Ergänzende Altersvorsorge mit der Säule 3 a
Wie sich das Sparen doch noch lohnt

Die rekordtiefen ­Zinsen machen das private ­Sparbüechli zum Verlustgeschäft. Wer jedoch in die dritte Säule einzahlt, kann sich wenigstens über tiefere Steuern freuen.

SPAREN: Damit sich Ihr Geld auch wirklich vermehrt, lohnt sich eine Einzahlung auf ein Konto 3 a, auch schon bei kleinen Beträgen. (Foto: Fotolia)

Die Teuerungsrate der Schweiz liegt aktuell bei rund 1 Prozent. Und wie hoch ist der Zins auf ­Ihrem Sparkonto? Da steht garantiert eine Null vor dem Komma, und meistens folgt nach dem Komma gleich nochmals eine Null. 0,05 Prozent Zins offeriert zum Beispiel Postfinance fürs Sparkonto, 0,01 Prozent die UBS. Das heisst: Ihr Sparbatzen verliert schneller an Kaufkraft, als er durch Zins und Zinseszins hinzugewinnt. Solange die Nationalbank an ihrer Politik des günstigen Geldes und der Negativzinsen festhält, wird sich daran nichts ­ändern.

Das Säule-3 a-Sparen lohnt sich auch mit kleinen Summen.

FÜR LANGFRISTIGE ZIELE

Wenn Sie Geld für kommende Aus-gaben zur Seite legen, können Sie der misslichen Situation nicht entrinnen. Denn der Sparbatzen für Steuern, Ferien oder die Rücklage für den nächsten Autokauf muss ja auf Abruf verfügbar sein. Dieses Guthaben lässt sich kaum vorteilhafter anlegen als auf einem normalen Sparkonto.

Sobald Sie aber den zeitlichen Horizont in Richtung Pensionierung erweitern oder auf den Kauf einer Eigentumswohnung hinarbeiten, besteht mit dem Sparen in der Säule 3 a eine attraktive Alternative. Weil sie etwas höhere Zinsen bietet, vor allem aber, weil sie Ihre Steuerrechnung senkt. Und zwar so, dass sich das 3 a-­Sparen bereits bei bescheidenem finanziellem Einsatz lohnt.

DIE REGELN DER SÄULE 3 A

In ihrer heutigen Form existiert die Säule 3 a seit 1987, sie wurde par­allel zur Neuordnung der Altersvorsorge geschaffen. Im Grunde g­enommen geht es um ein Tauschgeschäft: Sie legen Geld langfristig zur Seite – zum Beispiel eben fürs Alter, für einen Wohnungskauf oder für die Startfinanzierung ­einer selbständigen Erwerbstätigkeit –, und für diese Weitsicht belohnt Sie der Staat mit einem Steuerabzug. Das lässt sich alleine der Bund pro Jahr (2015) über 850 Millionen kosten. Das sieht so aus:

  • Jede berufstätige Person, die einer Pensionskasse angeschlossen ist, kann jährlich bis zu einem ­Maximalbetrag (aktuell 6768 Franken) in die Säule 3 a einzahlen. Sie kann dafür eine Anlagestiftung nach eigenem Gusto wählen – bei einer Bank oder einer Versicherung. Erwerbstätige Personen ohne Pensionskasse können sogar bis 33’840 Franken einzahlen.
  • Der einbezahlte Betrag kann vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden und wirkt damit direkt steuermindernd. Je mehr Sie es sich leisten können, vom Lohn auf die Seite zu legen, desto mehr Steuern können Sie sparen.
  • Die einbezahlten Guthaben dürfen frühestens fünf Jahre vor dem ordentlichen Pensionsalter (Frauen 64, Männer 65 Jahre) be­zogen werden. Weitere Bezugsgründe sind der Kauf von Wohn­eigentum, die Abzahlung einer Hypothek, die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit oder der definitive Wegzug aus der Schweiz. Im Todesfall wird das ge-sparte Guthaben an die Erben ausbezahlt.
  • Beim Bezug des 3 a-Guthabens wird eine Steuer fällig, die separat vom übrigen Einkommen berechnet wird. Sie liegt deutlich tiefer als die Steuerersparnis, die im Lauf der Jahr erzielt wurde (siehe Beispiele in der Tabelle). Mit wachsendem Guthaben steigt die Steuer progressiv. Darum empfiehlt sich bei höheren Sparbeträgen das Anlegen mehrerer Konten und der gestaffelte Bezug. Statt also auf einem Konto 90’000 Franken anzulegen, sparen Sie auf drei Konten je 30’000 Franken und lassen sich die Guthaben über drei Jahre verteilt in drei Tranchen ausbezahlen.

