Stop Mobbing und Sexismus!
Büezerinnen bereit für den Frauenstreik

Eine Unia-Umfrage zu den Arbeitsbedingungen für Frauen auf dem Bau zeigt ­erschreckende Ergebnisse. Deshalb stellen die Büezerinnen für den grossen Frauenstreik am 14. Juni vier starke Forderungen auf.

PROBLEMZONE BAU: In der Branche arbeiten immer noch wenige Frauen – aus vielen Gründen. (Foto: Daniel Ammann)

Ob Malerinnen, Elektrikerinnen oder Maurerinnen – für viele Frauen sind die Arbeitsbedingungen in Bauberufen schwierig (work berichtete: rebrand.ly/stammtischbau). Das zeigen auch die Ergebnisse einer Unia-Umfrage, die an Frauen auf dem Bau gerichtet war. Fast 300 Büezerinnen haben ihre Erfahrungen geteilt – die Ergebnisse sind teilweise schockierend.

Über 90 Prozent der Befragten gaben an, dass auf den Baustellen saubere WC mit fliessendem Wasser und Abfallkübeln fehlen. Für Daniela Karst, Unia-Kampagnenverantwortliche «Frau auf dem Bau», ein Alarmsig­nal: «Für Männer sind dreckige WC ein Hygieneproblem – für Frauen sind sie ein Gesundheitsproblem!» Besonders während der Menstruation sind saubere WC unabdingbar.

Yelines Hofer, Malerin aus Olten, sagt: «Wir brauchen sofort saubere WC.» Denn bezüglich Hygiene geht es auf dem Bau gerade rückwärts statt vorwärts. Noch während der Pandemie waren die Firmen auf den Baustellen verpflichtet, fliessendes Wasser zur Verfügung zu stellen. Heute fehlt das Wasser wieder auf vielen Baustellen.

Mehr als 25 Prozent der Befragten erlebten bei der Arbeit sexualisierte Gewalt.

GEWALT UND BELÄSTIGUNG

Über 25 Prozent der befragten Büezerinnen haben ausserdem angegeben, am Arbeitsplatz sexualisierte Gewalt zu erleben. Auch Mobbing mussten viele erdulden. Damit muss sofort Schluss sein! Deshalb trafen sich die Bau-Frauen der Unia am 22. April zu einer Versammlung in Bern und beschlossen vor Ort vier Forderungen für den kommenden Frauenstreik:

• saubere Toiletten auf der Baustelle,
• Ende von Mobbing, Belästigung und sexualisierter Gewalt am Arbeitsplatz,
• Arbeitszeitverkürzung und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privat­leben,
• höhere Löhne.

FRAUENSTREIK AUF DEM BAU

Bruna Campanello ist Co-Sektorleiterin Sektor Gewerbe und Mitglied der Geschäftsleitung Unia. Sie sagt: «Der Zeitpunkt, für bessere Arbeitsbedingungen einzustehen, ist genau jetzt!» Denn zurzeit fehlten auf den Baustellen die Fachleute, weshalb immer mehr Bauunternehmen versuchten, Frauen anzustellen.

An der Versammlung diskutierten die Büezerinnen, was sie am Frauenstreik auf die Beine stellen wollen. Denn der 14. Juni ist bald da. Eine Malerin hat ihr Plakat schon parat. Darauf steht: «Für eine saubere Baustelle!»

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