1x1 der Wirtschaft
Mindestlöhne führen zu mehr Bildung

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In der Juni-Session haben die Bürgerlichen im Parlament ihren Angriff auf die kantonalen und städtischen Mindestlöhne durchgedrückt (zum work-Dossier).

Obwohl gesetzliche Mindestlöhne nachweislich wirken und die tiefen Löhne anheben und somit Erwerbsarmut verhindern, beschwören Arbeitgeber und bürgerliche Politiker immer wieder deren angeblichen negativen Auswirkungen. So wird behauptet, gesetzliche Mindestlöhne führten zu mehr Arbeitslosigkeit. Dies wurde in verschiedenen Studien widerlegt, so zum Beispiel für die Kantone Genf, Neuenburg und Tessin.

Studie widerlegt Behauptung

Es wird auch behauptet, gesetzliche Mindestlöhne würden die Anreize für Bildung zunichtemachen. Auch diese Behauptung wurde kürzlich widerlegt. Das Gegenteil ist nämlich der Fall: Katarina Zigova von der Universität Zürich und Thomas Zwick von der Universität Würzburg zeigten, dass die Einführung der kantonalen Mindestlöhne in der Schweiz nicht zu weniger, sondern zu mehr Weiterbildung führten.

Mit der Einführung der Mindestlöhne nimmt der Anteil der Arbeitnehmenden mit Weiterbildung um 8 Prozent zu. Die Zeit, welche die Arbeitnehmenden für Weiterbildung investieren, nimmt sogar um 14 Prozent zu. Durchschnittlich wenden die Arbeitnehmenden eine halbe Stunde mehr pro Monat für Weiterbildung auf. Diese findet vor allem während der Arbeitszeit statt und wird zum grössten Teil von den Arbeitgebern finanziert. Diese Resultate zeigen, dass Arbeitgeber in Weiterbildung investieren, wenn Mindestlöhne eingeführt werden.

Realitätsfremde Bürgerliche

Zudem finden die Autorinnen und der Autor keinen negativen Effekt von Mindestlöhnen auf die Ausbildung von Lernenden. Dies widerlegt die Behauptung, dass junge Menschen keinen Anreiz haben, eine Lehre zu machen, wenn es einen Mindestlohn gibt. Diese Aussage ist auch deshalb realitätsfremd, da die kantonalen und städtischen Mindestlöhne in der Schweiz gerade mal das Existenzminimum abdecken. Grund- und Weiterbildungen lohnen sich natürlich trotzdem, wenn dadurch ein höheres Lohnniveau erreicht wird. Zudem lohnt sich Bildung auch deshalb, weil so das nötige Fachwissen erlangt wird und die Attraktivität des Berufs steigt.
 
Die Unia wehrt sich zusammen mit den anderen Gewerkschaften mit einem Referendum gegen den unverschämten Angriff der Bürgerlichen auf die gesetzlichen Mindestlöhne. Unterschreibe hier und erzähle Freunden, Familie und Bekannten davon.

Noémie Zurlinden ist Ökonomin bei der Unia.

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