Das offene Ohr

Zeiterfassung: Ist ein 15-Minuten-Takt erlaubt?

Igor Zoric vom Service Arbeitszeit beantwortet Fragen zu Arbeitszeit und Arbeitszeiterfassung.

Ich arbeite von Montag bis Freitag ­jeweils von 8 Uhr bis 14 Uhr in einem Callcenter. Unsere Stempeluhr erfasst die Arbeitszeit im 15-Minuten-Takt. ­Komme ich zu spät, zum Beispiel um 8 Uhr 01, so bestraft mich unser Zeit­erfassungssystem damit, dass es mich erst um 8 Uhr 15 einstempelt. Arbeite ich aber 10 Minuten länger, so streicht mir das System die Arbeitszeit, die über das normale Arbeitsende hinausgeht. Ist dies erlaubt?

EXAKT: Die Firmen müssen die genaue Arbeitszeit erfassen und dürfen dabei nicht runden. (Foto: DPA)

Igor Zoric: Nein. Der Arbeitgeber muss die Arbeitszeit so erfassen, wie sie ­tatsächlich geleistet wurde. Arbeitszeit ist gemäss Arbeitsgesetz die Zeit, in der man sich zur Verfügung des Arbeitgebers halten muss. Sobald Sie einstempeln, sind Sie also am Arbeiten. Damit die ­Behörden kontrollieren können, ob das ­Arbeitsgesetz in einem Betrieb eingehalten wird, muss die Länge der Arbeitszeit exakt erfasst werden. Zudem müssen beispielsweise die tägliche und die wöchen­tliche Arbeitszeit, geleistete Überzeit ­sowie Pausen von einer halben Stunde und mehr ausgewiesen werden. Manipulationen an der Zeiterfassung sind ­verboten. Auch wenn Überstunden im ­Arbeitsvertrag pauschal mit zusätzlichen Ferien oder einem entsprechend höheren Grundgehalt abgegolten werden, müssen sie exakt erfasst werden.

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