3 brisante Fragen an Unia-Geschäftsleitungsfrau Véronique Polito

Warum hat die Unia im letzten Jahr Mitglieder verloren?

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Im letzten Jahr hat die Unia so viele Mitglieder verloren wie noch nie. work hat nachgefragt.

IM WANDEL: Die Unia durchläuft zurzeit einen Transformationsprozess. Der Dienstleistungssektor erhält mehr Gewicht. Im Bild der Unia-Kongress von 2016. (Foto: Thierry Porchet)

work: Wie viele Mitglieder genau hat die Unia 2018 verloren?
Véronique Polito: Bis 2017 ist die Unia kontinuierlich gewachsen, doch 2018 mussten wir einen Rückgang verzeichnen. Per Ende 2018 zählte die Unia 193’096 Mitglieder, das sind rund 7000 weniger als im Vorjahr. Dieses Jahr sehen die ­Zahlen aber schon wieder besser aus.

Unia-Geschäftsleitungsmitglied Véronique Polito. (Foto: Manu Friedrich)

Was sind die Gründe für diesen Rückgang?
Letztes Jahr mussten wir leider ausserordentlich viele Austritte verzeichnen. Unter anderem traten zahlreiche Mitglieder aus, weil sie zurück in ihr Heimatland gingen. Vor allem nach Portugal. Ganz grundsätzlich stecken wir aber in einem Transformationsprozess – und nicht nur wir, sondern alle Gewerkschaften: Die Zahl der Beschäftigten in den traditionellen Branchen Bau und Maschinenindus­trie nimmt ab. Und damit auch die Zahl der Mitgliedschaften aus diesen Branchen. Das stellt uns vor eine grosse Herausforderung. Entweder es gelingt uns, die wachsende Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungssektor für die Gewerkschaften zu gewinnen, also zum Beispiel im Detailhandel, in der Logistik, der Langzeitpflege oder der Reinigung, oder die Gewerkschaften verlieren langfristig ihre Bedeutung. Dieser Transformationsprozess gelingt uns eben nicht jedes Jahr gleich gut.

Per Ende 2018 zählte die Unia 193’096 Mitglieder.

Was will die Unia gegen den Mitgliederverlust tun?
Schon heute ist der Dienstleistungssektor innerhalb der Unia der grösste Sektor. Wir organisieren mehr Junge, mehr Frauen und mehr Verkäuferinnen als noch vor zehn Jahren. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und den wollen wir weitergehen.

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