Keine 50-Grad-Sommer
Auf die Strasse: Protestwelle gegen die Klimazeusler

Der Hitzesommer ist vorbei, aber die Folgen der Klimaerhitzung bleiben und werden immer bedrohlicher. Eine Allianz von 130 Organisationen mobilisiert für effektiven Klima- und Hitzeschutz und geht dafür auf die Strasse. 

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CHRAMPFEN IN DER PRALLEN SONNE: Ein Bauarbeiter arbeitet auf dem Zürcher Limmatquai und repariert den Pflastersteinboden. (Foto: Keystone)

Baden, Basel, Biel, Zug, Zürich, Bern, Chur, Thun, Bellinzona: In zahlreichen Schweizer Städten wird am 25. September demonstriert. Der Hitzesommer mit Dürre und Waldbränden in Europa ist zwar vorbei, aber die Klimaerhitzung und deren Ursachen bleiben. Die politischen Massnahmen zum Klima- und Hitzeschutz in der Schweiz sind weiterhin zaghaft bis inexistent, Atom- und Erdöl-Turbo Rösti lässt grüssen. 

Unter dem Motto «Keine-50-Grad-Sommer» rufen mehr als 130 Organisationen, darunter auch die Unia, zur Teilnahme an den Demonstrationen auf. Die Hauptforderungen sind: Alle Leben müssen geschützt werden, insbesondere die Verletzlichsten. Und: Das Wirtschaftssystem muss grundlegend verändert werden, um die Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren. Und: Die Klimakrise muss auf politischer, finanzieller, sozialer und wirtschaftlicher Ebene mit höchster Priorität behandelt werden.

Umfrage unter Bauarbeitern

Chris Kelley, Co-Leiter Sektor Bau der Unia, sagt:

Für viele Menschen wurde die Hitze in diesem Sommer zur täglichen Belastungsprobe. Kaum wo sonst war die Hitze aber so spürbar wie auf dem Bau.

Die extreme Hitze ist dort nicht nur belastend, sondern eine konkrete Gefahr für Gesundheit und Arbeitssicherheit. Die Unia hat rund 1000 Bauarbeiter dazu befragt, inwiefern die Schutzmassnahmen der Suva auf den Baustellen eingehalten werden. Die Resultate zeigen ein erschreckendes Ausmass an Verstössen: 85 Prozent der Bauarbeiter dürfen keine regelmässigen Kühlpausen ab 33 Grad machen, wie von der Suva vorgesehen. Nur jede dritte Baustelle verfügt überhaupt über einen kühlen Pausenort. Zwei Drittel der Bauarbeiter hatten keine Anpassung ihrer Arbeitszeiten. 

Ohnmächtig in der Hitze

Selbst bei 39 Grad arbeiteten die allermeisten den ganzen Tag. 15 Prozent der Befragten sind am Arbeitsplatz bereits ohnmächtig geworden oder haben miterlebt, wie ein Kollege ihrer Equipe zusammengebrochen ist. Kelley sagt: «Das Fazit ist offensichtlich: Die heutigen Schutzbestimmungen reichen bei extremer Hitze nicht aus. Und selbst die bestehenden Vorgaben werden auf vielen Baustellen nicht eingehalten.» Deshalb fordert die Unia klare und verbindliche Schutzvorgaben: Die 33-Grad-Regel muss in der Bauarbeitenverordnung (BauAV) verankert werden. Schwere Arbeiten im Freien sind ab 33 Grad zu unterbrechen. Und die Suva muss ihre Verantwortung wahrnehmen und die Einhaltung der Schutzvorgaben kontrollieren.

Mehr Infos zu den Demos: 50degres.ch/de

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