Vergeltung wegen Baudemo
Unia Wallis vergibt Schmähpreise an zwei Arbeitgeberverbände

Dieses Jahr hat die Unia Wallis die Arbeitgeberverbände der Gebäudetechnik und Gebäudehülle sowie Stahlbau mit dem Schmähpreis «Goldene Raspel» ausgezeichnet. Nach einer Baudemo weigerten sie sich, die Löhne zu erhöhen.

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UNRÜHMLICHER PREIS: Das Unia-Team übergab die «Goldenen Raspeln» dem Sekretär der Arbeitgeberverbände im Wallis. (Foto: Unia)

Jedes Jahr verleiht die Unia Wallis die «Goldene Raspel» an ein Unternehmen oder einen Verband des Kantons, der sich bei Lohnverhandlungen als besonders geizig erwiesen hat. Und dieses Jahr werden gleich zwei Arbeitgeberverbände mit dem wenig ehrenvollen Titel ausgezeichnet.

Am 26. Februar besuchten Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der Unia die Büros des Verbands für Gebäudetechnik und Gebäudehülle sowie des Verbands für Stahlbau, um die goldenen Raspeln zu überreichen. Blaise Carron, Regionalsekretär der Unia Wallis, sagte vor den Medien:

Es fanden Verhandlungen mit Metaltec Valais statt, aber sie führten zu keiner Einigung, sodass den rund 1350 Beschäftigten der Branche eine wohlverdiente Lohnerhöhung vorenthalten wurde.

Bestraft für ihre Demonstration

Die Arbeitgeberverbände für Technik und Gebäudehüllen, Tec-bat, suissetec Oberwallis und der Walliser Verband der Kaminbauer (AVCC), haben die Lohnverhandlungen für 2026 als Vergeltungsmassnahme für die Gewerkschaftsdemonstration vom 11. Oktober abgesagt. Zur Erinnerung: Es handelte sich um eine Aktion zugunsten der Bauarbeiter, bei der ein Demonstrationszug unter den Fenstern der Verbandsbüros Halt machte.

Die betreffenden Verbände begründeten ihre Ablehnung zunächst damit, dass die Demonstration gegen den Gesamtarbeitsvertrag verstossen habe. Dies machte jede Verhandlungslösung unmöglich, von der die mehr als 3250 Beschäftigten dieser Branche hätten profitieren können. «Diese Knausrigkeit trägt nicht dazu bei, die Attraktivität der Bauberufe zu verbessern», kritisiert die Unia Wallis, die eine Lohnerhöhung von 2 Prozent gefordert hatte.

Verband bedauert «konfliktreiches Klima»

Serge Aymon, Verantwortlicher für den Bereich Bau und Handwerk bei der Unia Wallis, betont, dass andere Arbeitgeberverbände, die ebenfalls im dem Verbandsbüro vertreten sind, die Löhne trotz Demonstration erhöht haben, wie beispielsweise die Elektriker. Blaise Carron sagt:

Wir werden unser Demonstrationsrecht jedes Mal nutzen, wenn wir es wollen, und hoffen, dass wir dies auch in Zukunft frei und ohne Repressalien tun können.

In einer Pressemitteilung bedauert das Verbandsbüro die «Entwicklung hin zu einem konfliktreicheren Klima» und fordert die Unia auf, die Energie der Gewerkschaft «auf die zahlreichen Arbeitnehmer zu konzentrieren, die keinen GAV haben».

*Dieser Artikel wurde zuerst in der französischsprachigen Unia-Zeitung «L’Evénement syndical» veröffentlicht und erscheint hier in einer leicht abgeänderten Version.

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