Demo für Schutz von Frauen
«Mein Körper ist nicht dein Tatort!»

Schon 18 Femizide – und das Jahr ist noch nicht vorbei. In Zürich forderten 4000 Demonstrierende endlich griffige Massnahmen für mehr Schutz von Frauen. 

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TAUSENDE MARSCHIEREN FÜR DEN SCHUTZ VON FRAUEN: Demo vom Samstag in Zürich. (Foto: dak)

«Für jede, die fehlt, gehen wir heute auf die Strassen Zürichs!» Mit diesen bewegenden Worten läuten am 24. Oktober die Organisatorinnen die schweizweite Demonstration gegen Femizide ein. Startpunkt ist sinnigerweise der Ni-Una-Menos-Platz, ehemals Helvetiaplatz, benannt nach der 2015 aus Argentinien übergeschwappten Protestwelle Ni una menos (Nicht eine weniger).

An diesem Samstagnachtmittag kommen an die 4000 Leute zusammen. Die prägenden Botschaften auf ihren Plakaten zeigen, worum es hier geht: Um Leben und Tod. Eine Demonstrantin schreibt auf einem Karton: «Mein Körper ist nicht dein Tatort». Eine weitere Teilnehmerin macht mit ihrem Plakat auf die Situation im Thurgau aufmerksam:

Bereits zwei Femizide aber immer noch kein Frauenhaus.

Allein im aktuellen Jahr wurden schweizweit bereits 18 Frauen ermordet. Weil sie Frauen sind. Von Ehemännern, Ex-Partnern, Brüdern oder sogar Söhnen. Die Situation ist äusserst angespannt, die Schweizer Frauenhäuser stehen unter massivem Druck. Das Geld und der Platz fehlen. Doch der politische Wille, den Schutz der Frauen in der Schweiz zu priorisieren, ist kaum vorhanden.
 
Das zeigt auch die aktuelle Umsetzung der Opferhilfenummer 142. Diese Notnummer wurde im Mai dieses Jahres eingeführt. Wie die Hotline bedient wird, ist jedoch den Kantonen überlassen. Während in Zürich ein professionelles Team die Hotline rund um die Uhr betreut, werden in anderen Kantonen zu Bürozeiten die Opferberatungsstellen eingebunden. Doch gerade nachts oder an Wochenenden nehmen die Anrufe Freiwillige der Dargebotenen Hand entgegen. Für SP-Nationalrätin Tamara Funiciello genügt das nicht, wie sie in einem Gespräch mit dem «Tagesanzeiger» sagt. Diese Personen würden zwar geschult, doch eine Weiterbildung ersetze keine professionelle Opferhilfe.

Politik, Justiz und Medien in der Verantwortung

Bevor die Demo durch Zürich zieht, gedenken die Teilnehmenden den Ermordeten. Aber nicht in stiller Trauer: 18 Sekunden lang schreien die Menschen laut für die 18 Todesopfer raus. Dann geht’s los. Auch vor dem Gebäude von Tamedia halten die Demonstrierenden an und machen aufmerksam auf die Verantwortung der Medien. Gewalt an Frauen darf medial nicht als Familiendrama verharmlost werden. Politik, Justiz und Medien stehen in der Verantwortung, den Schutz aller Menschen in der Schweiz zu verbessern.

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