Pflegerinnen und Pfleger gehen auf die Strasse:
Endlich Taten statt nur Worte!

Ein Jahr Corona – und nichts hat sich geändert. Am 12. Mai forderten ­Tausende Pflegende ­endlich bessere Arbeits­bedingungen.

WUT UND FRUST: Pflegende fordern in Basel und Zürich mehr Lohn und weniger Stress. (Foto. Keystone)

Pandemie-Frühling 2020: Die Leute klatschen von den Balkonen. Für ein paar Wochen sind die Pflegenden die Heldinnen und Helden der Schweiz.

Frühling 2021: Niemand klatscht mehr. Die Bedingungen in der Pflege haben sich aber nicht gebessert. Im Gegenteil: Die Pandemie verschärft die Probleme, die schon vorher bestanden. Die Pflegenden sind überlastet, weil Spitäler und Heime zu wenig Personal einstellen. Die Folge: Viele sehen im Beruf keine Zukunft mehr. Schon 2019 sagten in einer Unia-Umfrage 47 Prozent der Beschäftigten in der Langzeitpflege, sie würden voraussichtlich nicht bis zur Pensio­nierung im Beruf bleiben.

Viele Pflegende sehen in ihrem Beruf keine Zukunft mehr.

MISSSTÄNDE

Am 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflege, gingen deshalb überall in der Schweiz Pflegerinnen und Pfleger auf die Strasse und machten auf die Missstände in ihrem Beruf aufmerksam. Einmal mehr. In Basel, Luzern, Schaffhausen und Zürich zogen sie mit einem «walk of care» durch die Stadt. In etwa zehn anderen Städten machten sie Kundgebungen, Protestaktionen und Infostände. Meist in einem Bündnis aus den Gewerkschaften Unia, VPOD und Syna, dem Pflegeverband SBK und dem Verein Pflegedurchbruch. Immer wieder machen sie auf schwierige Situation für Mitarbeitende in Spitälern, in Heimen und bei der ­Spitex aufmerksam.

Und überall forderten sie dasselbe: einen besseren Gesundheitsschutz, mehr Stellen und mehr Lohn sowie eine solidarische, faire Pflegefinanzierung. Forderungen, die seit ­Jahren mehr oder weniger ungehört verhallen. Véronique Polito von der Unia-Geschäftsleitung sagt dazu: «Die Politik hat es immer wieder verpasst, konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Bedingungen in der Pflege zu beschliessen. Das ist schlichtweg ein Skandal.»

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