Unia-Chefin Vania Alleva zur Nachfolge Rechsteiner:

«Deshalb hat sich die Unia für Maillard entschieden»

VANIA ALLEVA: «Maillard hat uns durch seine klare Strategie für die Zukunft der schweizerischen Gewerkschaftsbewegung überzeugt.» (Foto: Peter Mosimann)

«Nach zwanzig Jahren als SGB-­Präsident tritt Paul Rechsteiner auf den kommenden SGB-Kongress Ende November von seinem Amt zurück. Für seine Nachfolge stehen mit Barbara Gysi und Pierre-Yves Maillard zwei valable ­Kandidaturen zur Verfügung.

Der Unia-Zentralvorstand hat sich für die Nominierung von Pierre-Yves Maillard entschieden.

Für eine klare Mehrheit des Unia-Zentral­vorstands fielen insbesondere seine lange Verbundenheit mit der Gewerkschafts­bewegung und seine Erfahrungen ins Gewicht. Als Smuv-­Regionalsekretär hat er in der Waadt ­mehrere erfolgreiche Bewegungen ­eingeleitet.
Er hat auch wichtige politische Aktionen initiiert, so etwa das äusserst erfolgreiche Referendum gegen die Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes von 2002. Für Maillard sprach ebenso der Vertretungsanspruch der Romandie. Im Präsidial­ausschuss des SGB stammt gegenwärtig nur eine von neun Personen aus der Romandie. Dies wird der bewegungspolitischen Bedeutung der lateinischen Schweiz in keiner Weise gerecht.

Frauenanliegen sind für die Unia sehr wichtig, auch in unserer eigenen Organisation. Das beweisen wir mit unserem grossen Engagement für die Gleichstellung und die Frauenrechte. Wir erhöhen den Frauenanteil in unserer Mitgliedschaft kontinuierlich, wir haben eine Geschlechterquote in den ­Führungsgremien, und das Geschlecht ist bei der Besetzung von Führungspositionen immer ein wichtiger Faktor. Auch in der SGB-Familie haben Frauen eine immer grössere Bedeutung. Mehrere Verbände werden heute von Frauen geleitet. Dies schlägt sich auch zunehmend in der Zusammensetzung des SGB-Präsidialausschusses nieder. Doch für die Nachfolge Rechsteiner gab es nicht nur das Kriterium des Geschlechts zu berücksichtigen.

Maillards klare strategische Prioritäten für die Zukunft der schweizerischen Gewerkschaftsbewegung haben auch andere Verbände überzeugt. So hat Maillard neben der Nominierung durch die Unia auch die Nomina­tionen durch die Gewerkschaft des Verkehrs­personals SEV und den Gewerkschaftsbund Waadt sowie die Unterstützung durch die Gewerkschaft Syndicom erhalten.»

Die Wahl des/der neuen SGB-Präsidenten/-in erfolgt am 1. Dezember durch die Delegierten am SGB-Kongress.

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