Buspersonal stellt ein Ultimatum
«Das sind Scheinverhandlungen!»

Das Personal von Stadtbus Winterthur setzt ein Ultimatum. Wenn es in den Verhandlungen keine substantiellen Angebote seitens der Stadtregierung gibt, wird wieder gestreikt. Dieses Mal unangekündigt und unbefristet.

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CHAUFFEUR CHRISTIAN REISACHER: «Bisher haben wir keinen Willen für ein echtes Angebot auf unsere Anliegen festgestellt.» (Foto: Caroline Minjolle)

Nach dem erfolgreichen Warnstreik der Winterthurer Busfahrerinnen und Busfahrer am 3. März (work berichtete) liessen sich die Stadtregierung und die Geschäftsleitung von Stadtbus Winterthur endlich auf Verhandlungen mit dem Personal ein. Dies, nachdem sie deren Forderungen und eine Petition der Belegschaft während über eines Jahres ignoriert hatten. Die Mitarbeitenden von Stadtbus Winterthur verlangen einen Ausbau der Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit. Ausserdem fordern die Busfahrerinnen und Busfahrer eine gerechte Lösung für die kurzfristigen Einspringerdienste sowie die Abschaffung der unfairen Minuszeiten.

Einstimmig für Ultimatum

Doch die Verhandlungen haben bisher zu keinem Resultat geführt. Christian Reisacher, Chauffeur von Stadtbus Winterthur, sagt:

Aus unserer Sicht sind das Scheinverhandlungen, um Zeit zu gewinnen. Bisher haben wir keinen Willen für ein echtes Angebot auf unsere Anliegen festgestellt.

Die Unzufriedenheit unter den Mitarbeitenden ist entsprechend gross. Bei der Personalversammlung von letzter Woche haben sich die über 100 anwesenden Busfahrerinnen und Busfahrer einstimmig für ein Ultimatum an die Stadtregierung ausgesprochen. Sie wollen dem zuständigen FDP-Stadtrat Stefan Fritschi noch bis heute Mittwoch Zeit geben. Wenn bis dann keine ernstgemeinten Vorschläge zur Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen präsentiert werden, wollen sie wieder in den Streik treten. Der Streik würde dann ohne Vorankündigung und unbefristet stattfinden. Für die Schweiz wäre ein solcher Streik historisch. 

Verantwortung für den Streik

Micha Amstad, VPOD-Zentralsekretär für den Nahverkehr, sagt:

Für diesen Streik wären einzig und allein der Stadtrat und die Geschäftsleitung verantwortlich. In sechs Stunden Verhandlungen wurden keine Lösungen für die Sorgen der Mitarbeitenden vorgelegt.

Der Stadtrat «bedauert» seinerseits die gescheiterten Verhandlungen und schreibt, dass man «ein konkretes, realistisches und faires Angebot zur Lösungsfindung» gemacht habe. Und man sei trotz Streikandrohung gesprächsbereit.

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