Gewerkschafts-Initiative schon vor Ende der Sammelfrist eingereicht:

13. AHV-Rente schafft erste Hürde

Christian Egg

Die ­Gewerkschaften ­fordern eine 13. AHV-­Rente, analog zum 13. Monats­lon Die 130’000 Unterschriften für ihre Volksinitiative waren – für Corona-Bedingungen – in Rekordzeit zusammen.

GROSSER ERFOLG! Trotz Corona waren die Unterschriften für die 13. AHV-Rente schon ein halbes Jahr vor Fristende zusammen. (Foto: SGB)

Die Hälfte der Menschen, die heute pensioniert werden, leben mit Renten von weniger als 3600 Franken pro Monat. Ein Drittel der Frauen hat sogar gar keine Pensionskasse und bekommt nur die AHV-Rente. Das ist zu wenig.

Die Gewerkschaften haben jetzt eine Initiative für bessere Renten eingereicht. Die Forderung ist einfach: Pensionierte sollen eine dreizehnte AHV-Rente bekommen. So wie heute fast alle einen 13. Monatslohn haben. Aufs ganze Jahr gerechnet, entspricht das einer Rentenerhöhung von 8,33 Prozent.

137’000 Unterschriften haben die Gewerkschaften Ende Mai der Bundeskanzlei überreicht. Und zwar schon sechs Monate vor Ablauf der Sammelfrist! Und nach einem Jahr, in dem es immer wieder schwierig bis unmöglich war, auf der Strasse Unterschriften zu sammeln. Für AHV-Expertin Gabriela Medici vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund SGB zeigt das vor allem eines: «Bessere Renten sind für ganz viele Leute ein dringendes Anliegen.»

DRINGENDE VERBESSERUNG

In den letzten Jahren sind vor allem die Renten der Pensionskassen schneller geschmolzen als der Grosse Aletschgletscher. Laut neuesten Zahlen bekamen Arbeitstätige, die 2019 in Rente gingen, sieben Prozent weniger PK-Rente als ihre Kolleginnen und Kollegen zwei Jahre vorher. Weil das System der Pensionskassen abhängig ist von den Profiten am Finanzmarkt.

Deshalb setzen die Gewerkschaften auch nicht bei dieser instabilen zweiten Säule an, sondern bei der zuverlässigen AHV. SGB-Frau Medici: «Die AHV hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Und zwar mit Abstand!» Will heissen: Jeder Franken mehr, der in die AHV fliesst, etwa durch höhere Lohnprozente, steht für bessere Renten zur Verfügung. Ohne Umweg über den unsicheren Kapitalmarkt.

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