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Elektroautos: Hat der TCS den VCS links überholt?

Elektroautos sind bereits heute viel umweltfreundlicher als fossil angetriebene Autos. Das zeigen Berechnungen des Touring-Clubs der Schweiz (TCS). Dank einem TCS-Tool können wir jetzt auch nachschauen, wie viel ein künftiges Auto in der Anschaffung und im Betrieb an CO2 ausstösst: Sensationell!

ALLES INBEGRIFFEN: Sauber gerechnet sind Elektroautos bereits heute sauberer als Benziner oder Diesler und Hybride. Und zwar massiv. (Foto: SRF / Kassensturz)

Es spielt eigentlich keine Rolle, wo auf der Welt der CO2-Ausstoss reduziert wird. Wichtig ist nur, dass er effektiv reduziert wird. Bei vielen Projekten, wie etwa Aufforstungen, ist aber Vorsicht geboten: Halten die Investitionen, was die Investoren versprechen?

Die Grünen wollen weniger graue Energie importieren. Und diese Reduktion auf den Inlandverbrauch anrechnen. Was heisst das konkret? In jedem importierten Auto stecken als graue Energie rund 18 Tonnen CO2. Bei Elektroautos nicht viel mehr als bei Hybrid-, Diesel- und Benzinautos.

Sensationell und trotzdem wahr: Alle von uns können ausgerechnet dank dem Touring-Club der Schweiz nachschauen, wie viel ihr künftiges Auto in der Anschaffung und im Betrieb an CO2 ausstösst. Elektroautos sind gemäss diesen TCS-Berechnungen bereits heute viel umweltfreundlicher als fossil angetriebene fahrende Untersätze. Deshalb empfiehlt der TCS den Kauf von Elektroautos. Wer hätte das vor zwei, drei Jahren gedacht?

Die Autoindustrie macht ihrerseits brutal Druck auf ihre Zulieferer, damit diese möglichst schnell klima­neutral werden. Und auch die eigene Produktion wird energetisch optimiert. Die Grünen haben mit dem Einbezug der grauen Energie die Büchse der Pandora geöffnet: Bisher waren nur die Rechten für Kompensationen des CO2-Ausstosses im Ausland oder aus dem Ausland. Neu sind jetzt auch die Grünen in diese Logik eingestiegen.

ONSHORE-WINDKRAFT. Jede Woche werden neue Ideen geboren und lanciert. Der deutsche SPD-Politiker Johann Saathoff ist zuständig für die Zusammenarbeit Deutschlands mit Russland. Der Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel bringt den Zwischenstand der Überlegungen so auf den Punkt:

Russenwind 1: Windkraftwerke an Land (Onshore) sind immer viel günstiger als Windkraftwerke im Meer. Leuchtet allen ein, obwohl auch Offshore-Kraftwerke gewaltige Fortschritte machen.

Russenwind 2: In Deutschland kann man fast gar keine neuen Onshore-Windkraftwerke bauen. Umgekehrt hat es in Russland jede Menge sensatio­nell guter Standorte. Und das Land ist nur dünn besiedelt. 34 Mal dünner als die Schweiz.

Russenwind 3: Das deutsche Unternehmen Enercon baut die besten landgestützten Windkraftwerke.

Russenwind 4: Man kann den Strom nicht nur als Wasserstoff über bestehende Pipelines nach Deutschland pumpen, inklusive der Nord Stream 2. Nein, man kann Strom dank Gleichstromleitungen auch über 5000 und mehr Kilometer kostengünstig transportieren.

Angela Merkel hat hier offenbar noch etwas Grosses in petto. Die Versöhnung von Deutschland und Russland dank und mit Russenwind erzeugtem Ökostrom und grünem Wasserstoff.

Schon bisher haben die Schweizer Elektrizitätswerke im Ausland erfolgreich in Windkraft investiert.

Sollen sie neu mit in Russland einsteigen, wenn sich diese Tür ­öffnet?

Vielleicht wäre es sinnvoller, wenn man in abgelegenen Landstrichen von Kroatien und Bosnien-Herzegowina das Glück versuchen würde.

Links zum Thema:

  • rebrand.ly/generationenwechsel
    Der deutsche Windenergie­anlagen-Produzent Enercon wäre der grosse Gewinner, wenn sich Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin in Sachen Russenwind einigen könnten. Die beste Turbine des Jahres 2020 stammt von Enercon. Das Unternehmen ging nie an die Börse, sondern gehört der Alois-Wobben-Stiftung. Vorbild ist der Bosch-Konzern, der ebenfalls von der Stiftung kontrolliert wird und heute auf vielen Gebieten weltmarktführend ist. Es braucht keine Aktien und keine Börsen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Kein Detail: Bosch ist bereits 2021 klimaneutral.
  • rebrand.ly/autovergleich
    Das Paul-Scherrer-Institut (PSI) hat für den Touring-Club der Schweiz dieses phantastische Tool zusammengestellt. Resultat: Elektroautos sind schon jetzt sehr gut. Und werden immer besser. Alle, die nächstens ein Auto kaufen wollen, sollten für einmal dem TCS vertrauen. Er hat den VCS links überholt.

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