Ratgeber
Mitglied werden: Diese 7 Dinge tut die Unia für mich

Warum braucht es eigentlich die Unia, und wie setzt sich die Gewerkschaft konkret für ihre Mitglieder ein? 

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GEMEINSAM STARK: Die Unia vereint Arbeiterinnen und Arbeiter aus den unterschiedlichsten Branchen. (Foto: Manu Friederich)

1. Die Unia verhandelt 

Ein Gesamtarbeitsvertrag – kurz GAV – wird zwischen Arbeitgebenden oder Verbänden und einer Gewerkschaft abgeschlossen und regelt die Arbeitsbedingungen für eine ganze Branche. Der GAV enthält unter anderem Bestimmungen zu Mindestlöhnen, Arbeitszeiten, Ferien und Kündigungsfristen und ist immer besser als das Arbeitsgesetz. Die Unia kämpft im Namen der Arbeitnehmenden und vertritt in den Verhandlungen deren Interessen. So können die Arbeitsbedingungen für sehr viele Menschen unmittelbar verbessert werden. Die Unia ist Vertragspartnerin für rund 240 GAV für den Bau, Dienstleistungsberufe, Industrie und Gewerbe. Davon profitieren rund 1,2 Millionen Arbeitnehmende in der Schweiz. Ein GAV ist auch deshalb wichtig, weil er richtungsweisend sein kann: Der Bundesrat oder ein Kanton kann den Vertrag als allgemeinverbindlich erklären, so dass er für alle Betriebe der betreffenden Branche gilt, auch für jene, die keinem Verband angehören.

2. Die Unia ist laut

Damit sich etwas ändern kann, muss ein Thema im Bundeshaus erst mal ankommen. Die Unia sorgt dafür, dass Ihre Interessen Gehör finden: Sie spricht mit Politikerinnen und setzt sich mit Entscheidungsträgern an einen Verhandlungstisch. Sie lanciert Initiativen, organisiert politische Kampagnen und geht, wenn nötig, mit Ihnen und für Sie auf die Strasse: So organisiert die Gewerkschaft Streiks, Umzüge zum 1. Mai und beteiligt sich am feministischen Streik vom 14. Juni.

3. Die Unia informiert

Was wird im Bundeshaus zurzeit verhandelt? Welcher Betrieb hat gerade für einen Skandal gesorgt, und welche Initiative erhitzt gerade die Gemüter? Unia-Mitglieder in der Deutschschweiz wissen Bescheid, denn sie bekommen regelmässig die work-Zeitung nach Hause geschickt. Darin erfahren Sie Wissenswertes rund um die Arbeitswelt und lernen in Interviews und Portraits viele Arbeitnehmende kennen – denn sie stehen im Zentrum. Eine weitere wichtige Informationsquelle ist die Website der Unia, auch hier werden Interessierte auf dem Laufenden gehalten. Wer lieber via Mail informiert wird, abonniert den Unia-Newsletter. Abonnieren können Sie sich via rebrand.ly/unia-newsletter.

4. Die Unia berät

Sie sind nicht sicher, ob diese eine Klausel in Ihrem neuen Arbeitsvertrag rechtens ist? Sie fühlen sich von Ihrer Vorgesetzten diskriminiert oder möchten eine Kündigung anfechten? Die Rechtsberatung der Unia sowie die regionalen Beraterinnen und Berater unterstützen in allen Fragen rund um die Arbeit und nehmen sich für alle Mitglieder kostenlos Zeit. Mehr noch: Wenn es sein muss, setzt sich die Unia mit an den Verhandlungstisch oder unterstützt bei einem Gerichtsverfahren. Auf diese Weise erstreitet die Gewerkschaft jedes Jahr für ihre Mitglieder Entschädigungen in Millionenhöhe. Ausserdem: Unia-Mitglieder können bei Coop für 10 Franken eine Multirechtsschutzversicherung abschliessen – und können damit auch bei Rechtsstreitigkeiten im Verkehrs- und Privatbereich auf fachliche Unterstützung zählen. Infos und Anmeldung: rebrand.ly/unia-coop

5. Die Unia bündelt Kräfte

Je mehr Menschen gemeinsam für ein Anliegen kämpfen, desto mehr Kraft und Macht haben sie. Deshalb organisiert sich die Unia in sogenannten Interessengruppen (IG). Alle, die sich angesprochen fühlen und etwas in einem bestimmten Themenbereich bewirken möchten, können sich beteiligen (siehe Box unten).

6. Die Unia ist vor Ort

Regionale Gewerkschaftssekretärinnen und -sekretäre bilden Vertrauenspersonen aus und begleiten sie. Mit den Vertrauenspersonen sorgt die Unia dafür, dass sie nah an den Arbeitnehmenden bleibt und deren Probleme und Anliegen direkt übermittelt werden können. Vertrauenspersonen arbeiten in den Betrieben und sind das Bindeglied zwischen den Mitarbeitenden und der Gewerkschaft. Sie wissen aus eigener Erfahrung genau, was sich noch verbessern muss, und sind somit ein wichtiger Pfeiler des gewerkschaftlichen Engagements. Sie nehmen an gewerkschaftlichen Diskussionen teil und beteiligen sich am Kampf für faire Gesamtarbeitsverträge. Am Arbeitsplatz sind sie Ansprechperson für Anliegen der Mitarbeitenden und unterstützen die Unia beim Umsetzen von Kampagnen. Als Delegierte in gewerkschaftlichen Gremien bestimmen sie zudem das Geschehen auf regionaler und nationaler Ebene mit.

