Seit dem 1. Februar 2012 bin ich arbeitslos. Meine Frau arbeitet Teilzeit an vier Halbtagen pro Woche. Wir haben drei Kinder im Alter von 13, 15 und 17 Jahren. Das Familieneinkommen wird nun sehr knapp. Ein Kollege hat mir gesagt, wer arbeitslos sei, bekomme keine Familienzulagen ausbezahlt. Stimmt das?

PETER SCHMID: Das stimmt nur zum Teil. Nach dem Bundesgesetz über Familienzulagen beträgt die Kinderzulage bis zum 16. Geburtstag mindestens 200 Franken pro Monat. Für Jugendliche in Ausbildung wird eine Ausbildungszulage von mindestens 250 Franken bezahlt. Die Kantone können diese Beträge aber erhöhen. Anspruchsberechtigt sind in erster Linie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es versteht sich von selbst, dass für das gleiche Kind immer nur eine Zulage ausgerichtet wird. Das gilt auch dann, wenn beide Elternteile erwerbstätig sind. Nichterwerbstätige erhalten nur dann Familienzulagen, wenn das steuerbare Jahreseinkommen nicht höher als 41 760 Franken ist und keine Ergänzungsleistungen bezogen werden. Familienzulagen werden übrigens auch an Arbeitnehmende ausgerichtet, die teilzeitbeschäftigt sind, und zwar ohne Kürzung. Dies setzt aber voraus, dass der AHV-pfl ichtige Jahreslohn mindestens 6960 Franken beträgt. Wenn Ihre Ehefrau pro Jahr also mindestens 6960 Franken verdient, werden die Familienzulagen für Ihre Kinder während Ihrer Arbeitslosigkeit an Ihre Frau ausbezahlt. Verdient Ihre Ehefrau weniger, geht Ihre Familie aber trotzdem nicht leer aus: In diesem Fall wird Ihnen die Arbeitslosenkasse einen sogenannten Kinder- und Ausbildungszuschlag auszahlen. Dieser Zuschlag in der Höhe der kantonalen Familienzulagen wird auf den Tag umgerechnet und zusammen mit den Taggeldern der Arbeitslosenversicherung ausbezahlt.

work, 16.02.2012