Er gewann gegen eine bockige Gärtnerei
«Irgendwann hatte ich die Schnauze voll»

Weil Mark Briguglio eine Woche krank war, kürzte ihm die Firma den Lohn. Erst als er die Unia einschaltete, hörten die Mätzchen auf.

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MIT DER UNIA GEKÄMPFT UND GESIEGT: Gartenbauer Mark Briguglio hat seinen ausstehenden Lohn erhalten. (Foto: Matthias Luggen)

Als er die Lohnabrechnung kontrolliert, merkt Mark Briguglio: Da fehlt einiges. Vier Monate lang hat er im Gartenbau gearbeitet. Aber die Firma hat ihm für die sechs Arbeitstage, die er krank war, keinen Lohn ausbezahlt. Und für einen Betriebsausflug, der in seinem letzten Monat stattfand, hat sie ihm fünf Arbeitsstunden gestrichen.

Unia-Mitglied Briguglio weiss: Beides ist unzulässig. Er fragt bei der Firma nach – doch die weigert sich zu zahlen. Mit dem Argument, die Taggeldversicherung der Firma übernähme diese Kosten nicht. Briguglio insistiert:

Ich habe versucht, ihnen klar zu machen, dass ich Anrecht auf Lohn habe. Auch wenn ich krank war. Wenn die Versicherung nicht zahlt, ist das nicht mein Problem. Dann muss der Betrieb halt selber zahlen.

Doch die Gärtnerei bockt weiter und zahlt nicht.

Post von der Unia

Irgendwann, so der 24jährige, habe er «die Schnauze voll gehabt». Er wendet sich an die Unia-Rechtsberatung in Thun BE. Diese erinnert den sturen Gärtner mit einem eingeschriebenen Brief an seine Pflichten: Erstens schulde er, nach maximal zwei unbezahlten Tagen, den Lohn auch bei Krankheit. Auch wenn die Versicherung erst später zahle. Und zweitens müsse er Briguglio den Betriebsausflug als Arbeitszeit anrechnen. Denn dieser habe seine Arbeitskraft angeboten und seine Pflicht mit seiner Anwesenheit erfüllt. Falls die Firma den Forderungen nicht nachkomme, so der Unia-Brief, «werden wir ohne weitere Ankündigung rechtliche Schritte gegen Sie einleiten».

Das wirkt. Endlich überweist die Firma Mark Briguglio den ausstehenden Betrag, rund 1400 Franken. Der ist erleichtert. «Total mühsam» sei es gewesen, sich mit der Bude herumzuschlagen. Ohne eine Gewerkschaft im Rücken hätte er kaum den Schnauf gehabt für diese Auseinandersetzung. Er sagt:

Die hätten mir irgendwann ein paar hundert Franken angeboten, um Ruhe zu haben. Und ganz ehrlich, ich hätte eingewilligt. Nur dank der Unterstützung der Unia habe ich den vollen Betrag bekommen.

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