1x1 der Wirtschaft
Je tiefer der Lohn, desto höher die Gesundheitsrisiken

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Immer öfter fehlen Arbeitnehmende am Arbeitsplatz, weil sie krank sind oder einen Unfall hatten. 2010 fehlten Arbeitnehmende im Vollzeitpensum durchschnittlich 6,3 Tage. 2025 waren es bereits 8,1 Tage. In praktisch allen Berufsgruppen stieg die Anzahl der Absenzentage. Es gibt jedoch grosse Unterschiede ­zwischen den Berufen. Während Führungskräfte 2025 fünf Tage ­aufgrund von Krankheit oder Unfall am Arbeitsplatz fehlten und Arbeitnehmende in wissenschaftlichen Berufen knapp sechs Tage, waren es bei Bürokräften, Dienstleistungsberufen und im Detailhandel fast 9,5 Tage. Arbeitnehmende in handwerklichen Berufen fehlten sogar fast 11 Tage, Hilfsarbeiterinnen fast 12 und Bediener von Maschinen über 12 Tage. 

Hohe Belastung

Diese Zahlen zeigen: Die Absenzen sind in körperlich belastenden Berufen besonders hoch. Dies ist nicht überraschend: Es ist erwiesen, dass physische Belastungen bei der Arbeit, wie etwa das Tragen von Lasten, die Gesundheit der Arbeitnehmenden belasten. Aber auch psychosoziale Belastungen wie Stress und hohe Anforderungen wirken sich negativ auf die ­Gesundheit aus. Immer mehr Arbeitnehmende sind gestresst, rund 30 Prozent fühlen sich ­emotional ­erschöpft. 

Angriff

Der Gesundheitsschutz an den Arbeitsplätzen muss verbessert werden, damit die Arbeitnehmenden weniger krank werden. Doch die Bürgerlichen im Parlament wollen genau das Gegenteil: Sie wollen Arbeitszeiten und die Sonntagsarbeit ausweiten und Ruhezeiten einschränken. Das ist ein Angriff auf die Gesundheit der Arbeitnehmenden. Statt­dessen sollten die Arbeitszeiten verkürzt werden, damit genügend Zeit für Erholung bleibt.

Kosten

Dies ist auch im Interesse der Arbeitgeber. Erst kürzlich zeigte ein Bericht des Bundesrates auf, dass krankheitsbedingte Absenzen Milliardenkosten für die Arbeitgeber verursachen. Hinzu kommen die gesundheitlichen und finanziellen Kosten für die Arbeitnehmenden selbst.

Noémie Zurlinden ist Ökonomin bei der Unia.

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