Falls Sie nun zur Tat schreiten und Ihre eigene Säule 3 a eröffnen wollen, vergleichen Sie zunächst die Zinsen der verschiedenen Anbieter (etwa beim Vermögenszen­trum (VZ): rebrand.ly/zins3a). Denn trotz allgemein tiefen Zinsen läppern sich die Erträge aus einem um ein Viertelprozent höheren Zins über die Jahre zu einem schönen Betrag zusammen.

Säule-3 a-Konten sind spesenfrei und zahlen etwas höhere Zinsen.

KONTO ODER FONDS

Gut möglich, dass Ihre Kunden­beraterin Ihnen statt eines Kontos einen Vorsorgefonds schmackhaft machen will. Ihr Spargeld würde dann in Wertpapieren angelegt, also in Anleihen oder Aktien. ­Damit gehen Sie aber Risiken ein, die Sie vielleicht lieber nicht tragen möchten, und je nach Fonds fallen Gebühren an, die dem Fondsvermögen – und damit Ihnen – auch bei rückläufigem Fondswert belastet werden. Am flexibelsten bleiben Sie mit dem 3 a-Sparkonto: Sie können es auch jederzeit auf eine andere Bank transferieren, wenn diese die besseren Konditionen bietet.

Rabatt für Unia-Mitglieder

Die Bank Cler (vormals Bank Coop) bietet Unia-Mitgliedern ­Vergünstigungen wie Gratis-
Kontoführung bei E-Banking und halbe Preise für Debit- und Kreditkarten. Die Bank hat schweizweit 32 Filialen. rebrand.ly/cler


Kontokosten Mit Vorteil E-Banking

Die Zinsen sind rekordtief, doch bei den Kosten für die Führung eines Privat- oder Salärkontos zeigen die ­Banken keine Zurück­haltung. Mittlerweile ­reichen die Zinsen nur in den seltensten Fällen aus, um daraus die Kontokosten zu bezahlen. Viele Anbieter kassieren eine Grund­gebühr, die Debitkarte für bargeldloses Zahlen oder für Bancomatbezüge kostet jedes Jahr. Hinzu kommen Spesen für Geldbezüge und die Portokosten.

KOSTEN SENKEN: Das ­können Sie tun, um ­möglichst wenig Geld fürs Geldverwalten auszugeben:

  • Leisten Sie sich mehrere Konten. Legen Sie Ihre Eier in möglichst wenige Körbe; die Zeiten, da man sich ein Konto fürs Haushaltsgeld und eines fürs Sackgeld leistete, sind vorbei.
  • Steigen Sie ins E-Banking ein und verzichten Sie auch auf spesenpflichtige Bankauszüge. Das braucht ein wenig Zeit und ab und zu ­einen Ausdruck am Heim-PC, aber die Kosten sinken.
  • Benötigen Sie eine Kreditkarte, können Sie auch ein anderes Angebot als ­jenes Ihrer Bank wählen. Zum ­Beispiel offerieren ­Migros und Coop ihre Kreditkarten recht günstig.
  • Vergleichen Sie die ­Kontokosten Ihrer Bank mit jenen anderer Anbieter. Zum ­Beispiel auf: rebrand.ly/privatkonto.

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