Petitionsübergabe
Protest gegen Novartis-Kahlschlag

Mitarbeitende der Novartis-Fabrik in Stein AG haben am Samstag vor dem Novartis-Campus in Basel gegen den Abbau von 700 Stellen protestiert. Und dem Pharmakonzern eine Petition überreicht. work hat am Protest mit Betroffenen gesprochen.

SO NICHT! Protest in Basel gegen die Profitgier von Novartis. (Foto: isc)

Im November gab Novartis bekannt, dass die Tablettenproduktion in Stein AG auf Ende 2027 eingestellt werden soll. Etwa 700 Mitarbeitende würden damit ihre Stelle verlieren. Diesen Konzernentscheid wollen die betroffenen Mitarbeitenden nicht hinnehmen. Gemeinsam mit den Gewerkschaften Unia und Syna haben sie dem Pharmakonzern am Samstag eine Petition mit 3210 Unterschriften gegen den Abbau übergeben.

Entlassungen trotz Milliardenprofiten

Am Protestmarsch zum Novartis-Campus in Basel nahmen etwa 100 Personen teil. Einer davon ist Goran Trujic, Mechaniker und Präsident der Personalkommission: Er sagt: «Novartis schreibt enorme Gewinne und auch das Werk in Stein ist profitabel, der Stellenabbau ist völlig unnötig.» Ausschlaggebend für den Entscheid von Novartis sind vor allem die höheren Lohnkosten in der Schweiz und die angestrebte rekordhohe Gewinnmarge von 40 Prozent. Silvia Locatelli, Branchenleierin Industrie der Unia, sagt:

«Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Konzern, der Milliardengewinne schreibt und in der Schweiz von Standortvorteilen profitiert, seine Beschäftigten aus reinen Profitgründen fallenlässt.»

SOLIEDARIETAS: Das Unia-Medikament für
die Novartis-Spitze. Hilft gegen Entlassungen,
Stellenabbau und Standortschliessungen. (Foto: isc)

Konsultationsverfahren läuft

Auch Laborantin Silvia Breu war als Personalvertreterin am Protestmarsch dabei. Sie sagt:

«Der Entscheid von Novartis war ein absoluter Schock, wir haben niemals mit einem solchen Umfang von Entlassungen und der Schliessung der Fabrik gerechnet.»

Falls der Konzern an der Schliessung des Produktionsstandortes festhält, fordert die Unia im Konsultationsverfahren, dass Novartis zumindest Verantwortung für die Weiterbildung und Umschulung der Beschäftigten übernimmt.  Die 700 betroffenen Mitarbeitenden sollen weiterhin in Stein arbeiten können.

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