Nach Jahren des Gezänks: Historischer GAV-Erfolg

Die Basler Gärtner feiern!

Jonas Komposch

NACHHALTIG: Ein GAV-Baum für die Zukunft. (Foto: Unia)

Nach Jahren des Gezänks und juristischer Hickhacks gelang im März endlich der Durchbruch: Die Unia ist erstmals Teil des Gesamtarbeitsvertrags für die grüne Branche beider Basel. Das hat sie mit den bisherigen Vertragspartnern Grüne Berufe Schweiz und Jardin Suisse so vereinbart. Der Basler GAV ist somit der aktuell einzige Gärtner-GAV der Deutschschweiz, an dem die Unia beteiligt ist. In den anderen Kantonen sperren sich die Meister noch gegen die Gewerkschaft, die notfalls auch den Hosenlupf nicht scheut. Der Schaffhauser Gärtnerstreik von 2013 sitzt vielen Meistern noch immer in den Knochen. Umso wichtiger der Erfolg im Dreiländereck. Und der wollte gebührend gefeiert werden.

Am Feierabend des 23. Mai trafen sich über 60 Gärtnerinnen und Gärtner in Allschwil BL. Die Unia stellte Apéro, Znacht und Grill. Sogar einen GAV-Baum haben die Feiernden gepflanzt, damit das Werk auch richtig ­erblühe! Unia-Kampagnenleiterin Marijana Radmanovac betonte: «Das ist ein historischer Moment! Mit dem GAV können wir die Arbeitsbedingungen in der Branche verteidigen und verbessern.»

MITMACHEN

Lucien Robischon, Sektorleiter Bau der Unia Aargau Nordwestschweiz, erinnerte allerdings daran, dass der aktuelle GAV in gut eineinhalb Jahren ausläuft. Nun gehe es darum, möglichst viele Berufsleute zu involvieren. Je mehr mitmachten, desto leichter seien neue Erfolge zu erreichen. Diese kämen letztlich der ganzen Branche zugute: «Mit einem fortschrittlichen GAV, der allgemeinverbindlich ist, gibt es nur Gewinner. Die Firmen haben wieder gleich lange Spiesse, es gibt eine Kontrollmöglichkeit, und der Beruf kann mit einer soliden Weiterbildungsfinanzierung attraktiv gehalten werden.»


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