Rosa Zukunft ‒ Technik, Umwelt, Politik
Elektrolastwagen: Verschrotten wir die ineffiziente Hupac!

Die Zukunft gehört national und international den Elektrolastwagen. Und dem Verlagerungssystem Cargo Beamer. Es ist viel effizienter als «unser» Hupac-Verladesystem. Doch in der Schweiz scheint das nicht zu interessieren. Fast wären wir versucht zu verzweifeln, doch der technische Fortschritt gibt Hoffnung.

Beitrag vorlesen lassen.
0:00 / 6:09
HAT DAS RENNEN VERLOREN: Das Schweizer Verladesystem Hupac kann mit dem Verlagerungssystem von Cargo Beamer nicht mithalten. (Foto: Wikipedia)

Jedes Jahr brettern weit mehr als 2,4 Millionen schwere Lastwagen über den Brenner. Am Gotthard sind es nur 700'000 Brummer. Wegen der LSVA, der Schwerverkehrsabgabe, gibt es hier einen Umwegverkehr: Hätte das Schweizer Volk die Alpeninitiative 1994 nicht angenommen, würden heute rund 400'000 Lastwagen statt über den Brenner über den Gotthard fahren.

Pro Kilometer bezahlt ein Last­wagen in der Schweiz, je nachdem wie umweltfreundlich er ist, knapp einen Franken Schwerverkehrsabgabe. Diese im internationalen Vergleich sehr hohe Belastung hat in Sachen Logistik zu einem Innovationsschub geführt. Nur wer seine Lastwagen in der Schweiz auf der Hin- und Rückfahrt auslastet, kann Kosten sparen und Geld verdienen. Angesichts der hohen Dieselpreise erst recht wichtiger denn je. 

Isolation

Doch das im alpenquerenden Güterverkehr auf dem Schienenweg tätige Schweizer Unternehmen Hupac hat inzwischen das Rennen gegen das viel effizientere Verladungssystem Cargo Beamer verloren. Der Grund: Hupac kann nur kranbare Aufleger transportieren, Cargo Beamer dagegen 90 Prozent aller Lasten. Die SBB scheinen dies begriffen zu haben. Sie haben der BLS die Cargo-Beamer-Verbindung zwischen Domodossola und dem deutschen Kaldenkirchen weggeschnappt. War bisher niemandem auch nur eine Zeile wert!

Und leider lahmt auch der Verein Alpeninitiative – und er wurde erst noch umgetauft. Er firmiert nun unter dem Namen «Pro Alps» und konzen­triert sich neu vorab auf drei Dinge: erstens den Verkauf von Honig, zweitens das Wandern und drittens auf die Unterstützung der ineffizienten Hupac.

Anders in Tirol: Dort haben die Menschen die Nase voll und beginnen, den Brenner regelmässig zu blockieren. Niemand von unseren Schweizer Verkehrspolitikerinnen und -politikern wurde allerdings südlich von Innsbruck gesichtet. Hoch lebe die inter­nationale Isolation!

Elektro

Fast wären wir versucht zu verzweifeln: Unter anderem, weil Deutschland in den nächsten zehn Jahren eisenbahnseitig keinen roten Cent in die Zufahrtslinien zum Lötschberg, Gotthard und Brenner investieren wird. Doch der technische Fortschritt macht Hoffnung: Die Elektrolastwagen setzen sich rasend schnell durch. Der chinesische ­Konzern Sany bringt für einen ­lächerlichen Preis von weniger als 200'000 Franken den 263 S mit einer Reichweite von 500 Kilometern auf den Markt. Mit 1,2 Millionen Kilometern Garantie. In der Schweiz gibt es nur 55'000 schwere Lastwagen. Alle Stinki-Diesel zu ersetzen wäre für nur elf Milliarden Franken möglich, das ist so viel, wie uns die Landwirtschaft pro Jahr, richtig berechnet, kostet.

Umstellen

Technisch gesehen ist alles kein Problem und rechnet sich. Politisch braucht es etwas Hirschmalz. 

Das Hupac-System muss verschrottet werden. Es soll durch Cargo-Beamer-­Lade-und-Entlade-Stationen ersetzt werden. Bitte Video anschauen (siehe Link-Box unten). Das geht nicht ohne Schmieren und Salben. 

Damit die Gotthardlinie etwas Verkehr erhält, muss in der Lombardei der Hupac-Umschlagterminal Busto Arsizio umgerüstet werden.

Im Raum Basel braucht es einen grossen Cargo-Beamer-Terminal, der pro Jahr eine Million Container und Aufleger verladen kann, die schwer­gewichtig Richtung Domodossola und Busto Arsizio versandt werden oder von dort herkommen.

Der Bund muss einen Fonds schaffen und allen, die auf Elektrolastwagen umsteigen, diese pro Kilometer zum Preis von 40 Rappen vermieten. Damit auch der letzte Lastwagen umgestellt wird.

KI kann so ein Szenario vermutlich leicht berechnen.

Links

Wir lesen da: Bei der Thurgauer Transportfirma Hugelshofer befindet sich zurzeit ein erster chinesischer Sany-Lastwagen in der Werkstatt. Man bereite ihn für die Vorführung bei der Motorfahrzeugkontrolle vor, sagt CEO Martin Lörtscher. Den Preis gibt er mit unter 200'000 Franken an. (…) Beim Transport­unternehmen Schöni möchte man genau wie bei Hugelshofer Fahrzeuge chinesischer Anbieter frühzeitig testen. «So verpassen wir nichts», sagt der Inhaber und Präsident des Verwaltungsrats der Firma. Mercedes und Volvo werden preislich nachziehen.


Video: Brenner wegen Demo gesperrt!


So funktioniert das Cargo-Beamer-System. X-mal effizienter als das heutige Hupac-System.

Schreibe einen Kommentar

Bitte fülle alle mit * gekennzeichneten Felder aus.