Breite Jugendallianz
(Fast) alle Jungen gegen die SVP

Eine breite Allianz aus Jugend­organisationen und Jungparteien kämpft gegen die Chaosinitia­tive. Nur der Jungfreisinn tut sich schwer.

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IN DER SACHE VEREINT: Vertreterinnen von Jungparteien und Jugendverbänden engagieren sich gemeinsam. (Foto: Manu Friederich)

Personenfreizügigkeit futsch, Wiedereinführung des Saisonnierstatuts, unterfi­nan­zierte Sozialwerke und eine gespalte­ne Gesellschaft. Diese Schweiz ist auch der jungen Generation ein Graus. Deshalb kämp­­­­fen Juso, Junge Grünliberale, Junge Mitte, Junge Grüne, Junge EVP mit dem Dachverband der Schweizer Jugendver­­­­bän­­de (SAJV), der SGB-Jugendkommission und dem Verband der Schwei­zer Studierendenschaften (VSS) gemeinsam gegen die SVP-Chaosinitiati­­ve. Im work-Video sagt Leona Eckert (20), Co-Präsidentin der Jungen EVP Schweiz: «Die Initiative setzt bewährte Abkommen wie die Personenfreizügigkeit leichtsinnig aufs Spiel, gefährdet die Beziehungen zur EU und setzt damit die Zukunftschancen der Jungen aufs Spiel.»

Studieren und arbeiten in Europa

Die Jugendallianz will eine Zukunft, in der sich junge Menschen frei bewegen und ihr Leben selber gestalten können. Gerade auch jüngere Menschen sollen studieren und arbeiten können, wo sie möchten – und dies unter fairen Bedingungen. Die Personenfreizügigkeit, Austauschprogramme wie Erasmus und die gegenseitige Anerkennung von Diplomen machen dies möglich. Offenheit, Austausch und Vielfalt sind für die Jugendallianz Grundvoraussetzungen für eine chancenreiche Zukunft.

Kein Saisonnierstatut mehr

Auch Unia-Jugendsekretärin Félicia Fasel (27) ist beim work-Videodreh dabei:

Die Initiative gefährdet unsere Zukunft, schränkt unsere Chancen ein, schwächt den Schutz unserer Löhne und stellt grundlegende Rechte in Frage, die wir für selbstverständlich hielten.

Die Geschichte zeige, wohin dies führe: Unter dem Saisonnierstatut durften ausländische Arbeitskräfte nur temporär und unter prekären Bedingungen in der Schweiz bleiben. Ihre Familien hatten kein Aufenthaltsrecht, was dazu führte, dass viele Kinder vor den Behörden versteckt wurden und nicht zur Schule gehen konnten. Die Allianz schreibt: «Jüngere Generationen haben diese Realität nicht miterlebt – und wir setzen uns dafür ein, dass sich solche unwürdigen Zustände nie mehr wiederholen.»

Jungfreisinn aussen vor

Klingt schlüssig – aber nicht für den Jungfreisinn. Der FDP-Nachwuchs bleibt der ­Allianz nämlich fern, obwohl er offiziell die Nein-Parole vertritt. Dazu Präsident ­Jonas Lüthy (23): «Junge Allianzen sind dann sinnvoll, wenn sich aus einer Vorlage eine besondere Betroffenheit der jungen Generation ergibt.» Bei der Chaosinitiative sei das nicht ersichtlich. «Sie hätte insgesamt verheerende Konsequenzen.» Also bloss eine Frage der Taktik? Oder ist man sich nicht doch etwas zu bequem, zumal die Zürcher Sektion Stimmfreigabe beschlossen hat und jene aus Schwyz sogar für ein Ja wirbt? Lüthy verneint. Auf natio­naler Ebene sei die Parolenfassung sehr deutlich ausgefallen. Und für den Schlussspurt werde man sich noch ordentlich ins Zeug legen. Man darf also gespannt sein!

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