7. Die Unia bildet weiter

Die Gewerkschaft unterstützt ihre Mitglieder dabei, sich möglichst gut für den Arbeitsmarkt aufzustellen. Dafür bietet sie zum Beispiel Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten oder Standortbestimmungen an. Bei berufsorientierten Weiterbildungen – dazu zählen auch die Sprachkurse – bezahlt die Unia ihren Mitgliedern 50 Prozent der Kurskosten (höchstens 750 Franken pro Jahr). Um eine Kostenbeteiligung zu beantragen, müssen Sie vorgängig ein Gesuch beim Unia-Sekretariat Ihrer Region einreichen. Mitglieder können ausserdem bei Movendo, dem Bildungsinstitut der Gewerkschaften, einen Kurs pro Jahr kostenlos buchen. Infos und Kurse: www.movendo.ch.

Weitere Infos unter: www.unia.ch

Die Interessengruppen: Werden Sie aktiv!

In folgenden Unia-Interessengruppen können Sie sich engagieren:

IG Frauen

Hier setzen sich Frauen aus allen beruflichen Richtungen für Lohngleichheit, Gleichberechtigung sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein und vernetzen sich untereinander. Zudem organisieren sie regionale und nationale Projekte sowie Aktionen. Zum Beispiel führt die Gruppe seit Jahren eine aktive Kampagne für Lohngleichheit. Wer darf mitmachen? Alle weiblichen Mitglieder der Unia sind eingeladen, sich zu beteiligen. Die IG besteht aus einer Frauenkonferenz, der Frauenkommission und den regionalen Gruppen. Je nach Region gibt es ein spezielles Programm für Frauen, zum Beispiel gemeinsame Ausflüge oder Abendkurse.

IG Migration

Die Unia ist die grösste Organisation der Migrantinnen und Migranten in der Schweiz – mehr als die Hälfte der Gewerkschaftsmitglieder haben keinen Schweizer Pass. In der Interessengruppe tauschen sich die Mitglieder regelmässig über ihre Erfahrungen in der Arbeitswelt aus und formulieren politische Forderungen. So kämpft die IG für Chancengleichheit, Aufenthaltssicherheit und das Recht auf Beteiligung für alle. Sie setzt sich aus der Migrationskonferenz und -kommission sowie aus den Regionalgruppen zusammen. Die Beschlüsse aus den IG-Migrationsgremien werden über Vertretungen oder Anträge in die anderen Unia-Gremien eingebracht. In der Zeitung «Horizonte» informiert die IG sieben Mal pro Jahr über ihre Aktivitäten und Neuigkeiten aus der Gewerkschaft. Die Publikation erscheint in Spanisch, Portugiesisch, Türkisch, Serbisch-Kroatisch-Bosnisch und Albanisch.

IG Jugend

Mehr Freizeit, weniger Stress, bessere Arbeitsbedingungen für Lernende und junge Arbeitnehmende: Dafür engagiert sich die Unia Jugend. Die IG setzt sich für konkrete Anliegen junger Arbeitnehmender ein, etwa mit der Kampagne für acht Wochen Ferien für Lernende, und bringt ihre Beschlüsse als offizielle Anträge in die Führungsgremien der Gewerkschaft ein. Bei Konflikten am Arbeitsplatz bietet sie Rechtsschutz und informiert ihre Mitglieder über ihre Rechte. Zudem unterstützt sie Lernende mit Vorbereitungskursen auf die Lehrabschlussprüfungen (EFZ). Darüber hinaus ist sie ein Netzwerk, in dem junge Menschen bei Anlässen, Freizeit- und Sportaktivitäten wie Kart-, Rafting- oder Skiausflügen sowie internationalen Jugendtreffen zusammenkommen.

IG Rentner:innen

Die Interessengruppe Unia Rentner:innen vertritt die Anliegen pensionierter Menschen. Sie richtet sich an Personen, die der Gewerkschaft auch nach dem Erwerbsleben verbunden bleiben und sich für ihre eigene sowie für jüngere Generationen einsetzen wollen. Ziel ist es, die Lebensqualität im Rentenalter zu sichern und die Solidarität zwischen den Generationen zu stärken, wobei die Gruppe auch in der Gewerkschaftspolitik der Unia mitwirkt. Die Mitglieder beziehen Position zu eidgenössischen Abstimmungen, die ältere Menschen betreffen, und haben sich zuletzt etwa an Kampagnen für eine starke AHV und höhere Renten beteiligt. Die Gruppe ist vor allem regional organisiert, trifft sich regelmässig und kann über das zuständige Unia-Sekretariat erreicht werden.

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