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Auch nach 25 Jahren noch weit entfernt von Gleichstellung

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Seit seinen Anfängen 2001 zeigt work immer wieder die mangelnde Gleichstellung zwischen Frauen und Männern auf. Wo stehen wir heute, 25 Jahre später? Die Entwicklung des Anteils der Teilzeiterwerbstätigen gibt ein aufschlussreiches Bild. Knapp 59 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten in einem Teilzeitpensum. Dieser Wert ist sogar noch etwas höher als 2001, als 55 Prozent der erwerbstätigen Frauen Teilzeit arbeiteten. Bei den Männern hat sich der Anteil in den letzten 25 Jahren auf 21 Prozent ­verdoppelt: Arbeitete vor 25 Jahren jeder zehnte Mann Teilzeit, ist es heute immerhin jeder fünfte. Der Unterschied ­zwischen Frauen und Männern ist ­jedoch immer noch riesig. 

Grund zur Sorge

Wer Teilzeit ­arbeitet, hat weniger Lohn, weniger Karriereperspektiven und schliesslich im Alter eine geringere Rente. Die Grösse dieses Problems zeigt sich in weiteren Zahlen: Frauen ­haben insgesamt 40% tiefere Einkommen als Männer (das ist der ­sogenannte Gender Overall Earnings Gap) und 30% tiefere Renten (das ist der Gender Pension Gap). Gleichstellung sieht anders aus.

Unbezahlt

Frauen arbeiten viel mehr ­Teilzeit als Männer, weil sie viel mehr unbezahlte Arbeit erledigen. Sie kümmern sich häufiger um die Kinder, den Haushalt und die betagten Eltern und haben deshalb gar nicht genug Zeit für mehr bezahlte Arbeit. In einem System mit teuren und knappen Kinderbetreuungsplätzen und einer Vollzeitarbeitsnorm, die auf ein Ein-­Ernährer-Modell ausgerichtet ist, bleibt Gleichstellung ein Wunschtraum. Zudem sind die Löhne in Be­rufen mit hohem Frauenanteil tiefer als in typischen Männerberufen, was dazu führt, dass aus ökonomischen Gründen eher Frauen als Männer ihr Pensum reduzieren. Diese strukturellen Probleme haben sich in den letzten 25 Jahren nicht verändert.

Lösungen

Der Geschlechtergraben bei der Teilzeitarbeit zeigt also, dass wir bezüglich Gleichstellung noch nicht viel weiter sind als vor 25 Jahren. ­Obwohl wichtige Massnahmen längst bekannt sind: bezahlbare und zugäng­liche Kinderbetreuung, eine Verkürzung des Vollzeitstandards, ­höhere Löhne in Branchen mit vielen Frauen und gesetzliche Mindestlöhne.

Noémie Zurlinden ist Ökonomin bei der Unia.

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