Die Energiestrategie, über die wir am 21. Mai abstimmen, fördert die effiziente Nutzung von Energie. SVP-Präsident Albert Rösti hat darauf «kä Luscht».

Viele work-Leserinnen und -Leser arbeiten in Fabriken oder auf dem Bau. Sie stellen immer neue Produkte her und installieren diese. Ab und zu reiben sie sich die Augen, weil sich alles verdammt schnell verändert. Vieles auch zum Guten, etwa wenn’s um den Energieverbrauch geht.
Beispiel I Tumbler: Die Stewi-Libelle war ein Stück Schweiz. Inzwischen haben die Tumbler das Feld von hinten aufgerollt. Tumbler der letzten Generation brauchen 1 Kilowattstunde Strom, um ein Kilo Wäsche zu trocknen. Die neuesten Geräte mit kleinen, eingebauten Wärmepumpen nur mehr 200 Wattstunden. Also 5 Mal weniger.
Beispiel II Neonröhren: Eine 1,5 Meter lange Neonröhre mit einem Vorschaltgerät braucht pro Stunde rund 80 Wattstunden. Neue LED-Röhren nur 22 Wattstunden. Also 4 Mal weniger.
Beispiel III Heizungspumpen: Pumpen sind in der Haustechnik das halbe Leben. Nirgends ist der Fortschritt grösser als hier. Neue Heizungspumpen stellen sich selber ein. Sie pumpen nur so viel Warmwasser zu den Radiatoren, wie diese brauchen. Dies dank Frequenz-Umrichtern, die die Motoren immer im optimalen Bereich drehen lassen. Wer seine zehn und mehr Jahre alten Pumpen ersetzt, braucht 6 bis 7 Mal weniger Energie.
Neue Technologien sind am Anfang teuer. Und sie werden im Verlauf der Zeit immer billiger. Je mehr Solarzellen produziert werden, umso billiger wird die einzelne Zelle. Dank dem technischen Fortschritt und dank den Vorteilen der Massenproduktion.
Damit eine Entwicklung angeschoben wird, gibt es zwei Möglichkeiten: Neue Standards zwingen die Hersteller, nur mehr umweltfreundliche Produkte zu produzieren. Oder aber man macht diese mittels Subventionen so attraktiv, dass die Beweglicheren am Markt die umweltfreundlichen Produkte zu kaufen beginnen.



Hausbesuch: SVP-Präsident Albert Rösti mit seiner Frau Theres vor seinem Haus in Uetendorf BE. Foto: Iris Andermatt

IM FREIEN FALL. Die Politik muss den richtigen Mix zwischen Fördern und Fordern finden. In der Regel wird zuerst etwas gefördert, um dann in der zweiten Phase mittels neuer Standards die Industrie zu fordern.
Für uns als Konsumentinnen und Konsumenten ist nichts angenehmer, als wenn der Staat mit klaren Normen umweltfreundliche Produkte durchsetzt. Weil das ewige Studieren von Konsumenten- Heftli und Test-Websites nicht zu den Lieblingssportarten der Schweizerinnen und Schweizer gehört.
Die Preise sind bei unseren drei Beispielen im freien Fall: Microspot zum Beispiel bietet Samsung-Wäschetrockner der Enegieklasse A++ bereits für weniger als 600 Franken an. Bei beleuchtungdirekt.ch kann man 1,5 Meter lange LEDLeuchten von Philips mit mehr als 2000 Lumen für weniger als 20 Franken kaufen. Und die besten Preise für Pumpen erhält man im Internet beim Pumpendiscounter.
Alle diese Investitionen rechnen sich: Eine Neonröhre muss nach 5000 Betriebsstunden ausgewechselt werden. Neue Neonröhren sind nicht gratis. Und die Arbeitszeit fürs Wechseln will auch berücksichtigt sein. LED-Röhren leben 6 Mal länger. Und sind somit schon in der Anschaffung günstiger. Sie sparen während der 30 000 Stunden Lebensdauer 1800 Kilowattstunden Strom. Macht bei einem Preis von 20 Rappen pro Kilowattstunde 360 Franken haben oder nicht haben.
SVP-Präsident Albert Rösti und SVP-Nationalrat Toni Brunner wollen nicht sparen, sondern Öl importieren und neue Atomkraftwerke bauen. Deshalb sagen sie auch Nein zum revidierten Energiegesetz, über das wir am 21. Mai abstimmen. Dieses fördert die effiziente Nutzung der Energie und verbietet den Bau neuer Atomkraftwerke. Keine Revolution, aber ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
Die jungen Grünen müssten mal deren H.user in Uetendorf BE und im Toggenburg SG einem Energiecheck unterziehen. Um aufzuzeigen, was für einen Unfug die beiden erzählen.

Links zum Thema:

www.topten.ch
Die Website zeigt auf, welche Geräte wie umweltfreundlich sind. Und wo frau und man welche Subventionen abholen können.

goo.gl/hPLKSg
Schmieren und salben: Die Ems-Chemie von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher hat 2012 und 2013 in Bern Subventionen von 220 000 Franken abgeholt, um Frequenz- Umrichter für Pumpen und LEDRöhren zu installieren. Inzwischen lohnt sich das nicht mehr, weil LED-Röhren und Frequenz-Umrichter massiv billiger wurden.

goo.gl/Sm23Bm
Darüber stimmen wir am 21. Mai ab.

work, 12.04.2017