die Kundgebung statt. Redebeiträge: Stefanie Fürst (Präsidentin Gewerkschaftsbund Biel-Lyss-Seeland), Beat Jans (Bundesrat, SP), Tamara Funiciello (Nationalrätin, SP), Janine Truttmann (Vorstandsmitglied SEV), Marie Moeschler (Stadträtin, PSR), Stefan Rüber (Stadtrat, Grüne), Julián Rodríguez Ugolini (Stadtrat, SP). Fest: Fest- und Barbetrieb beginnt um 14 Uhr. Es gibt einen Ballonwettbewerb für Kinder. 


Sion:

Auch im Wallis ist der Tag der Arbeit dem Kampf gegen die SVP-Initiative gewidmet. Ab 17.30 Uhr findet etwa auf der Place du Scex in Sion eine Kundgebung statt. Redebeiträge: Bruna Campanello (Mitglied der Unia-Geschäftsleitung), Julien Berthod (SSP Valais), Blaise Carron (Regionalsekretär Unia Wallis, Grossrat). Fest: Die Kundgebung wird begleitet von Essensständen, Apéro und Livemusik. 

Mehr Infos hier: rebrand.ly/tagderarbeit-sion


Luzern:

Die 1.-Mai-Feier beginnt um 17 Uhr auf dem Helvetiaplatz. Es folgen internationale Grussbotschaften, verschiedene Redebeiträge, es sind Info- und Essensstände sowie Musik mit DJ Javi Kontrakultura geplant. Um 18 Uhr startet der Umzug durch die Luzerner Innenstadt. Redebeiträge: Lisa Christ (feministische Kabarettistin und Autorin) u. a. Fest: Unter dem Motto «Tanz in den Mai» beginnt die Feier bereits am 30. April in der Pfau Bar: Ab 20 Uhr mit der «Disco zum Tag der Arbeit», mit Madame Chapeau, Jubia 3000, Kolleg Acid & Shice. Am 1. Mai gibt es Musik von der kurdischen Gruppe «xwq» und DJ Javi Kontrakultura sowie in der Pfau Bar ein Konzert mit Shok Güzel. 


Aarau:

Der Umzug startet um 17.30 beim Bahnhof (Besammlung um 17.15 Uhr) und führt durch die Stadt bis zur Markthalle. Ab 18 Uhr werden dort Reden gehalten, und es gibt eine Festwirtschaft. Redebeiträge: Vania Alleva (Präsidentin Unia), Farah Rumy (Nationalrätin, SP) und Özen Aytac (Union der kurdischen Frauenbewegung Schweiz, YJK-S). Fest: Festwirtschaft mit Info- und Marktständen sowie Musik und Tanz vom Kurdischen Kollektiv sowie ein Auftritt von Slam-Poet Jeremy Chavez.

Die Unia ist dabei

Unia-Vertreterinnen und -Vertreter sind in der ganzen Schweiz bei den 1.-Mai-Kundgebungen präsent. Hier treten weitere Funktionärinnen und Funktionäre auf: Silvia ­Locatelli in Delémont (Unia-Geschäftsleitung), Leena Schmitter in Schaffhausen (Sektorleiterin Ter­tiär der Unia Schweiz), Lukas Auer in Amriswil (Mitarbeiter Rechtsdienst der Unia), Nicole Nieder­müller in Bülach (Bereichsleiterin Kommunikation Unia Zürich-Schaffhausen), Magdalena Carlen in Zug (Unia-Delegierte) und Samuel ­Burri in Goldau (Unia-Branchenverantwortlicher Pflege). 

Was wo in der Schweiz sonst noch läuft: rebrand.ly/tagderarbeit-uebersicht


Tag der ArbeitWer hat frei am 1. Mai?

In vielen Ländern ist der 1. Mai ein gesetzlicher ­Feiertag, in Europa in den allermeisten Ländern, so etwa in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Portugal, Norwegen, Schweden und Finnland. 

Kantonal geregelt

Die grösste Ausnahme ist die Schweiz: Bei uns ist der Tag der Arbeit nicht schweizweit ein gesetzlicher Feiertag, sondern nur in bestimmten Kantonen und Gemeinden. Als offizieller Feiertag und damit als arbeitsfrei gilt der 1. Mai in den Kantonen ­Zürich, Schaffhausen, Thurgau, Neuenburg, Jura, ­Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn (ab 12 Uhr) und Tessin.

In den Kantonen ­Luzern, Aargau und Bern ist der Tag nur in einzelnen Gemeinden und zum Teil nur für Verwaltungsangestellte offiziell ­arbeitsfrei, so zum Beispiel in Aarau, in der Stadt Bern und in Biel. In ­einigen Gemeinden, zum Beispiel in Schüpfheim und Hildisrieden im Kanton Luzern und in der Gemeinde Muotathal im Kanton Schwyz, ist der 1. Mai ein Gedenktag für den lokalen Schutzpatron und deshalb ein gesetz­licher Feiertag.

In manchen Branchen ist der Tag der ­Arbeit durch den GAV als ­arbeitsfrei geregelt, darunter im Bauhauptgewerbe der Westschweiz oder in der Uhrenindustrie.

Schreibe einen Kommentar

Bitte fülle alle mit * gekennzeichneten Felder aus.