Schock bei Burckhardt in Winterthur!
Auf Rekordgewinn folgt Massenentlassung

Die Maschinenbaufirma Burckhardt Compression will 220 Stellen abbauen, 150 davon am Hauptsitz in Winterthur. Und das ohne jegliche wirtschaftliche Not. In den letzten fünf Jahren hat sich der Konzerngewinn verdoppelt und die Dividendenzahlungen sogar verdreifacht. 

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MITARBEITER BANGEN UM IHRE JOBS: Hauptsitz von Burckhardt Compression in Winterthur. (Foto: Keystone)

Zu Sicherung der «Wettbewerbsfähigkeit» und des «nachhaltigen Erfolgs», mit diesen hohlen Worten verkündete CEO Fabrice Billard (56) heute die Schocknachricht für die Mitarbeitenden von Burckhardt Compression: 150 Mitarbeitende in Winterthur und 70 an weiteren Standorten sollen entlassen werden. Insgesamt beschäftigt Burckhardt derzeit gut 3300 Mitarbeitende, am Hauptsitz in Winterthur sind es etwas über 1000.

Burckhardt ist der grösste Produktionsbetrieb in Winterthur und einer der Marktführer für Maschinen zur Herstellung und beim Transport von Flüssiggas (LNG). Aber auch in klimafreundlicheren Energiesektoren hat die Firma Erfolg, so etwa mit Kompressoren, die in der Lieferkette von Solarpanels zum Einsatz kommen. 

Jährlich über 100 Millionen Gewinn

Dieses Boom-Geschäft brachte Burckhardt in den letzten fünf Jahren jährliche Gewinnsteigerungen von bis zu 40 Prozent. 2025 verdiente die Firma 110 Millionen Franken und liess damit die Kassen der Aktionäre klingeln. Die Konzernleitung hat die Dividenden in den letzten fünf Jahren verdreifacht und rekordhohe Dividendenrenditen bezahlt. Der Umsatzrückgang von 3,5 Prozent im letzten Jahr war dagegen vollständig auf Währungseffekte zurückzuführen. Nach der vollständigen Umsetzung der Massenentlassung will der Konzern jährlich 20 Millionen Franken sparen und verspricht den Aktionären weiterhin eine EBIT-Marge (operativer Gewinn im Verhältnis zum Umsatz) von rund 12 Prozent. Bei einem Umsatz von jährlich fast einer Milliarde Franken macht das weiterhin über 100 Millionen Franken Gewinn. Wahrscheinlich ist auch, dass Burckhardt künftig weitere Aktivitäten nach Indien verlagert. 

Unia unterstützt Mitarbeitende 

Entsprechend irritiert ist die Gewerkschaft Unia, welche das Konsultationsverfahren als Sozialpartnerin begleitet. Nachdem bereits im November 2025 rund 70 Mitarbeitende in den Bereichen Marketing, Verkauf und IT von Kündigungen betroffen waren, soll der aktuelle Stellenabbau auch Mitarbeitende in der Produktion treffen. Dort sind auch zahlreiche Unia-Mitglieder tätig. Violeta Ruoss, Co-Regionalleiterin der Unia Zürich-Schaffhausen, sagt:

Dass bei einem wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen innerhalb kurzer Zeit Hunderte Arbeitsplätze zur Disposition stehen, ist mehr als befremdlich. Die Mitarbeitenden haben massgeblich dazu beigetragen, dass Burckhardt Compression heute so gut dasteht.

Bis zum Ende des Konsultationsverfahren am 9. September wird sich die Unia intensiv mit den angekündigten Massnahmen und insbesondere mit dem Sozialplan auseinandersetzen.

Unia-Frau Ruoss sagt: «Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Betroffenen nicht einfach die Konsequenzen einer strategischen Entscheidung tragen müssen. Wer über Jahre zum Erfolg von Burckhardt Compression beigetragen hat, verdient faire Bedingungen und eine echte Perspektive.» 

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