Laura mal lautLaura und der Startschuss
Dieser Sommer hat’s wirklich in sich. Er fordert mir viel ab. Ich organisiere mein Leben auf allen Ebenen neu.

Die neuen Daten des Bundesamtes für Statistik zeigen: Die Löhne stiegen 2025 um durchschnittlich 1,8 Prozent. Da die Teuerung – der durchschnittliche Anstieg der Preise – mit 0,2 Prozent letztes Jahr tief war, erhöhten sich die Löhne auch real um 1,6 Prozent. Das heisst, die Leute haben endlich wieder mehr Geld im Portemonnaie. Ein richtiger Grund zur Freude ist das aber noch nicht. Da die Lebenskosten in den letzten Jahren stark zunahmen und die Löhne mit diesem Anstieg nicht mithielten, gibt es noch immer einen Nachholbedarf. Seit 2016 stiegen die Reallöhne durchschnittlich bloss um mickrige 0,7 Prozent. In vielen Branchen sind die realen Löhne heute sogar tiefer als 2016: Die Leute können sich also weniger leisten als vor 10 Jahren.
Eigentlich sollten die Reallöhne gleich stark steigen wie die Produktivität. Diese stieg seit 2016 um mehr als 12 Prozent, also viel stärker als die Reallöhne. Die Arbeitnehmenden werden also immer produktiver. Davon haben sie aber nichts. Stattdessen wird die von ihnen erwirtschaftete Wertschöpfung an die Besitzenden umverteilt. Zusätzlich sind die immer weiter steigenden Krankenkassenprämien eine riesige Belastung. In den letzten drei Jahren stieg die durchschnittliche Prämie für die obligatorische Krankenversicherung jährlich zwischen fast 5,5 und über 8 Prozent. Da die Krankenkassenprämien in der Teuerung nicht berücksichtigt werden, ist der Kaufkraftverlust der letzten Jahre in Wirklichkeit noch viel grösser.
Immerhin haben sich die Löhne für Arbeitnehmende mit Gesamtarbeitsverträgen (GAV) besser entwickelt. Im Gegensatz zu den restlichen Löhnen haben die GAV-Löhne die Verluste der letzten Jahre wieder aufgeholt. Gewerkschaften und kollektive Verhandlungen ermöglichen also reale Verbesserungen der Löhne.
Dieses Jahr haben wir es wieder mit einer höheren Teuerung zu tun. Und eine Entspannung bei den Krankenkassenprämien ist nicht in Sicht. Die Arbeitgeber müssen endlich den Ernst der Lage anerkennen – es braucht signifikante Lohnerhöhungen für alle!
Noémie Zurlinden ist Ökonomin bei der Unia.