Ratgeber

Lohnerhöhungen 2018: Wer bekommt dieses Jahr mehr?

Sina Bühler

Mit knapp einem Prozent steigen die Löhne 2018 zwar mehr als bisher. Im Portemonnaie ist aber nicht viel mehr.

In den Unia-Branchen werden die Löhne 2018 um weniger als ein Prozent ansteigen. Das ist zwar mehr als im Vorjahr, aber die Forderungen der Gewerkschaften waren höher. Unia-Präsidentin Vania Alleva: «Der Aufschwung ist da, aber bei den Lohnabschlüssen ist davon zu wenig zu merken.» Unia-Ökonom Beat Baumann erklärt, dass es 2017 zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder eine positive Jahresteuerung von einem halben Prozent gebe. Entsprechend werden jedoch die Reallöhne nur um wenig steigen. «Die Arbeitgeber trugen der effektiven Teuerung und wie sie sich auf das Portemonnaie der Beschäftigten auswirkt, nicht Rechnung. Das hat sich bei den Verhandlungen negativ ausgewirkt», so Baumann.

Die Baubranche boomt, nur die Büezer haben nicht viel davon.

In der Lebens- und Genussmittelindustrie sind die Resultate positiv, und im Gewerbe sind sie immerhin besser als in den Vorjahren. Allerdings spiegeln die Löhne die Situation auf dem Arbeitsmarkt keineswegs: Zurzeit werden viele Fachkräfte gesucht, beispielsweise Elektriker. Fachkräfte fehlen auch im Gastgewerbe. Trotzdem endeten die Lohnverhandlungen vor dem Schiedsgericht. «Und die Situation im Bauwesen ist eine Schande», sagt Unia-Präsidentin Alleva. Die Branche boomt, es wird gebaut wie noch nie. Nur die Arbeitnehmenden haben nichts davon.»

DRINGENDER NACHHOLBEDARF

Das Geld für Lohnerhöhungen ist vorhanden, denn die Unternehmen machen teils sehr hohe Gewinne, stellt Baumann anhand der offiziellen Statistiken fest. Eine anständige Lohnerhöhung sei für die Unternehmen möglich und für die Beschäftigten unbedingt nötig: Bei gleich bleibendem Lohn spüren die Angestellten und ihre Familien die höheren Krankenkassenprämien sowie die wieder ansteigende Teuerung merklich. Baumann: «Diejenigen, die durch täglich harte Arbeit in den Unternehmen den Aufschwung überhaupt möglich gemacht haben, dürfen nicht leer ausgehen. Nach den vergangenen Nullrunden besteht in vielen Branchen dringender Nachholbedarf.»

(Fotos: Colourbox (1), Fotolia (1), Parlamentsdienste (1), Pixabay (5), SBB (1), Shutterstock (1), 123RF (1) Publlcdomainpictures (1), PD (1))

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