Zürich, Genf und Basel:
Teurer als New York

Ein neues Ranking zeigt: Unter den Top 10 belegen gleich sechs Schweizer Städte die ersten Ränge. Und zeigen damit deutlich, wie wichtig Mindestlöhne sind.

Teurere Lebensmittel, teurer öffentlicher Verkehr, teure Restaurants – und das unangefochten an der Spitze. Ein neues Ranking zeigt: So teuer, wie in diesen Schweizer Städten, ist das Leben an keinem Ort auf dieser Welt. Für das Jahr 2026 hat Numbeo, eine der grössten Datenbank, ein Ranking der Städte mit den teuersten Lebenskosten erstellt:

Um die Rangliste zu erstellen, wurde verschiedene Alltagskosten miteinander verglichen. Darunter Ausgaben für Lebensmittel, Restaurantbesuche, öffentlicher Verkehr, Strom, Heizung, Wasser, Internet und vieles Mehr. Dabei gilt New York als Referenzgrösse. Das Ranking führt uns also vor Augen: In vielen Schweizer Städten ist das Leben teurer als in New York.

Aber Achtung, dieses Ranking ist mit Vorsicht zu geniessen: Numbeo vergleicht die Lebenskosten mit dem Einkommen. In die Kalkulation fallen Steuern und Sozialabgaben nicht mit ein. Heisst: Die individuelle Einkommensstärke ist sehr unterschiedlich. Zudem arbeitet die Datenplattform mit der Schwarmintelligenz und evaluiert Zahlen aus Beiträgen von Menschen rund um den Globus und zieht daraus eigene Statistiken.

Mietenkosten obendrauf

Das Ranking von Numbeo berücksichtig viele Kostenpunkte des Lebens, aber ein sehr grosser wird in einem separaten Ranking evaluiert: die Mieten. Wird diese zum «Cost of Living» Index dazugerechnet, sieht die Rangliste wie folgt aus:

Platz 1 – New York
Platz 2 – Zürich
Platz 3 – George Town, Cayman Islands
Platz 4 – Genf
Platz 5 – San Francisco
Platz 6 – Lausanne
Platz 7 – Basel
Platz 8 – Lugano
Platz 9 – Honolulu
Platz 10 – London

Die Rangliste zeigt: Auch mit den miteinkalkuliert Mietkosten dominieren wieder Schweizer Städte die Top 10. Diverse Plattformen erstellen solche Rankings der «teuersten Städte der Welt auf». Auch wenn verschiedenen Zahlen verwendet werden und verschiedene Parameter miteinander verglichen werden, sehen die Ergebnisse oft ähnlich aus: Zürich sowie Genf belegen immer Spitzenplätze.

Mindestlöhne: Zur Stelle, wo wir sie brauchen

Zweifellos ist das Leben in Zürich, Genf, Lausanne und weiteren Schweizer Städte sehr teuer. Hohe Mieten und Krankenkassenkosten belasten das Portemonnaie der Büezerinnen und Büezer. Eine spannende Überschneidung, welche man durch das Ranking von Numbeo ableiten kann: In allen sechs Städten, wo die Lebenskosten am höchsten sind, wurde in der Vergangenheit ein städtischer oder kantonaler Mindestlohn eingeführt oder eingereicht:

  • Zürich – städtischer Mindestlohn angenommen, Einführung verzögert wegen Einsprachen von Arbeitgeberverbänden
  • Genf – kantonaler Mindestlohn eingeführt
  • Basel – kantonaler Mindestlohn eingeführt
  • Lausanne – kantonaler Mindestlohn eingereicht
  • Lugano – kantonaler Mindestlohn eingeführt
  • Bern – städtischer Mindestlohn eingereicht

(Hier geht’s zur ganzen Übersicht)

Mindestlöhne sind ein Erfolgsrezept der Gewerkschaften gemeinsam mit fortschrittlichen Parteien und weiteren Akteuren. Denn: Der Lohn muss zum Leben reichen – auch auf den teuersten Pflastern der Welt.

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