Das Jahr 2017 hat für mich denkbar schlecht angefangen. Die alte Arbeitsstelle hatte ich auf Ende September 2016 gekündigt und reiste dann zwei Monate quer durch Südostasien. Noch vor der Abreise unterschrieb ich den Arbeitsvertrag für eine neue Stelle, gültig ab dem 1. Januar 2017. Als erster Arbeitstag war der 3. Januar 2017 vorgesehen. Doch dann stürzte ich am 2. Januar beim Skifahren und musste mit einer komplizierten Fussverletzung ins Spital. Jetzt weigert sich die Unfallversicherung des neuen Arbeitgebers, für die Kosten dieses Unfalls aufzukommen. Sie schreibt in ihrer Verfügung, der Unfall sei vor Antritt der neuen Arbeitsstelle passiert. Deshalb erbringe sie keine Leistungen. Hat die Versicherung wirklich recht?

Peter Schmid: Nein. Der Sachbearbeiter der Unfallversicherung hat offenbar noch nicht mitbekommen, dass das Unfallversicherungsgesetz genau in diesem Punkt zugunsten der Versicherten geändert worden ist. Diese Gesetzesänderung ist seit dem 1. Januar 2017 in Kraft. Neu kommt es nicht mehr darauf an, welches der erste Arbeitstag ist. Die Versicherung läuft jetzt bereits ab Beginn des Arbeitsverhältnisses. Dieses begann am 1. Januar 2017, so steht es in Ihrem Vertrag. Dass Sie wegen der Feiertage erst am 3. Januar mit Arbeiten hätten anfangen müssen, spielt keine Rolle. Die Unfallversicherung muss in diesem Fall die gesetzlichen Leistungen erbringen.
Achtung: Sie müssen innerhalb von dreissig Tagen nach Erhalt der Verfügung bei der Unfallversicherung eine sogenannte Einsprache erheben. In diesem eingeschriebenen Brief an die Versicherung müssen Sie verlangen, dass diese für den Unfall die Kosten übernehme. Legen Sie eine Kopie Ihres Arbeitsvertrages bei und weisen Sie darauf hin, dass der Unfall während des Arbeitsverhältnisses passiert sei.

work, 2.02.2017