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Der Bundesrat hat uns in den Verhandlungen mit Trump bis auf die Knochen blamiert

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Arschkriechen bringt bei Donald Trump definitiv nichts, das haben inzwischen fast alle begriffen. Er fordert ein kleineres Handelsbilanzdefizit. Kann er haben – und erst noch zu tiefen Kosten für die Schweiz! Und dann könnten wir uns wieder den wirklich wichtigen Fragen der Zeit zuwenden.


AS «TEAM SWITZERLAND»: Mit diesen Herren reisten Guy Parmelin (Mitte) und Karin Keller-Sutter in die USA. Dabei waren Medikamentenabzocker, Rohstoff- spekulanten und Anti-EU-Milliardäre wie der Mormonen-Bischof Fredy Ganter (dritter v. r.). Aber niemand von der Maschinenindustrie, niemand von der Uhrenindustrie und niemand von den Gewerkschaften. Ein Skandal! (Foto: PD)

Das EWR-Land Liechtenstein zahlt 15 Prozent Zölle auf seine Exporte in die USA. Die Schweiz bezahlt neuerdings 39 Prozent! Der Bundesrat hat uns in den Verhandlungen mit Trump bis auf die Knochen blamiert. Auch beim Deal um die unbrauch­baren F-35-Kampfjets, die er von den USA kaufen will. Richtig berechnet, kosten die jetzt nämlich nicht sechs, sondern neun Milliarden Franken.

Bis Ende Oktober sollen die Zollverhandlungen mit Trump abgeschlossen sein, und bis dann werden die USA die Zeit nutzen, um uns zu erpressen. Erfreulich: Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer wollen sich vom grossen Gessler Trump nicht erpressen lassen. Das belegen alle Umfragen. Genauso wenig wie China und Brasilien. Beide Länder verzichteten bisher auf Arschkriecherei, obschon Trump sie ebenfalls mit Hammerzöllen belegen will. Das wirkt: Trump ist zumindest gegenüber China inzwischen zurückgekrebst

Medikamente

Die Schweiz müsste Trump auffordern, die zu hohen US-Medikamentenpreise mittels eines Preisüberwachers auf das Niveau von Deutschland zu senken. 15 Milliarden des Handelsbilanzdefizits wären so mal weg.

Goldexporte

Die Schweiz müsste auf Goldexporten Ausfuhrzölle erheben. So wie dies Swatch-Patron Nicolas Hayek fordert. Die reichen USA würden die Goldbarren in den Safes der Schweizer Kantonalbanken bunkern. Weitere 30 Milliarden des Handelsbilanzdefizits wären weg.

Importzölle

Die Schweiz müsste die absurd hohen Zölle von bis 187 Prozent auf US-Steaks und US-Chlorhühnern auf null senken. Die Schweizer Bäuerinnen und Bauern müsste man, sofern sie leiden, mit Direktzahlungen abgelten.

Kampfjets

Das Volk muss die Frage an der Urne entscheiden.

Bis das alles funktioniert, müsste die Schweiz auch jenen Betrieben Kurzarbeitsentschädigung bezahlen, die viel für den US-Markt produzieren. Zum Beispiel dem Kaffeeautomatenhersteller Thermoplan oder dem Autozubehörunternehmen Scintilla. Damit wäre das Handelsbilanzdefizit weitgehend weg. Zu tiefen Kosten! Und wir könnten uns den wirklich grossen Fragen zuwenden.

AHV und KI

Zwei scheinbare Schreckensszenarien stehen derzeit im Raum: Das erste malt die Zukunft unserer AHV schwarz und rät zu ihrer Sanierung. Das zweite ist ebenso düster und warnt vor ­Massenarbeitslosigkeit wegen der humanoiden Roboter und der künstlichen Intelligenz (KI).

Bereits vor 30 Jahren malte ein Bericht des Bundes mit viel zu pessimistischen Annahmen die AHV schwarz. Der Gewerkschaftsbund und die SP kritisierten den sogenannten IDAFiSo-Bericht damals stark. Und sie bekamen recht.

Das sollten wir erstens nie vergessen. Und zweitens den Zusammenhang denken zwischen AHV, humanoiden Robotern und KI. Ich bin der Meinung, dass letztere zu einer Erhöhung der Arbeitsproduktivität pro Arbeitsstunde führen. Und nur auf die kommt es an. Wir alle müssten dann weniger bezahlte und unbezahlte Arbeitsstunden leisten, die Lebensarbeitsstunden würden sinken. Mehr Rentnerinnen und Rentner wären dann ein Segen!

Link zum Thema:

  • rebrand.ly/medi-preise Wenn in Frankreich ein Medikament 100 Dollar kostet, dann kostet das gleiche Medikament in der Schweiz 190 Dollar. Und in den USA 300 Dollar. Das US-Gesundheitswesen ist auch deshalb zu teuer. Und erst noch ineffizient! Die Lebenserwartung in den USA steigt nicht, sondern sie sinkt. Donald Trump muss die Medikamentenpreise wegen der Steuergeschenke für die Reichen senken, sonst wird er die Midterm-Wahlen verlieren.

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