Zwar bringt das neue Jahr kleine reale Verbesserungen in etlichen Branchen. Aber es braucht Lohnerhöhungen für alle
Kollektive Lohnverhandlungen bleiben zentral

Das Lohnjahr 2026 bringt für viele Arbeitnehmende kleine reale Lohnerhöhungen. Insgesamt bleibt der Nachholbedarf der letzten Jahre aber weiterhin gross

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Fotos: Adobe Stock (4), iStock (2), Pixabay (1), ZVG (2)

Zuerst die guten Nachrichten: Nach Jahren, in denen die Teuerung stetig gestiegen war, ist sie zurzeit mit 0,1 bis 0,2 Prozent sehr tief. Somit können sich viele Beschäftigte über eine kleine Reallohnerhöhung freuen. Eine reale Lohnerhöhung bedeutet, dass die Löhne stärker steigen als die Preise, dass also auch nach Berücksichtigung des Preisanstiegs ein höherer Lohn übrigbleibt. Allerdings: «Wegen des Anstiegs der Preise, Mieten und Krankenkassenprämien reichen diese kleinen Reallohnerhöhungen nicht aus, um die Verluste der letzten Jahre auszugleichen», sagt Noémie Zurlinden, Ökonomin bei der Unia. «Die Reallöhne stagnieren seit einem Jahrzehnt und hinken der Entwicklung der Arbeitsproduktivität hinterher.» Auch 2025 verhandelte die Unia in diversen Branchen, um Lohnerhöhungen für alle zu erreichen. «Im Gewerbe und in Baubranchen gibt es oft generelle Lohnerhöhungen, jedoch meist nur bis zu rund 0,8 Prozent», sagt Noémie Zurlinden.

Nestlé knausert

Im Reinigungsgewerbe Deutschschweiz steigen die Mindestlöhne um 3 Prozent – das sei eine wichtige Entwicklung in dieser Tieflohnbranche. In den privaten Sicherheitsdiensten konnten die Mindestlöhne für Mitarbeitende im Stundenlohn um 2 Prozent angehoben werden. In den Tankstellenshops steigen die Mindestlöhne um 1 Prozent und im Personalverleih um 1,1 Prozent. «Einige Arbeitgeber zeigten sich in den Verhandlungen ex­trem hart. Coop und Fenaco verweigerten generelle Lohnerhöhungen – die Lohnverhandlungen scheiterten.» In vielen Unternehmen in der Industrie sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. «Die bisherigen Resultate sind bescheiden, oft gibt es nur individuelle Lohnerhöhungen. Bei Nestlé am Standort Lausanne und Nespresso gibt es sogar eine Nullrunde. Nicht mal die Teuerung wird ausgeglichen!»

Nicht am Ziel

Es muss also weitergekämpft werden. «Um die Verluste der letzten Jahre auszugleichen, braucht es signifikante generelle Lohnerhöhungen», sagt Noémie Zurlinden. Kollektive Lohnverhandlungen seien deshalb auch 2026 absolut zentral.

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