Rosa Zukunft ‒ Technik, Umwelt, Politik

Loop-Shuttles: Sausen wir bald unterirdisch von Bern nach Mailand?

Früher oder später müssen wir Alternativen zum umweltschädlichen Fliegen finden. Bereits heute testen die SBB im Wallis eine Hochgeschwindigkeitszugstrecke. Und Tesla-Gründer Elon Musk propagiert rasend schnelle Elektro-Shuttles.

TURBO-TUNNEL: In Elektro-Shuttles können wir vielleicht eines Tages in kleinen Tunneln mit Tempo 240 quer durch Europa hetzen. (Foto: The Boring Company)

Die mächtigsten Albatrosse haben eine Flügelspannweite von 3,5 Metern und bringen 13 bis 15 Kilo auf die Waage. Sie sind die grössten Vögel, die alle Katastrophen der Erdgeschichte überlebt haben. Und sie sind wahre Wunder der Natur. Albatrosse können ununterbrochen 20’000 Kilometer in der Luft bleiben und sich unterwegs von einigen Fischen ernähren. Eine solche Distanz schafft bis heute kein Flieger von Boeing oder Airbus.

Wer sich mit einem dieser Düsenflugzeuge auf die Reise macht, verbrennt auch mit den neuesten Maschinen 3 Liter Kerosin pro 100 Kilometer. Diese 3 Liter produzieren – wegen der Reisehöhe der Jets von 10’000 Metern über Meer – gleich viel klimarelevante Schadstoffe wie ein Auto, das auf 100 Kilometer unverantwortliche 9 Liter Benzin oder Diesel schluckt.

LÖSUNGEN.Wird der Flugverkehr früher oder später umweltfreundlicher? Vielleicht dank wasserstoffgetriebenen Elektromotoren? Oder lösen neue Technologien wie der Hyperloop das Fliegen schrittweise ab? So oder anders werden wir Lösungen finden müssen. Denn die Lust des Menschen, in fremde Länder zu reisen, nimmt nicht ab, sondern zu. Daran wird keine CO2-Abgabe etwas ändern, so richtig sie als Signal auch ist.

TESTSTRECKE. Kennen Sie den Gemeindepräsidenten von Collombey-Muraz VS? Sagt Ihnen der Name Yannick Buttet noch etwas? Buttet musste als Nationalrat zurücktreten, weil er ständig mehr oder minder besoffen Frauen belästigte. Jetzt ist er trocken und sieht wieder verdammt «buschper» aus.

Ausgerechnet auf dem Gebiet seiner Gemeinde Collombey-Muraz wird nun eine Hyperloop-Teststrecke gebaut. Mit Hilfe der SBB. Hyperloop ist nichts anderes als die von Tesla-Gründer Elon Musk geklaute Idee der Swiss-Metro: In einem weit­gehend luftleeren Rohr sausen bis zu 1000 Kilometer schnell kleine Kompositionen von Punkt A zu Punkt B, die von Magnetschienen angetrieben werden.

Wird das funktionieren? Vielleicht werden nicht Hyperloops die Flugzeuge ersetzen, sondern das ebenfalls von Musk propagierte System Loop wird den Fernverkehr in den Alpen revolu­tionieren. Schlicht und einfach, weil der Bau von Hochgeschwindigkeitszug-strecken in den Alpen zu teuer ist. Das Loop-Konzept in Stichworten:

  • Neue Bohrmaschinen bauen Tunnel, die im Rohbau einen Durchmesser von nur 4,5 Metern aufweisen.
  • Durch diese Tunnel rasen kleine Elektro-Shuttles mit Tempo 240, die uns somit in gut einer Stunde von Bern nach Mailand oder Strassburg bringen.

Drei Probleme stellen sich: Erstens ist Musk manisch-depressiv. Man weiss nie, was als nächstes kommt. Zweitens braucht es aus Sicherheitsgründen vermutlich am Ende drei parallele Tunnelröhren. Und drittens verdreifacht der Luftwiderstand den Energieverbrauch in Tunnel.

Ist das alles nicht zu viel Zukunftsmusik? Vielleicht und vielleicht auch nicht. Denn neu sind die Chinesen ja nicht mehr hinter dem Mond. Sondern sie landen als erste hinter dem Mond.

Kehren wir zurück zu den bewährten Modellen der Evolution. Neu werden 150 Albatrosse mit nur 70 Gramm schweren Peilsendern ausgestattet. Sie sollen bei ihren Flügen über die Meere illegale Fischflotten ausfindig machen, die ihren Beifang ins Meer werfen.

Links zum Thema:

  • rebrand.ly/albatross
    Albatrosse sollen illegale Fischer ausfindig machen, in deren Netzen und Angelschnüren zu viele von ihnen den Tod finden.
  • rebrand.ly/hyperloop
    Die SBB testen in Collombey-Muraz den Hyperloop. Gemeindepräsident Yannick Buttet freut sich.
  • rebrand.ly/bohrer
    Loop ist im wesentlichen ein Tunnelprojekt. Zentral sind – wie könnte es anders sein – neue Elon- Musk-Bohrmaschinen der nächsten Generation. Ein digitaler Spaziergang lohnt sich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus.